Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, Juni 18, 2009

Piraten.

Vielerorts wird ein Niedergang der Stammtische beklagt. Zu unrecht, meine ich. Zwar mögen viele Menschen die vermeintlich antiquierte Bezeichnung "Stammtisch" nicht mehr, doch man trifft sich weiter - unter anderen Namen. Themen und soziale Zusammensetzung haben sich geändert. Immer mehr handelt es sich um Gruppen, die sich im Internet gebildet haben und sich in einem zweiten Schritt auch vor Ort treffen wollen.

Heute hat sich z.B. in meinem Bamberger Café Abseits die Gruppe "Arbeitstreffen Oberfranken" der neuen Piratenpartei gemeldet. Sie wollen sich in Zukunft regelmäßig bei uns treffen.

Die sich selbstironisch als "Piraten" bezeichnenden Mitglieder verstehen sich als Teil einer internationalen Bewegung. Anfang 2006 wurde die schwedische Piartenpartei gegründet. Bei der Europawahl 2009 erhielt sie 7,1 Prozent der Stimmen und einen Sitz im Europäischen Parlament. Siehe dazu auch: "Europawahl: Piratenpartei erhält einen Sitz in Straßburg", Tagessspiegel vom 9. Juni 2009, und "Piraten schwimmen auf Erfolgswelle", in: Tagesspiegel vom 9. Juni 2009.

Seit dem 10. September 2006 existiert die Piratenpartei Deutschland als Partei. In den Monaten zuvor hatten sich sich in einem Forum und einem Wiki Interessierte versammelt und eine Satzung und ein Grundsatzprogramm erarbeitet. In Deutschland kam die Piratenpartei bei der Europawahl bereits auf 0,9 Prozent der Stimmen. Sie hat in Deutschland bereits über 1.200 Mitglieder und wächst schnell.

Nach der ökologisch motivierten Gründung der "Grünen" und dem Übertritt von spinnerten Sozialdemokraten zur SED/PDS/Die Linken bilden die "Piraten" eine weitere Ein-Thema-Partei, die sich an der verfaulenden SPD weidet. Ihr geht es vorrangig um die informationelle Selbstbestimmung. Dieses Thema hat durchaus erhebliches Wählerpotential, erkennbar etwa an dem breiten Widerstand gegen die verfassungswidrige Volkszählung 1983. Siehe dazu auch: "SPD-Rebellen protestieren gegen Internet-Sperre", in: Spiegel vom 18. Juni 2009.

Um Gruppen, die sich im Internet bilden, auf sich aufmerksam zu machen, ist es nützlich, online präsent zu sein.

Als Gastwirt, der Gruppen beherbergt, die anecken könnten, sollte man sich als politisch neutraler Gastgeber positionieren.

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