Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, August 02, 2009

Hoehere Mehrwertsteuer.

Prof. Dr. Clemens Fuest, Forschungsdirektor des Centre for Business Taxation an der Universität Oxford und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfinanzministerium, erklärt Ihnen, warum in den nächsten Jahren die Mehrwertsteuer und die Grundsteuer erhöht werden werden: "Der Griff zur Mehrwertsteuer ist alternativlos", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 1. August 2009:
"Insgesamt gibt es zu einer Erhöhung der Mehrwertsteuer in den nächstem Jahren keine überzeugende Alternative. Ein Ausbau der Steuern auf Grundvermögen sollte ebenfalls verfolgt werden, kann aber nur ergänzende Funktion haben. Diese Perspektive ist ernüchternd, aber nur Ausdruck der Tatsache, dass die Handlungsmöglichkeiten der Steuerpolitik in einer globalisierten Volkswirtschaft beschränkt sind."
Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag "Höhere Grundsteuern".

Ich gehe davon aus, daß in den nächsten Jahren, sowohl der allgemeine Mehrwertsteuersatz erhöht wird, etwa von 19 auf 25 Prozent, als auch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz ganz oder weitestgehend abgeschafft werden wird. Fraglich ist nur, ab wann. In den Jahren 2010 und 2011 ist die Krise vermutlich noch nicht überwinden. In den Jahren 2012 und 2013 hat die Bundesregierung Angst angesichts der nächsten Bundestagswahl 2013. Also wird man vermutlich ab 2014, eventuell verteilt über ein paar Jahre, die Mehrwertsteuer in der beschriebenen Weise massiv erhöhen.

Was dies z.B. für ein Mittagessen in der Schulverpflegung bedeutet? Ein Essen, das zur Zeit bei 7% Mehrwertsteuer 3,50 Euro kostet, würde sich auf 4,09 Euro verteuern, also um knapp 17 Prozent. Um den selben Prozentsatz würden sich Lebensmittel im Einzelhandel, beim Metzger und Bäcker verteuern.

Insoweit dann in rivalisierenden Ländern niedrigere Mehrwertsteuersätze für gastgewerbliche Produkte und Dienstleistungen gelten, wird sich die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Gastgewerbes, aber auch von Messen, Kongressveranstaltern usw. verschlechtern.

Kommentare:
3,5 Euro incl 7% UmSt = 3,27 netto + 19% = 3,89 Euro (= +11% ca).
 
Ich habe beide Effekte (Abschaffung des ermaessigten Mehrwertsteuersatzes fuer Speisen, die nicht an Ort und Stelle verzehrt werden, sowie die angedachte Erhöhung des allgemeinen Mehrwertsteuersatzes von zur Zeit 19 auf 25 Prozent berücksichtigt:

3,5 Euro incl 7% UmSt = 3,27 netto + 25% = 4,09 Euro (= +17% ca).
 
Nun, es geht ja gar nicht darum, den Wettbewerb zu stärken, sondern möglichst viel Geld einzunehmen ... damit man es irgendwo verschludern kann ... nachhaltige, sinnvolle Politik macht ohnehin keiner. Hauptsache, man bedient seine Lobbys und Wähler!
Mahlzeit ...
 
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