Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, Juli 21, 2009

Gutscheine zur Finanzierung einer Sanierung.

"Hauzenberg: Wirt lässt bei seinen Gästen anschreiben", in: Mediendenk vom 12. Juli 2009 (danke für den Linktip an Simon Hengel).

Vorgestellt wird eine Idee von Johannes Leyerseder, dem Inhaber und Chefkoch des Restaurants Leyerseder im Bahnhof in Hauzenberg. Zur Finanzierung einer notwendigen Sanierung mit einem Kapitalbedarf von 80.000 Euro verkauft er Restaurantgutscheine, die erst nach einem Jahr eingelöst werden können. Die Einnahmen kommen auf ein gesondertes Konto. "Verzinst" wird das Darlehen mit einer hausgemachten Bonbonniere.

Ich kenne den Kollegen, sein Restaurant und seine Gäste nicht, und kann deshalb zum konkreten Projekt nichts sagen.

Abstrakt kann ich mir aber ein paar Anmerkungen zum Effekt von Gutscheinen auf die Finanzierung nicht verkneifen:
  • Der Verkauf von Gutscheinen verbesert generell die Liquidität. Ein gewisser Teil von Gutscheinen wird zudem nicht eingelöst, weil sie verloren gehen oder vergessen werden. Gäste, die Gutscheine kaufen, drücken damit ihr Vertrauen aus. Bei Geschenktgutscheinen werben sie für den Gastronomen, empfehlen ihn, indem sie Gutscheine verschenken.
  • Umsatzsteuer wird erst bei Leistung fällig, also beim Einlösen der Gutscheine. Bis dahin wären diese Einnahmen als Darlehensverbindlichkeiten zu buchen.
  • Die Idee, Gäste als Darlehensgeber zu suchen, ist nicht neu. Es gibt - aus der Sicht der Geldgeber - dafür erfolgreiche Beispiele, aber auch Flops. Siehe als negatives Beispiel: "Nachtclub Goya meldet Insolvenz an". Ein halbwegs erfolgreiches Beispiel: "Wo der Stammgast als Aktionär Mitbesitzer ist", in: Gastronomie-Report.de. Letztlich läuft es auf die Frage hinaus, wie gut ist das Konzept, das finanziert wird, und wie vertrauenswürdig der Kreditnehmer. Bei einem Betrieb, der seit Jahren besteht, wird das Vertrauen groß sein. Andererseits: wenn ein Betrieb bereits viele Jahr läuft: Warum kann er dann die notwendigen Kosten einer Sanierung nicht aus den laufenden Erträgen finanzieren? Warum hat er keine Rückstellungen dafür bilden können? Etwas anders sieht die Frage aus, wenn Geld für eine Erweiterungsinvestition benötigt wird.
  • Gutscheine schützen die Käufer nicht vor einer Insolvenz des Betreibers, bevor sie eingelöst werden können. Aber sie sind immer noch besser als eine graue Kapitalbeteiligung etwa in Form von "Genussscheinen" mit langen Kündigungs- und/oder Rückzahlungsfristen. Siehe dazu das Beispiel: "Pralinen machen und naschen".
Siehe dazu auch: "Hilfen bei der Finanzierung von Existenzgründungen im Gastgewerbe".

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Kommentare:
Und es hat geklappt!! Unbedingt anschauen! Weit und breit das gemütlichste und wärmste Restaurant!! toiletten - ohne Worte!!
Die Küche war ja eh schon immer die Beste!!!
 
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