Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, April 16, 2009

Praesident des Deutschen Brauer-Bundes erfaehrt Widerspruch aus Bayern.

Irgendwie hatte ich es im Urin, daß der Beitrag "Wird Bier billiger?" nicht folgenlos bleiben würde. Schließlich geschieht es selten, daß der Präsident eines Branchenverbandes ankündigt, die von seinen Mitgliedern lautstark angestrebten Preiserhöhungen würden floppen.

Heute hält der Bayerische Brauerbund dagegen und watscht per Pressemitteilung ab:

Gestern noch hatte der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Wolfgang Burgard, vor dem Hintergrund der angespannten Wirtschaftslage in Deutschland sinkende Bierpreise prophezeit. Heute erfährt er energischen Widerspruch aus Bayern. Für sinkende Bierpreise bestehe keinerlei Spielraum, so der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes in München, Lothar Ebbertz.

In Anbetracht hoher Rohstoffkosten aus Verträgen des Vorjahres, unverändert hoher Preise für Energie und nicht zuletzt der gerade vereinbarten Lohnerhöhung um 3% sei es schlicht unredlich, beim Verbraucher Hoffnungen auf ein sinkendes Bierpreisniveau zu wecken, verlautet es aus München.

Wer unter diesen Umständen auf Preissenkungen setze, so Ebbertz, verschließe die Augen vor der Realität seiner Kostensituation. Der wolle die krisenhafte gesamtwirtschaftliche Lage offenbar aber auch ausnutzen, um unter dem Deckmantel der "Konsolidierung" der Branche den gegen den Mittelstand gerichteten Verdrängungswettbewerb im heimischen Braugewerbe noch zu verschärfen.

Opfer einer solchen kurzsichtigen Politik werde zuerst die Qualität des Produktes. Dem Verbraucher werde wider besseres Wissen vorgegaukelt, das Verhältnis zwischen Preis und Qualität sei beliebig strapazierbar.

Langfristig gefährde eine Politik, die nur auf billig setze, aber auch die Vielfalt des Bierangebots und der Braustätten, damit aber auch zahlloser Arbeitsplätze im Braugewerbe. Am Ende drohe die Wertigkeit der ganzen Getränkegattung auf der Strecke zu bleiben.
"Mit dem, was man in Bayern als 'Bierkultur' kennt und schätzt"
so der Bayerische Brauerbund in München,
"habt das dann aber nichts mehr zu tun."
(Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Brauerbundes e.V.)

Dieser heftige Widerspruch zwischen dem Deutschen Brauer-Bund und dem Bayerischen Brauer-Bund eV. kommt natürlich nicht von ungefähr:
  • Der Bayerische Brauerbund e.V. vertritt vor allem die Interessen seiner vielen kleinen und mittelständischen Mitgliedsbrauereien, die auf ihren regionalen und lokalen Märkten höhere Preise für ihre handwerklichen Biere leichter durchsetzen können.
  • Der Deutsche Brauer-Bund hingegen ist eher ein Sprachrohr der großen Brauereien und ihrer Fernsehbiere, die unter Preisdruck stehen.
Um kein Mißverständnis zu provozieren. Es handelt sich nicht um einen Konflikt zwischen Bayern und dem Rest Deutschlands, sondern um einen Konflikt zwischen großen und kleinen Brauereien, egal ob in Bayern oder außerhalb.

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