Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, Juli 09, 2009

Kostenlose Angebote.

Alle paar Jahre wieder kocht das Thema kostenlose Angebote hoch. Siehe dazu meinen Beitrag aus dem Jahre 2004: "Kostenlos fliegen".

Burkhard Schneider ("'Freibier' gibt es mittlerweile in fast allen Branchen", in: Best Practice Business vom 9. Juli 2009) hat eine schöne Zusammenstellung kostenloser Angebote in verschiedenen Branchen entdeckt: "80 Things You Can Get For Free", in: Trendhunter vom 14. Juni 2009. Darunter sind zahlreiche Beispiele aus der Gastronomie. Fünf davon möchte ich Ihnen vorstellen:
  • "Free Food Frenzies". Die Sandwichkette Arby's verschenkt jeden Mittwoch bis zum 26. August 2009 in Nordamerika ein wechselndes Sandwich. Ein Getränk dazu muß gekauft werden. Man nutzt diese Aktion, neue Sandwich-Varianten bekannt zu machen.
  • "Free Foodvertising". Die Restaurantkette Denny's ("Breakfast, Lunch & Dinner") hat ein kostenlosen "Grand Slam"-Frühstück angeboten. Im Unterschied zu einem 1-Dollar-Angebot von Ikea, hinter dem sich ein kleines Frühstück verbirgt, bestand das kostenlose Frühstück von Denny's aus zwei Pfannkuchen, zwei Eiern, Speck und Würstchen. Zwei Millionen kostenlose Frühstücke wurden ausgegeben. Der Zugriff auf die Website explodierte von 350.000 Visits am Tag auf mehr als 2 Millionen Besuche am Tag nach einem Superbowl-Spot mit dem Angebot.
  • "Gratis Sandwiches for Goodwill". Wieder ein Beispiel der Restaurantkette Denny's. Wer einen Freund mitbringt, bekommt für diesen ein kostenloses Sandwich.
  • "Free Hot Dogs". Die Oscar Mayer hot dog company feierte ihren Sieg in einem Geschmackstest gegen ihre härtesten Rivalen mit Gutscheinen für ihre ausgezeichneten Oscar Mayer Jumbo Beef Franks im Wert von insgesamt 1 Million US-Dollar.
  • "Freeconomics & Food". McDonalds verschenkte 2 Millionen McSkillet Burritos, das sind Wraps mit Eiern, um sein Frühstücksangebot bekannter zu machen. Die Gäste mußten dazu aber ein mittleres oder großes Getränk kaufen. Solche Getränke sind extrem profitabel.
  • "Starbucks To Give Away 500,000 FREE Cups of Coffee". Starbuck's verschenkte in einem zeitlich engen Fenster Kaffeegetränke.
Die erwähnten Angebote dienen primär dazu, Zeiten, in denen weniger los ist, besser auszulasten, Produkte, die weniger gut laufen, bekannt zu machen, oder Gäste erstmals in den Betrieb zu locken in der Hoffnung, daß sie wieder kommen.

Dabei ist die Frage, welche Produkte und Dienstleistungen man kostenlos und welche kostenpflichtig anbietet, generell zu prüfen, unabhängig von temporären Überlegungen, den Absatz anzukurbeln. Jedes Unternehmen offeriert bestimmte Produkte und Dienstleistungen kostenlos, auch wenn es sich vielleicht dessen gar nicht bewußt ist oder sich gefragt hat, ob das sein muß. So verschenken die meisten Versandhändler, die (noch) mit gedruckten Katalogen arbeiten, ihre Kataloge, tragen die Distributionskosten oder unterstützen die Abnahme sogar mit Prämien, etwa einem Gutschein, den man bei der Erstbestellung einlösen kann. Andere verlangen für ihren Katalog Geld oder verkaufen ihn sogar, etwa in Bahnhofsbuchhandlungen.

Auch in der Gastronomie gibt es ein breites Spektrum an Varianten für die Speisekarten als Pendant zu den Katalogen der Versandhändler:
  • Joey's Pizza verteilt Flyer in alle Haushaltungen der Einzugsgebiete seiner Filialen.
  • Burger King, McDonald's und Subway verteilen Zusammenstellungen von Gutscheinen, die zugleich einen gewissen Überblick über ihr Angebot vermitteln.
  • Viele Gastronomen wählen kostengünstige Herstellverfahren und verschenken ihre Speisekarten, wenn man nachfragt.
  • Aufwendig hergestellte Speisekarten werden häufig zum Kauf angeboten. Ich rate solchen Gastronomen, wenigstens einfachere Speisekarten, etwa die eingelegten Blätter oder bilige Kopien bereitzuhalten, wenn ein Gast sich mehr für den Inhalt der Karte als die Karte als Kunstdruckwerk interessiert.
Dumm ist es, Prdukte und Dienstleistungen zwar kostenlos anzubieten, nicht aber zu versuchen, damit bei seinen Gästen zu punkten. Haben Sie schon eine Liste der Produkte und Dienstleistungen erstellt, die sie kostenlos anbieten. Denken Sie auch an ausliegende Zeitungen, Zeitschriften, Spiele, Sitzkissen in der Aussengastronomie, Hintergrundmusik, Zugaben zum Kaffee und vieles mehr? Haben Sie auch schon überlegt, Produkte und Dienstleistungen, die es üblicherweise in der Gastronomie kostenlos gibt, stattdessen kostenpflichtig anzubieten? Siehe dazu auch meine früheren Beiträge:Mehr über das Thema "Free" finden Sie in dem Buch "Free: The Economics of Abundance and Why Zero Pricing Is Changing the Face of Business" von Chris Anderson. Nahelliegend gibt es dieses Buch auch als kostenloses Hörbuch (285 MB).

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