Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, April 24, 2009

Kaeseimitate auch in Schleswig-Holstein?

21.04.2009. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hatte in der letzten Woche verstärkt Anfragen zu sogenanntem "Kunstkäse" oder "Analogkäse". Es steht nicht die Frage im Vordergrund, ob dieses Produkt schädlich ist, sondern die Empörung darüber, dass diese Käseimitate den Kunden als Käse verkauft werden. Die Verbraucherzentrale stellt klar: nur echter Käse darf sich Käse nennen! Alles andere ist ein klarer Verstoß gegen bestehende Kennzeichnungsregeln.
"Es ist Verbrauchertäuschung und kein Kavaliersdelikt, wenn ein 'Gastro-Käse' oder ein 'Pizzakäse' bei näherer Betrachtung gar kein Käse ist"
so Gudrun Köster von der Verbraucherzentrale.

Bei den Imitaten, die echtem Käse täuschend ähnlich sehen, handelt es sich um industrielle Fertigprodukte bestehend aus Eiweiß, Pflanzenfetten, Verdickungsmitteln, Geschmacksverstärkern sowie Aroma- und Farbstoffen. Es gibt sie in verschiedenen Sorten oder Geschmacksvarianten und sowohl in Scheiben als auch gerieben oder geraspelt. Die im Vergleich zu Käse einfachere, schnellere und kostengünstigere Herstellung haben zu einem rasanten Anstieg dieser Warengruppe geführt.
"Es ist bisher nicht so sehr das Käseregal im Lebensmitteleinzelhandel betroffen, sondern nach unseren Informationen bundesweit eher die Gastronomie und Bäckereien sowie Fertiggerichte"
erklärt Gudrun Köster von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Nach Informationen der Verbraucherzentrale waren im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung die Käseimitate in Schleswig-Holstein im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet nicht auffällig vertreten. In 2007 gab es insgesamt nur drei Beanstandungen, in 2008 gar keine. Allerdings war die Anzahl der Überprüfungen mit 54 im Jahr 2007 und 24 in 2008 sehr gering. Die Überwachung sollte nach Meinung der Verbraucherzentrale hier aktiver werden, die Stichproben deutlich erhöhen und bei Beanstandungen die Öffentlichkeit durch Nennung von Ross und Reiter informieren. Eine aktuelle Marktbegehung der Verbraucherzentrale bei 13 Bäckereien in Kiel zeigte, dass nach Aussage des Verkaufspersonals bei der Herstellung von Käsebrötchen echter Käse verwendet wird. Allerdings war nicht überall Einsicht in das Zutatenverzeichnis möglich.

Was können Verbraucher, die Wert auf echten Käse legen, tun? Die Verbraucherzentrale gibt dazu folgende Tipps:
  • nennt sich ein Produkt zum Überbacken von Pizza z.B. "Pizza-Mix" oder "Pizza-Topping", so könnte dies ein Hinweis auf ein Imitat sein, wobei der Hersteller zu Recht das Wort Käse vermeidet.
  • ist in der Zutatenliste von Pflanzenfetten, Aromastoffen, Verdickungsmitteln oder Geschmacksverstärkern die Rede, so kann auch das ein Hinweis auf Analogkäse sein, denn echter Käse besteht aus Milch und Lab und eventuell dem Farbstoff ß-Carotin.
  • wird bei einem Brötchen oder einer Laugenstange lediglich von "überbacken" gesprochen und das Wort Käse vermieden empfiehlt es sich nachzufragen, ob es sich um echten Käse handelt.
  • in Restaurants, Imbissstuben usw. sollte bei Gerichten mit Käse gezielt gefragt werden, ob tatsächlich Käse verwendet wird. Somit ist auch das Problembewusstsein der Betreiber geweckt.
(Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein).

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