Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, April 21, 2009

Betriebliches Eingliederungsmanagement.

In der Presse kursieren Behauptungen der Gewerkschaften, Arbeitgeber dürften erkrankte Mitarbeiter nicht fragen, ob eine Erkrankung die selbe Ursache habe wie bei früheren Krankheitsfällen:Dies ist falsch. Arbeitgeber sind sogar verpflichtet, danach zu fragen, sobald die Krankheitstage zusammen genommen sechs Wochen im Kalenderjahr überschreiten.
  • Handelt es sich um eine neue Krankheit (z.B. wenn nach einer Arbeitsunfähigkeit wegen einer Lungenentzündung eine Arbeitsunfähigkeit wegen eines Beinbruchs folgt), läuft die sechwöchige Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle erneut an.
  • Handelt es sich um die selbe Krankheit (etwa wenn ein Arbeitnehmer nach einer ersten Erkrankung mit der Arbeit beginnt, es dann aber zu einem Rückfall kommt), endet nach sechs Wochen zusammen gerechnet der Anspruch auf Lohnfortzahlung und die Krankenkasse zahlt ab der siebten Woche Krankengeld.
Alternativ kann der Arbeitgeber den Arzt befragen, wenn der Arbeitnehmer den Arzt insoweit vom Arztgeheimnis entbindet. Oder er klärt mit der Krankenkasse, ob ein Anspruch auf Krankengeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle besteht. Oder er macht es wie ich und verweigert nach sechs Wochen einfach die Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle und harrt der Beschwerde, die dann folgt oder auch nicht.

Auch die Frage, ob die Krankheit beendet ist, der Arbeitnehmer also nach der Krankschreibung wieder arbeiten kann, oder eine weitere währende Arbeitsunfähigkeit droht, ist erlaubt. Schließlich muß der Arbeitgeber den Personaleinsatz planen. Die Krankenkassen fragen, wenn ein Arbeitgeber einen Antrag auf Erstattung nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz für Arbeitgeberaufwendungen bei Arbeitsunfähigkeit - U1 - stellt, sogar explizit ab, ob es sich um eine "Endabrechnung" oder eine "Zwischenabrechnung" handelt, das heißt, ob die Arbeitsunfähigkeit beendet ist oder weitere Erstattungsansprüche folgen.

Der Arbeitgeber darf nicht nur ein "Krankenrückkehrgespräch" führen, also unter anderem den Mitarbeiter fragen, ob sich aus der erlittenen Erkrankung Konsequenzen für den Arbeitseinsatz im Betrieb ergeben. Er ist seit dem 1. Mai 2004 nach Paragraph 84 Absatz 2 des Sozialgesetzbuches IX dazu verpflichtet für länger oder wiederholt kranke Mitarbeiter - wenn insgesamt eine Krankheitsdauer von sechs Wochen im Kalenderjahr erreicht wurde - ein sogenanntes betriebliches Eingliederungsmanagement anzubieten.

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