Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, Juli 19, 2009

Oberbuergermeister kritisiert die Gastronomie seiner Stadt.

Recht ungewöhnlich ist die öffentliche Kritik eines Oberbürgermeisters an der Qualität der Gastronomie seiner Stadt: "OB watscht Gastronomie", in: Weissenburger Tagblatt vom 17. Juli 2009.

Was er aus persönlicher Erfahrung kritisiert hat:
  • Eine Bedienung habe ihm beschieden, ein Gericht von der Speisekarte sei aus. Auch ich ärgere mich vorschnell, wenn ein von mir gewähltes Gericht aus ist. Eigentlich kann man daraus aber eher schließen, daß die Speisen (täglich) frisch zubereitet werden. Die Bamberger Brauereigaststätte Schlenkerla interpretiert die mangelnde Verfügbarkeit einer Speise gar als Qualitätsindikator:
    "Tradition und Qualität sind in unserem historischen Brauereiausschank der Maßstab. Wir bieten Ihnen fränkische Spezialitäten, die täglich frisch zubereitet werden, und von daher kann es durchaus vorkommen, daß einzelne Gerichte bereits vor Küchenende (22 Uhr) ausverkauft sind."
  • In einem Lokal habe er ein Tagesangebot von der Speisekarte gewählt. Man habe ihm dann aber gesagt, es sei noch nicht aufgetaut. Ich halte es zwar in der Regel auch für ungeschickt, Tagesgerichte vorzubereiten und einzufrieren, weil der Energieaufwand für das Einfrieren in der Regel ungünstig ist. Aber gegen Entzerrung von Vorbereitung und Zubereitung etwa mit Cook & Chill sprechen weder lebensmittelhygienische noch - abhängig von der Art der Speise - kulinarische Gründe. Meistens wird man aber mit Cook & Serve arbeiten, also produzieren und zeitnah ausgeben. Einem Gast kann dies aber an sich egal sein. Ihn sollte nur die Qualität interessieren, die auf dem Teller ist.
  • Man habe ihm, nachdem man ihn als Oberbürgermeister erkannt habe, Eintritt gewährt, obwohl man zuvor verkündet habe, das Restaurant sei bereits geschlossen. Aus meiner Stadt Bamberg kenne ich nur die schönere Geschichte aus der Zeit als es noch längere Sperrzeiten gegeben hat. Ein Oberbürgermeister hat, als er so richtig beim Feiern gewesen ist und nicht nach Hause wollte, kurzerhand die Sperrstunde in einem mündlichen Verwaltungsakt aufgehoben.
  • Es passiere Gästen, daß die Schweinebratensoße vom Vorgänger auf der Tischdecke klebe. Was haben auf einem fränkischen Wirtshaustisch Tischdecken zu suchen? Ein blanker Wirtshaustisch ist schnell sauber gewischt.