Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, März 18, 2009

"Szenekneiper gesucht!".

Gaffel Kölsch geht mit www.eigene-kneipe.de einen ungewöhnlichen Weg, um junge Gastronomie zu fördern

Köln, 13. März 2009 - Die Plakate hängen an den Fenstern der altehrwürdigen Eckkneipe im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. "Bewirb Dich jetzt", fordert es auf. "Vielleicht eröffnest Du schon bald Deine eigene Kneipe." Absender ist die Privatbrauerei Gaffel, der Marktführer in der Kölsch Gastronomie.

Über 3000 Kneipen, Restaurants, Bars und Szenelokale führen im Regierungsbezirk Köln das feinherbe Kölsch vom Eigelstein. Entwicklungen und Trends werden daher sofort wahrgenommen.
"Wir beobachten gerade einen Generationswechsel"
so Thomas Deloy, Geschäftsleitung Bereich Marketing und PR.
"Einige traditionelle Eck- und Veedelskneipen finden keine Pächter mehr, da dort das Publikum aus vielerlei Gründen ausbleibt. Es entsteht ein Vakuum. Denn auch für junge Kölner bedeutet Kneipe Seele und Wohnzimmer. Wir nehmen uns dabei selber in die Pflicht, neue Wege zu gegen und alte Strukturen aufzubrechen."
Um einen neuen, aufgeschlossenen Wirt zu finden, der ein freistehendes Objekt bewirtschaften kann, geht Gaffel einen ungewöhnlichen Weg. Gaffel sucht die Szenekneiperin bzw. Szenekneiper per Anzeige und Plakat, im Internet über www.eigene-kneipe.de sowie mit City-Cards und Bierdeckeln. Medienpartner RTL West begleitet das Projekt aufmerksamkeitsstark im TV. Eine Jury sucht aus den Bewerbungen den geeignetsten Kandidaten.
"Wir möchten Menschen, die das Potential haben, eine Szenekneipe zu führen, eine Starthilfe geben"
so Thomas Deloy.
"Das sind aufgeschlossene Typen, die einen großen Bekanntheitsgrad haben und vielleicht eine Initialzündung brauchen, um den Weg hinter den Tresen zu finden."
Angestoßen hat das Projekt André Sauer, der mit dem Stadt Venlo einen fast 100-Jährigen Traditionsbetrieb erfolgreich in eine Musikwirtschaft umgewandelt hat. Das original Interieur wurde wieder hervorgehoben, eine Audioanlage, Beamer und Leinwand für Fußballübertragungen installiert. Schnell hatte sich in der Innenstadt herum gesprochen, dass die DJs dort gute Musik spielen: Das Venlo war stets voll.
"Wir wollen nun auch mit www.eigene-kneipe.de traditionelle Gastronomiestrukturen mit modernen Inhalten füllen"
betont André Sauer.

André Sauer gehört ebenfalls zu den Projekt-Beratern wie PR-, Gastronomie- und Marketingfachleute, die dem neuen Szenewirt die nötigen Kenntnisse mitgeben. Die Grundausstattung kommt von Gaffel. Die Brauerei investiert ins Objekt und gibt eine finanzielle Unterstützung.
"Der neue Gastronom arbeitet wirtschaftlich selbstständig. Wir geben ihm einen Anschub, der ihn in eine sichere Existenz bringt"
so Thomas Deloy, der ergänzt.
"Das Projekt ist langfristig angelegt; sollte das erste Objekt so erfolgreich anlaufen wie gedacht, werden weitere folgen."
(Quelle: Pressemitteilung vonr DIE KOELNER Agentur für Public Relations).

Die Geschichte ist wohl so eine Art von "MeinRestaurant" auf Regionalfernsehniveau. Ich begrüße sehr, daß die Eröffnung einer Kneipe thematisiert wird. Schon in meiner Kritik des Konzepts von "MeinRestaurant" habe ich angemerkt:
"Was mir an dieser Event-Doku generell nicht gefällt, ist die Vorgabe, ein Restaurant zu eröffnen. Die Sendung heißt zwar 'Mein Restaurant', doch versteht man darunter zumindest im englischen Sprachraum ein breiteres Spektrum gastronomischer Betriebsformen als in Deutschland. Die meisten der Spieler sind für ein gutbürgerliches oder gar gehobenes Restaurant völlig ungeeignet."

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