Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Qualitaetsstandards für die Verpflegung in Tagesei... » | Amtsanmaßung. » | Thueringer Gastgewerbe: Positive Entwicklung bei ... » | Clemens Wilmenrod - Es liegt mir auf der Zunge. » | Gender-Marketing bei Lebensmitteln. » | Austernperle in der Küche » | Koppelin stellt sich dumm. » | Altbacken. » | Touristikunternehmen polemisieren gegen Mehrwerter... » | Ausbildung in der brasilianischen Gastronomie »


Freitag, November 27, 2009

Hotel- und Gaststaettengewerbe sieht Hoffnungsschimmer Konjunkturumfrage im Thueringer Gastgewerbe.

Erfurt, 27. November 2009 / Zeitgleich mit dem DEHOGA Bundesverband stellt der DEHOGA Thüringen die Ergebnisse des Branchenberichts Gastgewerbe Sommer 2009 Ausblick Winter 2009/2010 vor. Die Einschätzungen der zurückliegenden Sommersaison durch die Thüringer Hotellerie und Gastronomie sind dabei positiver ausgefallen als noch im Vorjahr. Allerdings sehen beide mit negativen Erwartungen in Richtung kommende Wintersaison.

Die Wirtschaftskrise scheint im Thüringer Hotel- und Gaststättengewerbe insgesamt in abgeschwächter Form anzukommen, obgleich dabei große Unterschiede zu verzeichnen sind. Der Umsatz der Branche sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Zeitraum Januar bis September 2009 um 4,2%. Bereinigt um Preisschwankungen (real) gab es ein Minus von 6,3%. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik nun am Dienstag dieser Woche mitgeteilt hat, konnte das Thüringer Gastgewerbe im Vergleich der ersten drei Quartale des Jahres 2009 mit dem Vorjahreszeitraum einen nominalen Umsatzzuwachs von 0,4 Prozent verzeichnen. Preisbereinigt wird daraus aber ein realer Umsatzrückgang von 1,8 Prozent.

Im Frühjahr, nach ihren Erwartungen für die Sommersaison 2009 befragt, sagten nur 27,2 Prozent der Thüringer Gastronomen, dass sie mit einer guten Entwicklung rechnen und 27,1 Prozent erwarteten gar eine ungünstigere Entwicklung als in der vorangegangenen Saison. In der aktuellen Herbstumfrage sagten nun 31 Prozent der befragten Thüringer Gastronomen, dass die Sommersaison 2009 für sie gut gelaufen ist und nur 18,3 Prozent sagen, dass diese als schlecht zu beurteilen wäre.

Für die Befragten lief nach eigener Einschätzung die Sommersaison 2009 etwas besser als die in 2008. Vor allem konnten sich die Gastronomen über mehr Gäste freuen. 28,2 Prozent gaben Steigerungen bei der Gästezahl und 26,8 Prozent eine Steigerungen beim Umsatz an. Dies verhehlt allerdings nicht, das 42,3 Prozent über gesunkene Umsätze klagen, was im Jahr davor allerdings noch 57,7 Prozent angegeben hatten. Auch beklagten 55,3 Prozent sinkende Erträge (im Vorjahr noch 69,2 Prozent) und 46,7 Prozent gaben gesunkene Investitionen an.

Was die Erwartungen der Thüringer Gastronomen für die vor ihnen liegende Wintersaison betrifft so sind diese zwar etwas weniger negativ als noch im Jahr 2008 , aber trotzdem rechnet auch hier die Mehrheit der Befragten mit sinkendem Umsatz, Ertrag und Investitionen. Nur knapp 10 Prozent gaben an, dass sie damit rechnen ihre Investitionen weiter steigern zu können.

Was nun die Thüringer Beherbergungsbetriebe betrifft, so schätzen die befragten Unternehmen die Entwicklung der Sommersaison 2009 ebenfalls besser ein als die Sommersaison 2008. Steigende Zimmerauslastung und Umsätze verzeichnete mit 38 Prozent bzw. 37,5 Prozent mehr als ein Drittel der Befragten. Ein Viertel der Unternehmen gab gestiegene Investitionen und Erträge an. Allerdings muss auch klar gesagt werden, dass fast 45 Prozent gesunkene Erträge hinzunehmen hatten. Diese Zahl hatte im Jahr 2008 noch bei 56,4 Prozent gelegen.

Dass aber die Wirtschaftskrise sich durchaus auch bei den Thüringer Hoteliers bemerkbar macht, zeigten vor allem die Wortmeldungen der Befragten. Immer wieder war hier zu lesen, dass die Zahl der Geschäftsreisen und Tagungen stark zurückgegangen sei und vermehrt günstige Packages und Rabatte nachgefragt werden. So schrieb ein Hotelier: Im privaten Bereich verzeichnen wir keine Buchungsrückgänge; im Tagungs- sowie im Businesssegment sind diese zu verzeichnen. Tagungen werden oft kurzfristig storniert.

Die Gesamtsituation schlägt sich natürlich auch in einer verkürzten Aufenthaltsdauer und sinkenden Restaurantumsätzen nieder. Gleichzeitig werden die Themen Service und Qualität für die Gäste immer zentraler: Allerdings besteht die Bereitschaft der Gäste für besondere Produkte und Qualität mehr zu zahlen, so das Resümee einiger der befragten Unternehmer.

Von einer positiven Stimmung mit Blick auf die bevorstehende Wintersaison kann leider bei den Thüringer Hoteliers keine Rede sein. Hier ist die Erwartungshaltung durchweg negativer als noch im Jahr zuvor. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, ist doch die weitere Auswirkung der Wirtschaftskrise insbesondere für das Übernachtungsgewerbe kaum vorhersehbar.

Die Hälfte der Befragten rechnet für die kommende Saison mit sinkenden Umsätzen. 47,4 Prozent sagen sinkende Investitionen voraus und 43,8 Prozent sinkende Umsätze.

Aber es muss dabei auch ausgeführt werden, dass circa jeder siebente Hotelier für die bevorstehende Wintersaison von steigenden Umsätzen ausgeht. Knapp 12 Prozent gehen von steigender Zimmerauslastung und steigendem Ertrag (12,8 Prozent) aus.

Dies zeugt davon, dass der gastgewerblichen Branche der dringend notwendige Optimismus und die damit verbundene Bereitschaft zu oft dringend notwendigen Investitionen fehlt und stattdessen Verunsicherung vorherrscht.

Befeuert wird diese unklare Lage auch aufgrund der ausstehenden Regierungsentscheidung zur Reduzierung der Mehrwertsteuersätze für die Hotellerie. Ich appelliere an unsere Politiker auf Bundesebene die vereinbarte Reduzierung ab Januar 2010 im Dezember durch den Bundesratsbeschluss erfolgreich in Kraft zu setzen. Explizit sei noch einmal darauf hingewiesen, dass aber auch die eklatante wettbewerbsrechtliche Benachteiligung der Gastronomie mit einer 19-prozentigen Besteuerung gegenüber der sieben-prozentigen Besteuerung des Lebensmitteleinzelhandels etwa bei Bäckern oder Fleischern endlich beseitigt werden muss, so Dirk Ellinger, Geschäftsführer des DEHOGA Thüringen.

Die öffentliche Diskussion um Subventionen ist unerträglich, es geht für unsere Branche lediglich um fairen Wettbewerb, der in einem marktwirtschaftlichen System verankert ist. Mehr als 85 Prozent der Unternehmen sind kleinere und mittlere insbesondere aber Familienbetriebe. Alle Unternehmer im Hotel- und Gaststättengewerbe fordern eine dringende Entlastung für Preisgestaltung, Mitarbeiter und notwendige Investitionen, so Ellinger weiter.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Thüringen).