Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, Juni 30, 2009

Lebenslaeufe.

Die persönliche Reputation eines Bewerbers ist von entscheidender Bedeutung. Deshalb sind Lücken im Lebenslauf, zumindest wenn es auch andere, koschere Bewerber gibt, ein KO-Kritierium bei der Analsyse der Bewerbungsunterlagen. Macht die Bewerbung ansonsten einen sehr guten Eindruck, wird man vielleicht nachfragen, was sich hinter dieser Lücke verbirgt.

Noch negativer bewertet werden verfälschte Lebensläufe.

Auch Politiker nutzen ihre Lebensläufe, um sich ihren Wählern zu empfehlen. Ihr Problem ist dabei, daß nicht nur ein einzelner Arbeitgeber mehr oder weniger Zeit aufwendet, zu recherchieren, ob ein Lebenslauf Ungereimtheiten enthält. Auch der der politische Gegner, Journalisten und nicht zuletzt Blogger werfen einen kritischen Blick auf die veröffentlichten Lebensläufe von Politikern.

Es ist wohl kein Zufall, daß viele der Politiker, die früher in verfassungsfeindlichen Organisationen aktiv gewesen sind, ihre Mitarbeit in K-Gruppen wie dem Kommunistischen Bund Westdeutschland, der Kommunistischen Hochschulgruppe oder dem Kommunistischen Bund nicht erwähnen. So spült Jürgen Trittin in seinem Lebenslauf die Zeit seiner K-Aktivitäten weich:
"Nach seinem Abitur 1973 studierte er Sozialwissenschaften in Göttingen. Er engagierte sich im AStA der Uni und war zeitweise Präsident des Studentenparlaments. Nach dem Studium arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Pressesprecher und freier Journalist. Seit 1980 ist er Mitglied der Grünen."
Doch der Wikipedia-Eintrag über ihn enthüllt, daß er während seines Studiums Mitglied des Kommunistischen Bundes (KB) gewesen ist. Statt seinen Lebenslauf weich zu spülen, hätte er besser die Chance genutzt, einen eventuellen Wandel seiner Position zu erklären und sich von der verfassungsfeindlichen Organisation zu distanzieren.

Wenn ein Bewerber besonders bescheuert ist, korrigiert er seinen früher bereits veröffentlichten Lebenslauf um kritische Punnkte. Das ist ein gefundenes Fressen, weil man durch einen einfachen Vergleich des früheren mit dem neuen Lebenslauf herausfinden kann, was es denn zu verstecken gilt.

Die SPD-Kandidatin für das Amt der Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen hat eine Position in ihrem Lebenslauf von der Formulierung
"Unternehmensberaterin und Projektleiterin beim Zentrum für Innovation und Technik NRW (ZENIT GmbH) in Mülheim an der Ruhr"
in die Formulierung
"Unternehmensberaterin und Projektleiterin"
verkürzt. Mehr darüber: "SPD-Spitzenkandidatin Kraft gegen Ruhrbarone", in: RuhrBarone.

In einem Interview von Spiegel Online rechtfertigt die Genossin Kraft das Weglassen damit, der Text auf ihrer Homepage sei mit der Zeit einfach zu lang geworden: (Quelle: "SPD-Politikerin erzürnt Blogosphäre", in: Spiegel Online vom 29. Juni 2009).

Da es bei einer Webseite auf ein paar Wörter mehr oder weniger nicht ankommt, kann ich der ehemaligen Ministerin für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen nach diesem Einwurf Internetkompetenz nicht bescheinigen. Aber vielleicht hat sie gar nicht gewußt, was auf der Website hannelore-kraft.de veröffentlicht wird? Herausgeber ist laut Impressum die SPD Mülheim an der Ruhr und verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes der SPD-Unterbezirksgeschäftsführer Arno Klare. Es wäre aber fahrlässig, nicht zu kontrollieren, was auf einer Domain, die das persönliche Namensrecht nutzt (wohl mit Zustimmung von Hannelore Kraft), veröffentlicht wird. Kompetenz im Sinne eines guten Reputationsmanagements sieht anders aus.

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