Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, Dezember 03, 2009

Rat der Ahnungslosen.

In Bezug auf die geplante Einführung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Übernachtungen ist in den Tageszeitungen viel Unsinn zu lesen. Insbesondere werden angeblich hohe Bürokratiekosten bemängelt. So schreibt der Normenkontrollrat in seiner Stellungnahme (zitiert vom Handelsblatt - "Bürokratiekosten für Hotels explodieren" vom 3. Dezember 2009):
"In Anbetracht der hohen Fallzahlen können relevante Kosten entstehen, da sich die Zahl der Buchungssätze, und dadurch auch die Bürokratiekosten, verdoppeln."
Dies ist falsch. Die Anzahl der Buchungssätze erhöht sich nicht. Der Zahlungseingang etwa einer Übernachtung incl. Frühstück bzw. die Forderung gegenüber dem Kunden wird nur auf zwei Erlöskonten (mit verschiedenen Mehrwertsteuersätzen) aufgeteilt.

Gegenüber der "Saarbrücker Zeitung" behauptet der stellvertretende Vorsitzende des Normenkontrollrats, Wolf-Michael Catenhusen (SPD):
"Hotels müssen künftig für Übernachtungen, Frühstück oder Saunabenutzung eine unterschiedliche Rechnungslegung vornehmen."
Es sei mit zusätzlichen Kosten in zweistelliger Millionenhöhe zu rechnen "für die Hotels, aber auch für Firmen, die Geschäftsreisen abrechnen müssen."

Es handelt sich nicht um eine "unterschiedliche Rechnungslegung" sondern um das Schreiben einer Rechnung mit Produkten bzw. Dienstleistungen, für die unterschiedliche Mehrwertsteuersätze gelten. Das ist bislang bereits Übung, etwa wenn Produkte berechnet werden, für die der reduzierte Mehrwertsteuersatz bereits heute gilt. Auch für die Unternehmen als Kunden ist die Verbuchung von Rechnungen mit unterschiedlichen Vorsteuersätzen tägliche Praxis. Wenn das so schrecklich aufwändig wäre, sollte der Normenkontrollrat sich für die Abschaffung unterschiedlicher Mehrwertsteuersätze aussprechen.

Aber so ist das, wenn sich ein Latein- und Geschichtslehrer als angeblicher Experte zu einem Theme äußert, von dem er keine Ahnung hat.

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