Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, September 19, 2009

Hausrecht im Festzelt.

Tittengeile Boulevardzeitungsfotografen müssen beim Oktoberfest draußen bleiben: "Der bayerische Busenblitzer-Bann", in: Spiegel vom 18. September 2009.

Der Vorwurf, die Festzeltwirte würden die Pressefreiheit behindern, ist abstrus. Fotos von barbrüstigen Festzeltbesucherinnen sind nicht von öffentlichem Interesse. Das Recht, sich "aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten" wird nicht berührt. Journalisten können über entblößte Busen weiterhin berichten - ohne sie abzubilden. Fotos davon haben keinen eigenen Informationswert.

Der Bayerische Journalisten-Verband sieht dies in seiner Presseerklärung vom 17. September 2009 anders:
"BJV verurteilt Vorzensurbedingungen auf dem Oktoberfest

Veranstalter wollen kein Abbild der Realität in den Medien finden und greifen massiv in die Bildberichterstattung ein. Fotografen und Kamera-leute werden zu Erfüllungsgehilfen der PR-Abteilungen degradiert.

München - Pressefotografen und Fernsehteams werden dieses Jahr massiv an der Ausübung ihres Berufes gehindert. Dabei arbeiten das Münchener Tourismusamt und einige Festzeltbetreiber mit einer ganz ähnlichen Zielsetzung: Vom Oktoberfest sollen keine Fotos oder Filme von Betrunkenen oder von Besucherinnen, die ihre T-Shirts hochziehen, in den Medien erscheinen.

Die Pressestelle des Hofbräuhauses lässt sich bereits im Vorfeld bei der Akkreditierung per Unterschrift zusichern, dass weder Betrunkene noch Busen abgelichtet werden. Meist werden die Fotografen im Zelt von Sicherheitskräften oder von einem Mitarbeiter der Presseabteilung begleitet. Auch andere Zeltbetreiber versuchen zunehmend in diese Richtung Einfluss zu nehmen und berufen sich dabei auf ihr Hausrecht.

Das Münchener Tourismusamt forderte TV-Filmteams auf, täglich eine Liste der geplanten Themen zusammen mit den Akkreditierungsunterlagen abzugeben. Danach entscheidet das Amt über die Erteilung einer Drehgenehmigung, die in mindestens einem Fall ohne ersichtlichen Grund tatsächlich verweigert wurde.

Dr. Wolfgang Stöckel, Vorsitzender des BJV, kommentiert das Verhalten mit klaren Worten: 'Das Oktoberfest ist nicht nur heile Welt. Die Berichterstattung über das Großereignis ist von öffentlichem Interesse. Die Vorzensurmaßnahmen belegen, dass das Recht auf uneingeschränkte Berichterstattung auf dem Altar des Kommerzes geopfert wird.'"
Der Vorwurf, das Recht auf uneingeschränkte Berichterstattung würde auf dem Altar des Kommerzes geopfert, fällt auf die Journaille zurück. Fotos von barbüßigen Festzeitbesucherinnen zu schießen und zu veröffentlichen, dient allein dem kommerziellen Interesse der Boulevardpresse. Es wäre gesscheiter, der BJV würde tittengeile Pseudo-Foto-Journalisten aus seinem Verband ausschließen.

Kommentare:
Das Hausrecht wurde bereits auf dem Altar der Tabakkontrolle geopfert: Private Räume wurden zu öffentlichen Räumen erklärt, der Hausherr wurde eines seiner Rechte beraubt.
Die Journalisten verletzen mit diesen Fotos klar das Persönlichkeitsrecht der fotografierten Personen.
 
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