Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, September 16, 2009

Medienkompetente Sozis.

Das Verhältnis von Parteizeitungen und den Prinzipien journalistischer Wahrheit ist nicht selten widersprüchlich. Das "Vorwärts", die Zeitung der SPD, reiht sich insoweit in die Tradition ein von "Stürmer", "Prawda" und "Neues Deutschland":
  • Karsten Wenzlaff spricht in seinem Kommentar ausgerechnet der Piratenpartei die Medienkompetenz ab: "Der Piratenpartei fehlt die Medienkompetenz". Sein Beweis ist hanebüchen:
    "Und auch bei dem Besetzen von politischen Inhalten ist die Partei nicht besonders schlagkräftig. Dazu gehört zum Beispiel, dass man Themen frühzeitig besetzt. Während mitterweile in fast allen großen Online-Medien heftig über die Hass-Martin-Stefan-Raab-Episode diskutiert wird, so ist von der Piratenpartei dazu nichts zu hören.."
  • Zugleich muß der Vorwärts-Chefredakteur Uwe-Karsten Heye eine für den "Vorwärts" und die SPD peinliche Entschuldigung veröffentlichen. Ich zitiere daraus und kann mir Anmerkungen nicht verkneifen:
"In der letzten Ausgabe vor der Wahl hat die Redaktion prominente öffentliche Unterstützung für den Deutschland-Plan des Kanzlerkandidaten publiziert. Alle im Heft aufgeführten Prominenten haben sich öffentlich positiv zum Deutschland-Plan geäußert - einschließlich des DGB-Vorsitzenden Michael Sommer und der Vorsitzenden der beiden Einzelgewerkschaften IGBCE, Hubertus Schmoldt, und IG-Metall Berthold Huber. Sie wurden auch korrekt zitiert."
Aber die Quelle des Zitats wurde nicht angegeben und so der falsche Eindruck provoziert, es handele sich um jüngste Äußerungen im Zusammenhang der Bundestagswahl. Zu einem Zitat gehört immer auch die Quelle, verlangt auch das Urheberrecht.
"Allerdings ist durch ein Missverständnis innerhalb der Redaktion versäumt worden, das ausdrückliche Einverständnis für die Zitierung im gewählten redaktionellen Rahmen des 'vorwärts' einzuholen. Wenn dadurch der Eindruck einer einseitigen Parteinahme für den Kanzlerkandidaten und die SPD entstanden sein sollte und damit die Neutralitätspflicht der Gewerkschaften tangiert wäre, bedauert die Redaktion dies ausdrücklich. Es war nicht unsere Absicht, einen solchen Eindruck zu erwecken."
Genau dieser Eindruck, die zitierten Gewerkschaftsbonzen würden zur Wahl der SPD auffordern, sollte wohl entstehen. Ansonsten macht der ganze Beitrag keinen Sinn. Die Redaktino des "Vorwärts" wäre naiv, wenn sie davon ausgegangen sein sollte, die zitierten Gewerkschaftsbonzen hätten ihr Einverständnis gegeben, wenn man sie gefragt hätte. Die einzige vernünftige Erklärung, warum man sie nicht gefragt hat, ist, daß man davon ausgegangen ist, sie hätten ihr Einverständnis nicht erklärt, und deshalb erst gar nicht gefragt hat.