Gastgewerbe Gedankensplitter



Freitag, Juli 31, 2009

Volkssturm.

Die Piratenpartei wird sich freuen. Super-Daddy SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, dem die SPD die Wahlkampführung nicht zutraut, ist Mitglied im Schattenkabinett von Steinmeier geworden, ausgerechnet zuständig für Neue Medien.

Der Berliner Unternehmer und Finanzjongleur Harald Christ mit Zweitwohnsitz Kapstadt soll wirtschaftliche Kompetenz einbringen. Daß sich Harald Christ für die SPD engagiert, verwundert mich nicht. Als Unternehmer berät er insolvenzgefährdete mittelständische Unternehmen und kauft sie auf. Die SPD sorgt dafür, daß es ihm nicht an notleidenden, mittelständischen Unternehmen mangelt. Mehr darüber: "Harald Christ kauft Möbelfirma", in: Tagesspiegel vom 1. Juli 2009. Zudem soll er, da Steinmeier Klaus Wowereit nicht ins "Regierungs-Team" aufnehmen wollte, schwule Wähler für die SPD mobilisieren.

Im Schattenkabinett sind auch die noch amtiererenden Bundesminister der SPD, gewissermaßen als Schatten ihrer selbst. Ausgenommen ist die ehemalige Funktionärin des Kommunistischen Bundes Westdeutschland, die noch amtierende Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Ihr wurde während ihres Urlaubs in Spanien ihr Dienstfahrzeug der S(chweine)-Klasse geklaut. Dadurch ist herausgekommen, daß sie ihren privaten Urlaub mit unaufschiebbaren amtlichen Terminen wie einer Stipvisite bei einem Dorfbürgermeister ihres Vertrauens und einem Kurzvortrag vor deutschen Rentnern verknüpft hat und dafür ihren Dienstwagen samt Fahrer nach Spanien hat kommen lassen: "Ulla Schmidts Dienstwagen in Spanien geklaut", in: Spiegel vom 25. Juli 2009.

Daß einzig Gute was man über das "Regierung-Team" von Steinmeier sagen kann, ist, daß linke Spinner wie Niels Annen und Franziska Drohsel nicht dabei sind. Sie werden sich nach der Bundestagswahl zu rächen wissen.

Donnerstag, Juli 30, 2009

Bierabsatz im ersten Halbjahr 2009 um 4,5% gesunken.

WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben deutsche Brauereien und Bierlager 49,3 Millionen Hektoliter Bier im ersten Halbjahr 2009 abgesetzt. Das waren 2,3 Millionen Hektoliter oder 4,5% weniger als im ersten Halbjahr 2008. Damit bleibt der Trend zum rückläufigen Bierabsatz erhalten. Zugleich war dies seit Berechnung einer gesamtdeutschen Bierabsatzstatistik im Jahr 1991 der niedrigste Bierabsatz in einem ersten Halbjahr. Wesentliche Faktoren für die Entwicklung des Bierabsatzes waren neben den Witterungseinflüssen auch die aktuellen Bierpreis­erhöhungen und das Rauchverbot in der Gastronomie.

In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

Stärker als der Bierabsatz sank der Absatz von Biermischungen - Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften oder anderen alkoholfreien Zusätzen -, der im ersten Halbjahr 2009 um 7,4% auf 2,1 Millionen Hektoliter zurückging.

85,5% des gesamten Bierabsatzes im ersten Halbjahr 2009 waren für den Inlands­verbrauch bestimmt und wurden versteuert. Die versteuerte Menge verringerte sich um 4,1% auf 42,2 Millionen Hektoliter. Steuerfrei (Exporte und Haustrunk) wurden 7,2 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt (- 7,1%). Davon gingen 5,5 Millionen Hektoliter (- 8,2%) in EU-Länder, 1,5 Millionen Hektoliter (- 2,9%) in Drittländer und 0,09 Millionen Hektoliter (- 6,0%) unent­geltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien.

(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes)

Labels: ,


Mittwoch, Juli 29, 2009

DEHOGA legt Wahlcheckliste zur Bundestagswahl vor.

(Berlin, 29. Juli 2009) Mit Blick auf die Bundestagswahl am 27. September 2009 fragt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) die Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien, welche politischen Maßnahmen sie für das Gastgewerbe planen. In seinem Wahlcheck 09 macht der DEHOGA deutlich, wo die Branche konkret der Schuh drückt und fordert die Politiker zur eindeutigen Positionierung auf.
"Wir wollen wissen, wer an der Seite der Hoteliers und Gastronomen steht"
erklärt DEHOGA-Präsident Fischer.
"In einer Zeit der Krise, die das Gastgewerbe hart trifft, erwarten wir deutliche Entlastungen statt neuer Belastungen."
Zentrales Branchenanliegen ist der reduzierte Mehrwertsteuersatz. Darüber hinaus mahnen die gastgewerblichen Unternehmer Korrekturen bei der Unternehmenssteuer, beim Arbeitsrecht und beim Urheberrecht sowie eine Alkoholpolitik mit Augenmaß an.
"Wir erwarten eine nachhaltige Stärkung des Tourismusstandortes Deutschland"
sagt Fischer.
"Davon werden alle profitieren."
"Unsere Branche ist standortgebunden"
hebt der DEHOGA-Präsident hervor.
"Wir verlagern unsere Betriebe nicht ins Ausland, sichern und schaffen hier Arbeits- und Ausbildungsplätze und zahlen hier unsere Steuern. Die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes wäre für unsere Branche das beste Konjunkturprogramm."
Die massiven Wettbewerbsnachteile für die Hotellerie und Gastronomie in Deutschland müssten endlich beseitigt werden:
"Wir fordern keine Privilegierung, sondern fairen Wettbewerb in Europa und Gleichbehandlung innerhalb Deutschlands"
betont der DEHOGA-Präsident. Eine reduzierte Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe, wie sie heute schon für den Lebensmitteleinzelhandel und das Lebensmittelhandwerk gelte, schaffe Spielräume an der Preisfront, bei Investitionen sowie bei der Mitarbeiterentlohnung und Mitarbeiterqualifizierung.
"70.000 neue Arbeitsplätze in unserer Branche wären machbar"
berichtet Fischer.
"Mit dem DEHOGA-Wahlcheck legt das Gastgewerbe seine Handlungsanweisung für mehr Wachstum und Beschäftigung in Deutschland vor"
so Fischer.
"Selbstständigkeit, unternehmerische Risikobereitschaft und Verantwortung müssen sich endlich wieder lohnen. Hieran werden Hoteliers und Gastronomen die Konzepte der Kandidaten und Parteien messen."
Die Antworten der Kandidaten auf die Fragen des Gastgewerbes werden auf der Internetseite des DEHOGA Bundesverbandes www.dehoga.de veröffentlicht. Hier steht auch der DEHOGA-Wahlcheck 09 zum Download zur Verfügung.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA-Bundesverbandes).

Labels:


Sonntag, Juli 26, 2009

Mausetot nach 18 Stunden Arbeit.

Für eine Wahlkampfsendung des Zweiten Deutschen Fernsehens zugunsten der Grünen hat Claudia Roth, die Bundesvorsitzende der Grünen, drei Tage lang den Alltag mit Hermine Sperber tauschen können, der 48-Jährigen Wirtin des Brauereigasthofs Sperber-Bräu in Sulzbach in der Oberpfalz: "Wenn Claudia Roth in der Oberpfalz kellnert", in: Die Welt vom 25. Juli 2009.

Mehr darüber vom ZDF: "'Bitte nix Grünes'". Darin heißt es, Claudia Roth gebe zu, die Berliner Politik sei "weit weg ist von dem, was die Menschen betrifft".

Die Sendung "Drei Tage Leben - Claudia Roth" wurde am 25. Juli 2009 ausgestrahlt. Sie kann noch einige Tage in der ZDF-Mediathek angeschaut werden.

Anmerkung: Die Sperber-Bräu ist für ihr "Zoigl Dunkel" und "Zoigl Pilsner Brauart" mit dem European Star Award ausgezeichnet worden ist. Mehr darüber: "Zoigl-Bier".

Samstag, Juli 25, 2009

Werbung mit Preisspannen.

Ist es rechtlich zulässig, wenn man für ein Hotel wirbt eine Unter- und Obergrenze für den Preis der Hotelzimmer anzugeben, auch wenn in der untersten Preiskategorie nur ein Zimmer pro Zimmertyp zur Verfügung steht?

Das OLG Schleswig hat in einem Urteil Az 6 U 73/06 vom 8. Mai 2009 entschieden, eine solche Werbung sei irreführend.

Auch widerspreche es der Verpflichtung nach § 1 Abs. 1 S. 1 PAngV, den Endpreis zu nennen, wenn in einer Internetwerbung für Hotelzimmer nicht dargelegt wird, in welcher Höhe Zusatzkosten anfallen.

Labels: ,


Was Anwaelten recht ist, ist Gastronomen billig.

Mitunter werden Service-Dienstleistungen etwa beim Catering nach Arbeitsstunden abgerechnet. Muß man dann minutengenau berechnen oder kann man auf angebrochene Viertel-, halbe oder ganze Stunden aufrunden?

Für zeitbezogene Leistungen eines Rechtsanwalts hat das Oberlandesgericht Schleswig das Aufrunden auf Viertelstunden für zulässig erklärt: "OLG Schleswig: Eine Zeittaktklausel von 15 Minuten ist in einer Vergütungsvereinbarung zulässig", in: beck-blog Die Rechtsexperten vom 25. Juli 2009.

Labels: ,


Finanz- und Wirtschaftskrise beschert Einbruch bei Gaesten aus dem Ausland.

WIESBADEN Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Zeitraum Januar bis Mai 2009 um 6,5% unter dem Vorjahreswert. Die Beherbergungsstätten mit neun oder mehr Betten sowie Campingplätze verbuchten nur noch 18,6 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste nach 19,9 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum.

Der Trend überdurchschnittlicher Zuwächse in diesem Marktsegment fand damit im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftskrise zumindest vorläufig ein Ende. Seit 2003 waren die Steigerungsraten bei den Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland jeweils höher als bei inländischen Gästen. Dagegen sind in den ersten fünf Monaten des Jahres 2009 die Übernachtungszahlen ausländischer Gäste stärker zurückgegangen als die inländischer Gäste (- 2,0%). Insgesamt sank die Zahl der Übernachtungen in Deutschland um 2,7%.

Die negative Entwicklung bei den Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland betraf alle fünf Kontinente und war damit global. Betrachtet man die einzelnen Herkunftsländer, so gab es die absolut höchsten Rückgänge bei Gästen aus dem Vereinigten Königreich (- 240 000) und aus den Vereinigten Staaten (- 166 000). Lichtblicke gab es nur wenige. Dazu gehörte der für Deutschland wichtigste Markt, die Niederlande. Diese Gästegruppe blieb Deutschland nicht nur treu, sondern steigerte in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ihre Übernachtungszahlen um 1,9% auf 2,9 Millionen.

Vor allem für die Hotellerie waren ausländische Gäste 2008 eine wichtige Kundengruppe. Ihr Anteil an allen Übernachtungen betrug 20,8%. Insbesondere die großen Betriebe mit 100 und mehr Betten profitierten mit einem Anteil von 26,6% von dieser Gästegruppe. Auch für größere Städte sind Gäste aus dem Ausland von überdurchschnittlicher Bedeutung. In Gemeinden ab 100 000 Einwohnern entfielen 30,6% aller Übernachtungen auf sie. In den kleineren Gemeinden waren es dagegen nur 10,0%.

Erste Zahlen für die Monate Januar bis Mai 2009 zeigen daher auch, dass sowohl die Hotellerie als auch die größeren Gemeinden überdurchschnittlich unter dem Einbruch bei Gästen aus dem Ausland leiden: die Zahl der Übernachtungen insgesamt ging in der Hotellerie um 3,6% und in größeren Gemeinden um 3,0% zurück.

(Quelle: Pressemitteilung des Stastistischen Bundesamtes).

Labels:


Sinkende Rohstoffkosten und der Bierpreis.

Als ziemlich dreist empfinde ich eine Anmerkung von Marc-Oliver Huhnholz, dem Sprecher des Branchen-Dachverbands Deutscher Brauer-Bund:
"Auf der anderen Seite gibt es wenigstens den Vorteil zu vermelden, dass die Rohstoffe Gerste und Hopfen wieder günstiger erhältlich sind - sie machen freilich noch nicht einmal 10 Prozent der Gesamtkosten aus, erklärt Huhnholz."
(Quelle: "Maßhalten mit der Maß", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. Juli 2009).

Mit stark gestiegenen Kosten für Gerste und Hopfen wurden in den letzten Jahren Preiserhöhungen beim Bier begründet. Jetzt wo die sinkenden Kosten für Gerste und Hopfen einen Spielraum für Preissenkungen eröffnen, wird auf den geringen Kostenanteil bei der Bierherstellung hingewiesen.

2004 lagen die Herstellungskosten konventionell gebrautem Bier (im Unterschied zu Biober) bei 43,65 Euro je Hektoliter. Siehe dazu: "Oeko-Biere".

Labels:


Maedchenbiere.

Corinna Kreiler lästert gegen Biermixgetränke: "Brauereien tappen in Mädchenbierfalle", in: Financial Times Deutschland vom 24. Juli 2009. Sie nennt Zahlen über den Umsatzanstieg mit solchen Getränken in den letzten Jahren:
"2008 legte die Sparte nur noch ein mageres Prozent zu.... So schrumpfte der Absatz im ersten Quartal 2009 sogar noch stärker als der von Bier - um fast zehn Prozent. Nur noch 0,7 Millionen Hektoliter wurden hierzulande verkauft. Und die Talfahrt setzt sich fort: Im Mai 2009 ging es um 13 Prozent nach unten."
Kritisiert wird insbesondere die Unfähigkeit der meisten Brauereien, Produkte mit einem kurzen Lebenszyklus zu managen.

In der Tat habe ich dies auch schon kritisiert ("V+Cappuccino" vom 18. Juli 2008):
"... in Zukunft spielten zeitlich befristete und mengenmäßig begrenzte Angebote auch bei Getränken eine größere Rolle, wie sie etwa beim Wein schon immer üblich gewesen sind (Stichworte: Bock- und Weihnachtsbiere, eventbezogene Sondereditionen wie 'Georg Schneiders 1608', Getränke mit natürlichen, saisonalen Fruchtaromen, aber auch bei anderen Produkgruppen wie Getränken, etwa 'Eis des Jahres', Ritter Sport, Mon Cheri usw.). Bei Produkten, die natürliche Aromen verwenden, ergibt sich die Notwendigkeit einer Limitierung häufig schon allein daraus, daß bestimmte Früchte nur in begrenzten Mengen beschaffbar sind."
Es gibt aber auch Brauereien, die es bereits gut verstehen, Produkte mit einem kurzen Lebenszyklus zu managen, z.B. die Privatbrauerei Georg Schneider mit limitierten Sondereditionen wie "Georg Schneiders 1608", die kleine Brauerei Krug in Geisfeld, die ständig wechselnde Biere braut: "Schwarzes Schaf" und die Brauerei Drei Kronen in Memmelsdorf, die auch exklusive Biere für Kunden braut. Vor mangelnder Kreativität sind nicht einmal alle modernen Gasthausbrauereien gefeit. Eine der vielen positiven Ausnahmen: 7 Stern Bräu in Wien.

Apropos "Mädchenbiere". Brauerinnen sind eher die Guten. Siehe dazu: "Traumberuf gefunden: Wenn Frauen brauen".

Ab 2010 sorgen einheitliche Hotelsterne in Deutschland und Oesterreich fuer noch mehr Transparenz und Sicherheit.

(Wien/Berlin, 21. Juli 2009) Zum 1. Januar 2010 führen die Hotelfachverbände in Deutschland und Österreich ein einheitliches Hotelklassifizierungssystem ein. Die harmonisierten Bedingungen und Kriterien für die Vergabe von Hotelsternen wurden gemeinschaftlich vom Fachverband Hotellerie (Wirtschaftskammer Österreich), dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), dem Hotelverband Deutschland (IHA) und hotelleriesuisse (Schweizer Hotelier-Verein) erarbeitet.
"Dieser Erfolg ist für uns ein erster Meilenstein auf dem Weg hin zu mehr Transparenz und Sicherheit für den Hotelgast in Europa"
zeigt sich Dr. Klaus Ennemoser, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, mit dem bisher Erreichten zufrieden.
"Deutschland und Österreich haben einen im internationalen Vergleich sehr hohen Qualitätsstandard in jeweils vorwiegend mittelständisch geprägten Hotelmärkten. Wenn nicht uns bei aller Unterschiedlichkeit der bisherigen Klassifizierungssysteme eine Vereinheitlichung der Kriterien gelungen wäre, wo sonst in Europa?"
Helmut Otto, Vorsitzender des Ausschusses Deutsche Hotelklassifizierung lädt weitere Partner zur gemeinsamen Klassifizierungsinitiative ein:
"Unser Angebot steht ausdrücklich weiteren Ländern und Regionen in Europa offen, die - wie wir - Anreize zur Steigerung der Qualität und zur Förderung der Vermarktung ihrer Hotellerie setzen wollen."
Die zukünftige Deutsche und Österreichische Hotelklassifizierung basiert auf insgesamt 270 einzelnen Kriterien - einer Kombination von Mindestkriterien und fakultativen Kriterien, mit denen notwendige Punktwerte je Sternekategorie gesammelt werden können.
"Diese Technik der Klassifizierung bietet die notwendige Flexibilität für die sich sehr dynamisch verändernden Hotelmärkte und liegt in Europa eindeutig im Trend"
erläutert Matthias Koch, Geschäftsführer des österreichischen Fachverbandes Hotellerie.
"Mit dem neuen System gelingt der Übergang weg von K.O.-Kriterien hin zu O.K.-Kriterien: Weniger Verbote und Vorschriften sowie mehr Motivation und Anreize für unternehmerisches Handeln."
Zur Entwicklung des neuen Kriterienkatalogs setzten der Fachverband Hotellerie und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) u.a. auf eine repräsentative Befragung von Hotelgästen, die im gemeinsamen Auftrag von TNS Infratest im letzten Jahr durchgeführt wurde. Sie gab Aufschluss über sich verändernde Gästeerwartungen und belegte den hohen Stellenwert der Sterne für die Hotelauswahl.
"Den Erkenntnissen folgend haben wir bei der routinemäßigen inhaltlichen Überarbeitung des Kriterienkatalogs Schwerpunkte in den Bereichen Qualitätsmanagement, Wellness und Schlafkomfort gesetzt"
erörtert Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA).
"Unsere Hotelsterne werden zunehmend auch eine Brückenfunktion zwischen dem realen Hotelprodukt und seinem virtuellen Abbild im Internet übernehmen. Erste Akzente in diese Richtung setzen wir etwa mit Kriterien zur Aussagekraft der Hotel-Homepages und zur Einbindung von Hotel-Bewertungsportalen."
Der Schweizer Hotelier-Verein wird die Erfahrungen der Partnerverbände in Österreich und Deutschland bei der Umsetzung der gemeinsamen Klassifizierungskriterien weiter konstruktiv begleiten.
"In der Schweiz steht die Normenrevision allerdings turnusgemäß erst im Jahr 2011 an, so dass der innerverbandliche Diskussionsprozess noch bevorsteht"
erklärt Thomas Allemann, Mitglied der Geschäftsleitung von hotelleriesuisse, die Beschlusslage seines Verbandes.

Die neuen Hotelklassifizierungskriterien kommen in Deutschland und Österreich ab dem 1. Januar 2010 zum Einsatz. Im Internet stehen die Kriterienkataloge unter www.hotelsterne.at oder www.hotelsterne.de zum Download frei zur Verfügung. Die interessierten Fachkreise sind zu Probeläufen und Rückäußerungen seitens der Verbände ausdrücklich eingeladen.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Bundesverbandes).

Labels:


Mittwoch, Juli 22, 2009

Hoehere Grundsteuern.

Wie man mit falschen Artikelüberschriften Politik macht, zeigen die Qualitätsjournalisten des "Spiegels" in ihrem Artikel "Wirtschaftsexperten fordern Reichensteuer" vom 22. Juli 2009. Tatsächlich hat nur Dr. Stefan Bach, stellvertretender Leiter der Abteilung Staat des vom Staat subventionierten Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, in einer noch nicht veröffentlichten Studie, aus der die "Financial Times Deutschland" zitiert (Wirtschaftsexperten fordern Reichensteuer">"Reiche sollen Schulden abtragen" vom 22. Juli 2009), festgestellt, daß der deutsche Fiskus durch eine Besteuerung von Vermögen 25 Milliarden einnehmen könne. Empfohlen wird eine deutliche Erhöhung der Grundsteuer und eine Wiederbelebung der Vermögensteuer.

Nach meiner Meinung spricht vieles für eine höhere Grundsteuer:
  • Sie begegnet dem Landschaftsverbrauch und motiviert zudem, innerstädtische Brachen und Leerstände abzubauen. Sinnvoll wäre es auch, die Subventionierung land- und fortwirtschaftlich genutzter Flächen abzubauen. Dann würden sie effizienter genutzt.
  • Grundsteuern belasten diejenigen, die die Infrastruktur nutzen.
  • Sie fließen den Gemeinden zu und könnten die zyklisch schwankende Gewerbesteuer teilweise oder ganz ersetzen.
Für eine Wiedereinführung der Vermögensteuer kann Bach keine ökonomischen Gründe nennen, nur blanken Opportunismus:
"Da die Grundsteuer auf die Nebenkosten von Mietwohnungen umgelegt wird, erhöht sie jedoch die Wohnkosten. Das würde ärmere Menschen relativ stärker treffen als wohlhabende. Einen sozialen Ausgleich könnte eine Vermögensteuer schaffen."
wird er in der Financial Times Deutschland indirekt zitiert. Zudem hat er in dem Wochenbericht des DIW vom 22. Juli 2009 Interview "Eine Wiedereinführung der persönlichen Vermögensteuer birgt Risiken: Sieben Fragen an Stefan Bach" (PDF) die Risiken einer Vermögensteuer betont. Konträr zum irreführenden Spiegel-Titel schreibt er zur "Reichensteuer":
"Die Vorschläge zur persönlichen Vermögensteuer oder auch einer einmaligen Vermögensabgabe stellen bezogen auf den laufenden Vermögensertrag eine relativ hohe Belastung dar. Diese hohen Steuersätze lösen Ausweichreaktionen aus, weil reiche Leute mit ihren Kapitalanlagen oder auch Unternehmer gewisse Gestaltungsmöglichkeiten haben, dieser Steuerbelastung zu entgehen. Zudem ist es gar nicht so einfach, das Vermögen richtig zu bewerten. Wenn man jetzt höhere Steuersätze auf das Vermögen erhebt, spielt diese Bewertungsproblematik eine zunehmend größere Rolle....

Eine Wiedereinführung der persönlichen Vermögensteuer auf das gesamte Vermögen oder eine Vermögensabgabe sehe ich skeptisch. Wenn man das will, dann sollte man eher die Kapitalertragsteuersätze und die Gewinnsteuersätze wieder etwas anheben. Doch auch hier muss man sich der Diskussion stellen, ob das im internationalen Wettbewerb überhaupt sinnvoll ist."
Vor diesem Hintergrund ist der Spiegel-Titel "Wirtschaftsexperten fordern Reichensteuer" grob irreführend:
  • Es handelt sich nicht um mehrere oder gar alle Experten, sondern nur um die Meinung eines einzelnen wissenschaftlichen Mitarbeiters.
  • Zentrale Forderung von Dr. Bach ist nicht die Einführung einer Reichensteuer (um im Slang von PDS/SED/Die Linken und SPD zu bleiben), vielmehr spricht er sich begründet für höhere Grundsteuern aus.

Labels:


Dienstag, Juli 21, 2009

Institution fuer guten Geschmack eroeffnet.

Das am 26.02.2009 gegründete Westfalen-Institut wurde am 16.07.2009 offiziell eröffnet. In der Zwischenzeit wuchs die Mitgliederzahl von den zwölf Gründungsmitgliedern auf über 60 Vertreter der gehobenen Gastronomie sowie deren Zulieferer und Dienstleister. In ein bis zwei Jahren soll die Mitgliederzahl auf 200 empfehlenswerte Häuser der Region wachsen.

Ziel des Westfalen-Institut ist die Förderung der regionalen Gastronomie und Touristik und Westfalen zu dem ihm gebührenden Stellenwert zu verhelfen. Hierfür ist das Westfalen-Institut Forum, Netzwerk und Dienstleister für seine Mitglieder. Diese trafen sich am 16.07.2009 in den neu geschaffenen Räumlichkeiten in Lünen zu einem illustren Stelldichein. Hierbei kamen einige tausend Jahre Gastronomieerfahrung und -kompetenz zwischen Münster und Schmallenberg zusammen. Schnell kam es zu einem lebhaften Austausch in der Studioküche und der Lounge des neu eingerichteten Instituts.

Für den 11. August ist die erste offizielle Mitgliederveranstaltung angesetzt auf der weitere Weichen für die Aktivitäten des Institutes gestellt werden. Hierbei wird auch ein geplanter Höhepunkt für 2010 konkretisiert: Das Westfalen-Gourmetfestival, das nach dem Vorbild des Schleswig-Holstein Gourmetfestival die kulinarische Leistungsfähigkeit der Region demonstrieren soll.

(Quelle: Pressemitteilung des Westfalen-Instituts).

Gutscheine zur Finanzierung einer Sanierung.

"Hauzenberg: Wirt lässt bei seinen Gästen anschreiben", in: Mediendenk vom 12. Juli 2009 (danke für den Linktip an Simon Hengel).

Vorgestellt wird eine Idee von Johannes Leyerseder, dem Inhaber und Chefkoch des Restaurants Leyerseder im Bahnhof in Hauzenberg. Zur Finanzierung einer notwendigen Sanierung mit einem Kapitalbedarf von 80.000 Euro verkauft er Restaurantgutscheine, die erst nach einem Jahr eingelöst werden können. Die Einnahmen kommen auf ein gesondertes Konto. "Verzinst" wird das Darlehen mit einer hausgemachten Bonbonniere.

Ich kenne den Kollegen, sein Restaurant und seine Gäste nicht, und kann deshalb zum konkreten Projekt nichts sagen.

Abstrakt kann ich mir aber ein paar Anmerkungen zum Effekt von Gutscheinen auf die Finanzierung nicht verkneifen:
  • Der Verkauf von Gutscheinen verbesert generell die Liquidität. Ein gewisser Teil von Gutscheinen wird zudem nicht eingelöst, weil sie verloren gehen oder vergessen werden. Gäste, die Gutscheine kaufen, drücken damit ihr Vertrauen aus. Bei Geschenktgutscheinen werben sie für den Gastronomen, empfehlen ihn, indem sie Gutscheine verschenken.
  • Umsatzsteuer wird erst bei Leistung fällig, also beim Einlösen der Gutscheine. Bis dahin wären diese Einnahmen als Darlehensverbindlichkeiten zu buchen.
  • Die Idee, Gäste als Darlehensgeber zu suchen, ist nicht neu. Es gibt - aus der Sicht der Geldgeber - dafür erfolgreiche Beispiele, aber auch Flops. Siehe als negatives Beispiel: "Nachtclub Goya meldet Insolvenz an". Ein halbwegs erfolgreiches Beispiel: "Wo der Stammgast als Aktionär Mitbesitzer ist", in: Gastronomie-Report.de. Letztlich läuft es auf die Frage hinaus, wie gut ist das Konzept, das finanziert wird, und wie vertrauenswürdig der Kreditnehmer. Bei einem Betrieb, der seit Jahren besteht, wird das Vertrauen groß sein. Andererseits: wenn ein Betrieb bereits viele Jahr läuft: Warum kann er dann die notwendigen Kosten einer Sanierung nicht aus den laufenden Erträgen finanzieren? Warum hat er keine Rückstellungen dafür bilden können? Etwas anders sieht die Frage aus, wenn Geld für eine Erweiterungsinvestition benötigt wird.
  • Gutscheine schützen die Käufer nicht vor einer Insolvenz des Betreibers, bevor sie eingelöst werden können. Aber sie sind immer noch besser als eine graue Kapitalbeteiligung etwa in Form von "Genussscheinen" mit langen Kündigungs- und/oder Rückzahlungsfristen. Siehe dazu das Beispiel: "Pralinen machen und naschen".
Siehe dazu auch: "Hilfen bei der Finanzierung von Existenzgründungen im Gastgewerbe".

Labels: ,


Montag, Juli 20, 2009

Bundesregierung verweist auf 25 Prozent Mehrwertsteuer in Daenemark.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Manzewski hat der Bundesregierung folgende Frage gestellt:
"Wie begründet die Bundesregierung konkret ihre Antwort auf meine schriftliche Frage 31 auf Bundestagsdrucksache 16/13332, nach der sie die von der DEHOGA gestellte Forderung, den Mehrwertsteuersatz für Hotellerie und Gastronomie auf 7 Prozent zu vermindern, ablehnt?"
Für die Bundesregierung hat die Parlamentarischen Staatssekretärin Nicolette Kressl am 25. Juni 2009 geantwortet:
"Wie bereits in der Antwort der Bundesregierung auf Ihre o. g. Frage ausgeführt wurde, steht die Bundesregierung der Einführung einer Umsatzsteuerermäßigung für die Leistungen des Hotel- und Gastronomiegewerbes unter Abwägung beschäftigungs-, wettbewerbs- und finanzpolitischer Gründe ablehnend gegenüber. Die Bundesregierung bezweifelt, dass durch die Einführung ermäßigter Umsatzsteuersätze die beabsichtigten Lenkungswirkungen zum Erreichen der angestrebten Ziele tatsächlich realisiert werden können. Für diese Einschätzung ist eine Vielzahl von Gesichtspunkten ausschlaggebend. Beispielhaft seien Folgende genannt:
  • Die Umsatzsteuer ist nur ein Preisbestandteil unter vielen. Dass die gewährten Umsatzsteuerermäßigungen tatsächlich über Preissenkungen an die Verbraucher weitergegeben werden, kann nicht sichergestellt werden. Dies wäre aber Voraussetzung für das Erreichen des angestrebten Ziels.
  • Den sicheren Steuerausfällen stehen höchst unsichere Lenkungswirkungen unter Inkaufnahme von Mitnahmeeffekten, Missbrauch sowie der Begünstigung einzelner zulasten aller anderen Branchen und Steuerpflichtigen gegenüber.
  • Die Ausweitung des Anwendungsbereichs des ermäßigten Umsatzsteuersatzes ist weder steuerpolitisch noch haushaltspolitisch zu vertreten. Unter der Annahme, dass die Ermäßigung voll an den Verbraucher weitergegeben werden würde, würde die Einführung einer Steuerermäßigung für das Hotel- und Gaststättengewerbe Steuermindereinnahmen von insgesamt rd. 4,6 Mrd. Euro jährlich nach sich ziehen.
Die Vorbehalte der Bundesregierung werden durch den Bericht der Europäischen Kommission zu dem Experiment 'Ermäßigter Mehrwertsteuersatz auf arbeitsintensive Dienstleistungen' aus dem Jahr 2003 bestätigt. Aus diesem ergibt sich zum einen ausdrücklich, dass die Weitergabe der steuerlichen Ermäßigung an die Verbraucher von staatlicher Seite nicht sichergestellt werden kann. In dem Zusammenhang sei angemerkt, dass eine Befragung der DEHOGA von Ende März 2009 ergeben hat, dass bei Einführung eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes die Unternehmen die Ermäßigung allenfalls nur zu einem Bruchteil (zu rd. einem Fünftel) an die Kunden weitergeben würden. Darüber hinaus wird in dem Bericht deutlich gemacht, dass die aufgrund der Ermäßigung mögliche Preissenkung oft zu gering ist, um dadurch - selbst bei Weitergabe - positive Lenkungsimpulse zu erzielen.

Die Bundesregierung sieht in den unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen innerhalb der EU keine Wettbewerbsnachteile zulasten der einheimischen Hotellerie und Gastronomie. Für die Hotellerie und Gastronomie spielen vielmehr die Attraktivität des Standortes und der Umgebung eine entscheidende Rolle, ebenso wie die Qualität des Angebots. Das typische Beispiel hierfür ist das gerade bei Deutschen sehr beliebte Reiseland Dänemark mit einem Umsatzsteuersatz von 25 Prozent."
(Quelle: "Deutscher Bundestag, 16. Wahlperiode, Drucksache 16/13570 vom 26. 06. 2009. Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 22. Juni 2009 eingegangenen Antworten der Bundesregierung" (PDF)).

Anmerkung: Zuletzt hatte das SPD-Mitglied Prof. Dr. Wolfgang Wiegard, Mitglied des "Rats der Wirtschaftsweisen" empfohlen, die Mehrwertsteuer nach der Bundestagswahl auf 21 Prozent zu erhöhen: "Wiegard befürwortet Steuererhöhungen - Euro am Sonntag", in: Focus vom 19. Juli 2009. Er führt aber keine ökonomischen Gründe ins Feld. Vielmehr seien Ausgabenkürzungen am erfolgreichsten zur Schuldenreduktion. Sie seien aber schwierig vorzunehmen, da immer bestimmte Gruppen getroffen würden, die protestierten.

Nachtigall, ich höre dir trapsen!

Labels:


Sonntag, Juli 19, 2009

Zahle was es Dir wert ist.

In unseren Beiträgen "Zahl soviel Du willst" vom 21. Dezember 2007 und "Der Gast bestimmt den Preis" vom 11. Dezember 2007 haben wir über ein Experiment informiert, das von der Stiftungsprofessur für BWL, insbesondere Handel der Universität Frankfurt am Main unter der Leitung der damals 27-jährigen Doktorandin Ju-Young Kim im Rahmen des Forschungsprojektes "Pay What You Want" im persischen Restaurant "Kish" durchgeführt worden ist.

Das Mannheimer Restaurant "Caduli" ("Erstes 'zahle was es Dir wert ist' Restaurant in der Rhein Neckar Region") probiert es seit dem 20. Mai 2009 aus. Jetzt hat sogar schon das regionale Fernsehen darüber berichtet ("Innovative Gastronomie: "Zahle, was es Dir wert ist!" von Rhein-Neckar-Fernsehen vom 19. Juli 2009). Gefunden in: "Caduli Mannheim: Bezahlen-Sie-soviel-Sie-wollen-Aktion funktioniert! (Video)", in: Restaurant News vom 17. Juli 2009.

Labels:


Oberbuergermeister kritisiert die Gastronomie seiner Stadt.

Recht ungewöhnlich ist die öffentliche Kritik eines Oberbürgermeisters an der Qualität der Gastronomie seiner Stadt: "OB watscht Gastronomie", in: Weissenburger Tagblatt vom 17. Juli 2009.

Was er aus persönlicher Erfahrung kritisiert hat:
  • Eine Bedienung habe ihm beschieden, ein Gericht von der Speisekarte sei aus. Auch ich ärgere mich vorschnell, wenn ein von mir gewähltes Gericht aus ist. Eigentlich kann man daraus aber eher schließen, daß die Speisen (täglich) frisch zubereitet werden. Die Bamberger Brauereigaststätte Schlenkerla interpretiert die mangelnde Verfügbarkeit einer Speise gar als Qualitätsindikator:
    "Tradition und Qualität sind in unserem historischen Brauereiausschank der Maßstab. Wir bieten Ihnen fränkische Spezialitäten, die täglich frisch zubereitet werden, und von daher kann es durchaus vorkommen, daß einzelne Gerichte bereits vor Küchenende (22 Uhr) ausverkauft sind."
  • In einem Lokal habe er ein Tagesangebot von der Speisekarte gewählt. Man habe ihm dann aber gesagt, es sei noch nicht aufgetaut. Ich halte es zwar in der Regel auch für ungeschickt, Tagesgerichte vorzubereiten und einzufrieren, weil der Energieaufwand für das Einfrieren in der Regel ungünstig ist. Aber gegen Entzerrung von Vorbereitung und Zubereitung etwa mit Cook & Chill sprechen weder lebensmittelhygienische noch - abhängig von der Art der Speise - kulinarische Gründe. Meistens wird man aber mit Cook & Serve arbeiten, also produzieren und zeitnah ausgeben. Einem Gast kann dies aber an sich egal sein. Ihn sollte nur die Qualität interessieren, die auf dem Teller ist.
  • Man habe ihm, nachdem man ihn als Oberbürgermeister erkannt habe, Eintritt gewährt, obwohl man zuvor verkündet habe, das Restaurant sei bereits geschlossen. Aus meiner Stadt Bamberg kenne ich nur die schönere Geschichte aus der Zeit als es noch längere Sperrzeiten gegeben hat. Ein Oberbürgermeister hat, als er so richtig beim Feiern gewesen ist und nicht nach Hause wollte, kurzerhand die Sperrstunde in einem mündlichen Verwaltungsakt aufgehoben.
  • Es passiere Gästen, daß die Schweinebratensoße vom Vorgänger auf der Tischdecke klebe. Was haben auf einem fränkischen Wirtshaustisch Tischdecken zu suchen? Ein blanker Wirtshaustisch ist schnell sauber gewischt.

Freitag, Juli 17, 2009

Yellow Publishing Ltd.

Heute vormittag habe ich ein Spam-Fax bekommen von diesen Gaunern. Vermutlich werden auch andere Gastronomen angefaxt.

Ich habe Google informiert. Deren Anwälte gegen dagegen vor. Google selbst hat damit natürlich nichts zu tun. Ihre Marke wird mißbraucht.

*nomy.

*nomy ist ein kostenloser, monatlich erscheinender "Trendletter für Macherinnen und Macher in der innovativen Gastronomie Deutschlands", erscheint seit Anfang 2008 und wird herausgegeben von der brand.m GmbH im Wissenschaftspark Rheinelbe. Werbepartner ist Schweppes. Dazu gehört der nomyblog

Bettenspringer.

2006 habe ich Ihnen "Hotel Bed Jumping" vorgestellt.

Jetzt hat der Hotelreservierungsservice HRS diese Idee aufgegriffen: "Bed-Jumping Wettbewerb", in: Gastronomie-Report vom 17. Juli 2009.

Labels:


Donnerstag, Juli 16, 2009

Favorite Places.

Favorite Places ist eine interessante Anwendung von Google Maps. Prominente, lokale Experten empfehlen Sehenswertes: "Introducing a collection of favorite places around the world", in: Official Google Blog vom 15. Juli 2009.

So entstehen interessante, persönlich geprägte Reiseführer bzw. Empfehlungen (nicht nur) für Touristen. Technisch gesehen, steckt dahinter die bereits bekannte Möglichkeit, thematische Google Maps selbst zu erstellen. Siehe dazu meinen früheren Beitrag "User-generated content: Google Maps".

Unter den Prominenten ist auch der Küchenchef Ferran Adria. Die Favorite Places von Ferran Adria.

Labels:


Gastgewerbeumsatz im Mai 2009 real 6,9% niedriger als im Mai 2008.

WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, setzten die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland im Mai 2009 nominal 4,5% und real 6,9% weniger um als im Mai 2008. Im Vergleich zum April 2009 war der Umsatz im Gastgewerbe im Mai 2009 nach Kalender- und Saisonbereinigung nominal unverändert und real 0,6% niedriger.

Beide Bereiche des Gastgewerbes blieben im Mai 2009 nominal und real unter den Umsatzwerten des Vorjahresmonats: das Beherbergungsgewerbe mit nominal - 6,0% und real - 8,7% und das Gaststättengewerbe mit nominal - 3,5% und real - 5,5%. Innerhalb des Gaststättengewerbes ging bei den Caterern der Umsatz etwas weniger stark zurück, und zwar nominal um - 1,4% und real um - 3,5%.

In den ersten fünf Monaten diesen Jahres von Januar bis Mai 2009 setzten die Gastgewerbeunternehmen in Deutschland nominal 4,8% und real 7,0% weniger um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes)

Labels:


NRW-Gastgewerbe: Niedrigere Umsaetze im Mai.

Düsseldorf (IT.NRW). Das nordrhein-westfälische Gastgewerbe setzte im Mai 2009 nominal 8,8 Prozent weniger um als im Mai 2008. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, sanken die Umsätze real, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, um 10,8 Prozent. Die Beschäftigtenzahl im Gastgewerbe war um 2,5 Prozent niedriger als im Mai 2008.

Für den Zeitraum Januar bis Mai 2009 ermittelten die Statistiker für das Gastgewerbe insgesamt Umsatzrückgänge um 8,2 (nominal) bzw. 10,4 Prozent (real) gegenüber den ersten fünf Monaten des Vorjahres. (IT.NRW)

(Quelle: Pressemeldung der Information und Technik Nordrhein-Westfalen).

Labels: ,


Mittwoch, Juli 15, 2009

Falsche Tatsachenbehauptungen in Restaurantkritiken.

Am letzten Samstag habe ich davor gewarnt, gegen Restaurantbewertungen auf Bewertungsportalen mit juristischen Mitteln vorzugehen: "Wie sollte man auf eine negative Restaurantkritik reagieren?".

Ein Kollege macht die Probe auf's Exempel und wehrt sich - juristisch korrekt - gegen eine (falsche) Tatsachenbehauptung in einer Bewertung, dem Gast sei verdorbenes Essen serviert worden: "Bewertung bei Restaurant-Kritik mobilisiert Lebensmittelkontrolleure", in: Restaurant News Intern vom 14. Juli 2009. Restaurant-Kritik.de schreibt zur Sinnhaftigkeit, gleich einen Anwalt einzuschalten:
"Anstatt zum Anwalt zu gehen, hätte der Restaurantinhaber sich allerdings auch direkt mit uns in Verbindung setzen können. Hätte auf jeden Fall zum gleichen Ergebnis geführt, wahrscheinlich in kürzerer Frist."
Ich kann dies aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Meine Gaststätte wurde bei Restaurant-Kritk von einem Fälscher heimgesucht. Ich habe reklamiert und belegt, warum die Bewertung ein Fake gewesen ist. Die gefälschte Bewertung wurde schnell gelöscht. Mehr darüber: "Hausverbot fuer Restaurantkritiker".

Daß der Betrieb dieses Kollegen angeblich wegen dieser unzulässigen Tatsachenbehauptung von der Lebensmittelkontrolle heimgesucht worden ist, zeigt, daß Restaurantkritiken gelesen worden, mitunter sogar von den Aufsichtsbehörden. Kennt jemand eine Aufsichtsbehörde, die solche Kritiken regelmäßig auswertet, um Hinweise auf Betriebe zu finden, die es sich eventuell zu kontrollieren lohnt? Ich kann mir das bei den für uns zuständigen Kontrolleuren nicht vorstellen. Die kennen alle Betriebe ohnehin aus dem Effeff und auch ihre Pappenheimer.

Was unterscheidet Tatsachenbehauptungen von Meinungsäußerungen?
  • Eine Tatsachenbehauptung ist von Dritten nachprüfbar.
  • Eine Meinungsäußerung ist ein Werturteil.

Labels:


Montag, Juli 13, 2009

Kaesekuchen.

Zu wenige gastronomische Betriebe nutzen die Chance einer einzigartigen Positionierung. Im Café Vincenz in Quedlinburg gibt es nicht nur irgendwelche Kuchen und Torten, sondern man hat sich auf Käsekuchen spezialisiert, nennt sich "die Käsekuchenbäckerei" und bietet über 60 verschiedene, ständig frisch gebackene Käsekuchensorten - "mal gebacken süß, herzhaft heiß oder kalt gerührt, cremig, luftig, hausgebacken".

Mehr über die die Geschichte des Käsekuchens verrät Wikipedia: "Käsekuchen".

Wie man legal Informationen von Wikipedia nutzen kann, um seinen Kunden und Lesern zu informieren, zeigt die Bäckerei Werner Zillmann. Sie hat einen Artikel von Wikipedia zweitverwertet: "Käsekuchen".

Samstag, Juli 11, 2009

EU will Arbeitgeber verpflichten, die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer auszuspionieren.

Wochenlang lamentiert die Journaille und die Politik aufgeregt, daß Unternehmen gesundheitliche Daten ihrer Mitarbeiter erfassen, obwohl Arbeitgeber unter gewissen Umstänen dazu sogar verpflichtet sind. Siehe dazu: "Betriebliches Eingliederungsmanagement".

Im Dezember 2009 will der EU-Kommissar für Gesundheit, Vladimir Spidla, einen Richtlinienentwurf vorlegen, wonach Arbeitgeber verpflichtet werden sollen, für Arbeitnehmer Gesundheitsakten anzulegen: "EU-Kommissar Spidla plant scharfe Auflagen für Unternehmen", in: Wirtschaftswoche vom 11. Juli 2009. Für sowas habe ich weder Zeit noch Lust.

Wie sollte man auf eine negative Restaurantkritik reagieren?

Wie geht man als Gastronom mit einer schlechten Restaurantkritik um: "Handling a Bad Restaurant Review" von Anthony Martin, in: Running Restaurants vom 9. Juli 2009.

Der Besitzer eines kleinen Cafés in San Francisco, der von Restaurantkritikern des amerikanischen Bewertungsportals Yelp schlecht bewertet worden ist, wies per Aushang darauf hin, daß Mitglieder dieses häufig genutzten Bewertungsportals in seinem Coffeeshop nicht willkommen seien. Wie kann man es besser machen?

Wenig hilfreich ist der Versuch, mit juristischen Mitteln gegen schlechte Kritiken vorzugehen. Gastronomie lebt von Mundpropaganda. Auseinandersetzungen vor Gericht bringen negative Mundpropaganda ins Laufen.

Stattdessen sollte man die Verantwortlichen der Bewertungsportale kontaktieren. Viele Bewertungsportale bieten Formulare, mit denen man sich gegen unberechtfertigte Kritiken wehren kann.

Oft kann man als Betreiber eines gastronmischen Betriebs zu Bewertungen Stellung nehmen.

Ich rate dazu, auch gute Kritiken zu kommentieren und sich dafür zu bedanken. Siehe dazu meinen früheren Beitrag: "Brauereigasthof Zum Schwan, Ebensfeld".

Labels:


Freitag, Juli 10, 2009

Lebensmittel-Plagiate.

"Analog-Käse" heißt eine neue Zusammenmischung im Anbieterjargon, die immer häufiger auf vermeintlich käsehaltigen Fertiglebensmitteln zu finden ist. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Liste mit Nepp-Käse-Produkten (PDF) ins Internet gestellt: "Analog-Käse: Betrug am Verbraucher".

Labels:


Donnerstag, Juli 09, 2009

Fahrradfreundliche Gastgeber gesucht: ADFC-Verzeichnis "Bett & Bike" mit 5.000 Gastbetrieben.

Schon mehr als 5.000 Gastbetriebe haben sich bisher auf die Bedürfnisse radelnder Gäste eingestellt. Sie tragen das Qualitätssiegel "Bett & Bike" vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Jetzt sucht der ADFC weitere Gastgeber. Bei "Bett & Bike" kann jeder Gastbetrieb mitmachen, der die ADFC-Mindestkriterien erfüllt. Die Betriebe müssen für Fahrräder einen sicheren Abstellplatz, eine Trockenmöglichkeit für Kleidung sowie Werkzeug für kleinere Reparaturen anbieten. "Bett & Bike"-Gäste sind zudem auch für nur eine Nacht willkommen und erhalten am nächsten Morgen ein kräftiges, vitales Frühstück.

Den Partnerbetrieben des ADFC erschließen sich neue Gästepotentiale: Laut einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Tourismusverbandes führt mehr als ein Drittel aller Urlaubsreisen der Deutschen in ein deutsches Reiseziel. Allein im Juli und August 2008 verzeichneten laut Statistischem Bundesamt die Urlaubsregionen in Deutschland über 89 Millionen Übernachtungen.

Für fahrradfreundliche Betriebe wirbt der ADFC in dem über 400 Seiten starken Verzeichnis "Bett & Bike". Darin sind alle Betriebe mit Text und Bild präsentiert. Neben dem Betriebsfoto erscheinen in dem Verzeichnis die Betriebsdaten, wie Zimmeranzahl, Ortslage, Service für Radtouristen, Entfernung zum Radfernweg und Preise. Sämtliche Betriebe sind auch im Internet unter www.bettundbike.de in einer Online-Datenbank gelistet. Radurlauber können darin ihre Unterkünfte nach Städtenamen, Lage an einem Radfernweg oder einer "touristischen Region suchen.

Für den direkten Vertrieb an Radreisende nutzt der ADFC rund 35 Radreisemessen, 80 ADFC-Geschäftsstellen und Veranstaltungen der 400 ADFC-Kreisverbände. Eine Übersicht der Bett & Bike-Kriterien und Anmeldeformulare für Betriebe gibt es im Internet unter www.bettundbike.de (Infos für Gastbetriebe) oder über die ADFC-Infoline 0421/346 29-0.

(Quelle: Pressemitteilung des ADFC).

Kostenlose Angebote.

Alle paar Jahre wieder kocht das Thema kostenlose Angebote hoch. Siehe dazu meinen Beitrag aus dem Jahre 2004: "Kostenlos fliegen".

Burkhard Schneider ("'Freibier' gibt es mittlerweile in fast allen Branchen", in: Best Practice Business vom 9. Juli 2009) hat eine schöne Zusammenstellung kostenloser Angebote in verschiedenen Branchen entdeckt: "80 Things You Can Get For Free", in: Trendhunter vom 14. Juni 2009. Darunter sind zahlreiche Beispiele aus der Gastronomie. Fünf davon möchte ich Ihnen vorstellen:
  • "Free Food Frenzies". Die Sandwichkette Arby's verschenkt jeden Mittwoch bis zum 26. August 2009 in Nordamerika ein wechselndes Sandwich. Ein Getränk dazu muß gekauft werden. Man nutzt diese Aktion, neue Sandwich-Varianten bekannt zu machen.
  • "Free Foodvertising". Die Restaurantkette Denny's ("Breakfast, Lunch & Dinner") hat ein kostenlosen "Grand Slam"-Frühstück angeboten. Im Unterschied zu einem 1-Dollar-Angebot von Ikea, hinter dem sich ein kleines Frühstück verbirgt, bestand das kostenlose Frühstück von Denny's aus zwei Pfannkuchen, zwei Eiern, Speck und Würstchen. Zwei Millionen kostenlose Frühstücke wurden ausgegeben. Der Zugriff auf die Website explodierte von 350.000 Visits am Tag auf mehr als 2 Millionen Besuche am Tag nach einem Superbowl-Spot mit dem Angebot.
  • "Gratis Sandwiches for Goodwill". Wieder ein Beispiel der Restaurantkette Denny's. Wer einen Freund mitbringt, bekommt für diesen ein kostenloses Sandwich.
  • "Free Hot Dogs". Die Oscar Mayer hot dog company feierte ihren Sieg in einem Geschmackstest gegen ihre härtesten Rivalen mit Gutscheinen für ihre ausgezeichneten Oscar Mayer Jumbo Beef Franks im Wert von insgesamt 1 Million US-Dollar.
  • "Freeconomics & Food". McDonalds verschenkte 2 Millionen McSkillet Burritos, das sind Wraps mit Eiern, um sein Frühstücksangebot bekannter zu machen. Die Gäste mußten dazu aber ein mittleres oder großes Getränk kaufen. Solche Getränke sind extrem profitabel.
  • "Starbucks To Give Away 500,000 FREE Cups of Coffee". Starbuck's verschenkte in einem zeitlich engen Fenster Kaffeegetränke.
Die erwähnten Angebote dienen primär dazu, Zeiten, in denen weniger los ist, besser auszulasten, Produkte, die weniger gut laufen, bekannt zu machen, oder Gäste erstmals in den Betrieb zu locken in der Hoffnung, daß sie wieder kommen.

Dabei ist die Frage, welche Produkte und Dienstleistungen man kostenlos und welche kostenpflichtig anbietet, generell zu prüfen, unabhängig von temporären Überlegungen, den Absatz anzukurbeln. Jedes Unternehmen offeriert bestimmte Produkte und Dienstleistungen kostenlos, auch wenn es sich vielleicht dessen gar nicht bewußt ist oder sich gefragt hat, ob das sein muß. So verschenken die meisten Versandhändler, die (noch) mit gedruckten Katalogen arbeiten, ihre Kataloge, tragen die Distributionskosten oder unterstützen die Abnahme sogar mit Prämien, etwa einem Gutschein, den man bei der Erstbestellung einlösen kann. Andere verlangen für ihren Katalog Geld oder verkaufen ihn sogar, etwa in Bahnhofsbuchhandlungen.

Auch in der Gastronomie gibt es ein breites Spektrum an Varianten für die Speisekarten als Pendant zu den Katalogen der Versandhändler:
  • Joey's Pizza verteilt Flyer in alle Haushaltungen der Einzugsgebiete seiner Filialen.
  • Burger King, McDonald's und Subway verteilen Zusammenstellungen von Gutscheinen, die zugleich einen gewissen Überblick über ihr Angebot vermitteln.
  • Viele Gastronomen wählen kostengünstige Herstellverfahren und verschenken ihre Speisekarten, wenn man nachfragt.
  • Aufwendig hergestellte Speisekarten werden häufig zum Kauf angeboten. Ich rate solchen Gastronomen, wenigstens einfachere Speisekarten, etwa die eingelegten Blätter oder bilige Kopien bereitzuhalten, wenn ein Gast sich mehr für den Inhalt der Karte als die Karte als Kunstdruckwerk interessiert.
Dumm ist es, Prdukte und Dienstleistungen zwar kostenlos anzubieten, nicht aber zu versuchen, damit bei seinen Gästen zu punkten. Haben Sie schon eine Liste der Produkte und Dienstleistungen erstellt, die sie kostenlos anbieten. Denken Sie auch an ausliegende Zeitungen, Zeitschriften, Spiele, Sitzkissen in der Aussengastronomie, Hintergrundmusik, Zugaben zum Kaffee und vieles mehr? Haben Sie auch schon überlegt, Produkte und Dienstleistungen, die es üblicherweise in der Gastronomie kostenlos gibt, stattdessen kostenpflichtig anzubieten? Siehe dazu auch meine früheren Beiträge:Mehr über das Thema "Free" finden Sie in dem Buch "Free: The Economics of Abundance and Why Zero Pricing Is Changing the Face of Business" von Chris Anderson. Nahelliegend gibt es dieses Buch auch als kostenloses Hörbuch (285 MB).

Labels:


ifo Konjunkturtest Dienstleistungen.

Das angesehene Münchener Forschungsinstitut ifo veröffentlicht regelmäßig einen "ifo Konjunkturtest Dienstleistungen". Die ermittelten Indikatoren basieren nicht wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf mehr oder weniger harten Fakten (etwa der Umsatzsteuerstatistik), sondern auf den geäußerten Angaben von Betrieben über ihre aktuelle Geschäftslage und ihren Erwartungen für die nächsten Monate.

Für den Berichtsmonat Juni 2009 wird über das Gastgewerbe in Deutschland berichtet, es bewerte seine aktuelle Lage und auch die Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate "nicht mehr so negativ".

Im Beherbergungsgewerbe rechneten die berichtenden Betriebe mit weiteren Umsatzrückgängen für das kommende Halbjahr, sähen ihre momentane Situation aber nicht mehr so schlecht wie bisher. Der Beschäftigungsabbau verlangsame sich.

In der Gastronomie sähen die Firmen ihre aktuelle Lage nicht mehr so negativ und hätten zuversichtlichere Geschäftserwartungen.

Labels:


Mittwoch, Juli 08, 2009

Kleines Raetsel.

Welches Produkt besteht aus folgende Zutaten?
"Magermilch, Panade (Weizenmehl, teilweise modifizierte Weizenstärke, Maisstärke, Weizenkeimlinge,pflanzliche Öl (Palmöl, Sonnenblumenöl), Hefe, Weizendextrose, Kräuterextrakt), Sonnenblumenöl, Aroma, Verdickungsmittel (E401, E461, E509), Säuerungsmittel (E326, E452), Eiweiß von Eiern aus Freilandhaltung, Sojaeiweißkonzentrat, Hafer, Vitamin B6."

Samstag, Juli 04, 2009

Mogel-Schinken aus Staerke-Gel und Fleischstuecken.

Die Ergebnisse von Stichproben der letzten drei Jahren machen zur Zeit Wirbel. Bei insgesamt528 Proben bei Gastronomen, Herstellern und Händlern seien bei rund 68 Prozent aller Proben statt Kochschinken kochschinkenähnliche Produkte und Schinken-Imitate verarbeitet worden. Die Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 3. Juli 2009 im Wortlaut:

"Staatssekretär: Mogel-Schinken besteht aus Stärke-Gel und Fleischstücken

In seinem Kampf gegen falsch gekennzeichnete Lebensmittel-Imitate hat der hessische Agrarstaatssekretär Mark Weinmeister vor Verbrauchertäuschung durch falschen Kochschinken gewarnt. Immer häufiger sei festzustellen, dass vor allem in der Gastronomie ein minderwertiges Produkt als angeblicher Kochschinken serviert werde, das jedoch nichts mit echtem Schinken zu tun habe, sagte Weinmeister am Freitag dem Hessischen Rundfunk.

Hessische Lebensmittelkontrolleure haben nach seinen Worten seit 2006 insgesamt 528 Proben Kochschinken, kochschinkenähnliche Produkte und Schinken-Imitate genommen. Davon bezog sich bei 106 Proben die Entnahme gezielt auf die in der Gastronomie bei der Herstellung von Speisen (z. B. Pizzen oder Salate) verwendete Ware und deren Auslobung in der Speisekarte. Von diesen 106 Proben wurden 72 Proben (67,9%) wegen irreführender Bezeichnung oder Wertminderung ohne Kenntlichmachung beanstandet. Die übrigen Proben (422) wurden bei Herstellern und im Handel gezogen. Bei diesen Proben lag der Anteil an entsprechenden Beanstandungen mit 19% (80 Proben) deutlich niedriger.
"Hierbei handelt es sich um Mogel-Schinken! Die Produkte bestehen aus einem großen Anteil von schnittfestem Stärke-Gel, in das kleine Fleischstücke eingebettet sind"
sagte der Staatssekretär. Der Gehalt an Fleisch-Eiweiß liege dabei im Vergleich zu echtem Schinken sehr niedrig, der Fremdwassergehalt dagegen sehr hoch. Der Kunde merkt den Schwindel bestenfalls erst dann, wenn der Mogel-Schinken auf dem Teller liegt.
"Die Abweichungen sind oft so groß, dass die Verwendung der Bezeichnung Schinken auch in Wortverbindungen und mit einschränkenden Erläuterungen nicht geeignet ist, den Verbraucher hinreichend zu informieren. Das ist üble Verbrauchertäuschung."
Ein Beispiel dafür sei die Bezeichnung "Spalla Cotta – Vorderschinken nach italienischer Art aus Vorderschinkenteilen". Weinmeister:
"Auch hier gilt: Vorsicht Mogelschinken!"
Analog zum Schummel-Käse: Wer zweimal mogelt, kommt ins Internet

Weinmeister will nach eigenen Worten beim falschen Schinken genauso hart durchgreifen wie beim so genannten "Schummel-Käse" aus Pflanzenfett, der keine Milch enthält. Wer von hessischen Lebensmittelkontrolleuren zum zweiten Mal dabei erwischt werde, dass er ein Imitat ohne korrekte Kennzeichnung verwendet, dem drohe die Veröffentlichung seines Namens im Internet. Die Vollzugsbehörden wurden entsprechend angewiesen.

Hessen hat laut Weinmeister seine Hausaufgaben gemacht. So hat sich Hessen im Rahmen eines nationalen Kontrollprogramms bereit erklärt, von bundesweit insgesamt 882 vorgesehenen Kontrollen 302 Betriebskontrollen im Jahr 2009 durchzuführen.
"Wir machen Ernst, denn es handelt sich hierbei nicht um ein Kavaliersdelikt. Wer Mogelschinken ohne ausreichende Kennzeichnung in Verkehr bringt, begeht zumindest eine Ordnungswidrigkeit. Bei nachgewiesenem Vorsatz liegt sogar eine Straftat vor."
Mein Kommentar: Jenseits des Wirbels ist festzustellen:
  • Gastronomen sollten aufpassen, daß ihnen von ihren Lieferanten keine minderwertige Ware untergeschoben wird.
  • Es handelt sich nicht um Fälle von gesundheitsschädlichen oder ekelerregenden Zutaten, sondern um eine Verbrauchertäuschung, bei denen preisgünstigere Zutaten untergeschoben werden. Vergleichbar ist dies mit Fällen, wo etwa statt Seezung Pangasius ausgegeben wird. Siehe dazu meinen früheren Beitrag "Pangasius".
  • Kochschinkenähnliche Produkte wie der Vorderschinken (wie Kochschinken verarbeitetes Fleisch der Schweineschulter) darf verwendet werden, muß aber als solcher ausgewiesen werden. Bei Pizza wird in der Regel kein Hinterschinken verwendet, sondern Vorderschinken.

Sprechstunden in Cafés.

"Wir müssen die Leser durch leibhaftige Vorort-Präsenz, etwa Sprechstunden in Cafés, Rundreisen etc., aber auch durch Mikroblogs und als Plattform für lokale Gemeinschaften (Communities) einbeziehen."
schreibt Lutz Schumacher, Geschäftsführer der Tageszeitung "Nordkurier", in seinem Beitrag "Wir sind entrückt und unflexibel. Fünf Thesen zur Zukunft des Zeitungswesens", in: Carta vom 1. Juli 2009.

Es spricht nichts dagegen, wenn Zeitungsverlage ihre Sprechstunden in Gaststätten abhalten. Sie sollten aber vorab Détails wie Mieten, Mindestumsätze usw. mit uns Gastronomen absprechen.

Um ihre Präsenz bei den unter 50-Jährigen, die noch Zeitung lesen, zu erhöhen, können Sie uns Gastronomen gerne auch die Gebühren für Abos für Zeitungen und Zeitschriften erlassen. "Cicero" macht es vor und schickt unserem Bamberger "Café Abseits" seine Ausgaben kostenlos zu. Andere aktuelle Zeitschriften wie den "Spiegel", "Focus", "Bild der Wissenschaft", "Ökotest", "Motorrad", "Chiop" und "Computer-Bild" bekommen wir per Lesezirkel Dörsch zum halben Preis - immerhin. Die Wochenzeitung "Die Zeit" hat uns einen Zeitungshalter geschenkt - ein kleiner Einstieg in das Sponsoring von Gaststätten durch Zeitungsverlage.

Donnerstag, Juli 02, 2009

Fragen an Bewerber fuer leitende Funktionen.

Brian Bruce hat eine Liste von 28 Fragen verfaßt, die man einem Bewerber für eine Führungsfunktion eines gastronomischen Unternehmens stellen könnte: "28 Restaurant Management Interview Questions", in: Running Restaurants vom 30. Juni 2009.

Brian Bruce rekrutiert leitende Mitarbeiter für Restaurants. Sein Blog: Restaurant Manager Resources.

Labels:


Mittwoch, Juli 01, 2009

Armer Milliardaer.

Jeder Gastronom und Hotelier freut sich, wenn ihm Suchmaschinen Besucher auf seine Website bringt. Wenn er etwas dagegen hat, kann er dem Bot der Suchmaschine per Eintrag in der Datei robots.txt mitteilen, daß er die Indizierung seiner Website unterlassen soll. Die wichtigen Suchmaschinenbetreiber halten sich daran. Siehe dazu z.B. die Tipps von Goolge: "Manuelles Erstellen einer "robots.txt"-Datei".

Warum wissen dies nicht auch die Zeitungs- und Zeitschriftenverleger, die sich lautstark beschweren, daß ihnen Suchmaschinen Leser bescheren: Hubert Burda verlangt in seinem Beitrag unter anderem
"das Recht, im Netz von den Suchmaschinen nach objektiven, nachvollziehbaren Kriterien gefunden zu werden."
Dies ist, nett formuliert, ein Schmarrn:
  • Die Regeln, nach denen Trefferlisten von Suchmaschinen gebildet werden, sind ihr zentrales Betriebsgeheimnis. Genauso gut könnte man von Köchen verlangen, daß sie ihre Rezepturen, die Zubereitungsschritte und die Anrichteweisen veröffentlichen müssen.
  • Suchmaschinen variieren Parameter der Formeln, nach denen Trefferlisten generiert werden, um es Website-Betreibern und Suchmaschinenoptimierern zu erschweren, die Regeln herauszufinden und ihre (Spam-)Seiten mit deren Kenntnis auf die vorderen Plätze zu hieven. Wenn eine Suchmaschine die Regeln im Einzelnen offen legen würden, nach welchen Kriterien eine Page auf die vorderen Plätze gelangt, würde eine Vielzahl von optimierten Seiten genau diesen Kriterien entsprechen und die Trefferlisten zu kommerziell interessanten Suchbegriffen wären noch mehr vermüllt als sie es jetzt schon sind. Redaktionelle Artikel hätten noch weniger Chancen als heutzutage, da journalistische Inhalte andere Anforderungen erfüllen müssen als beliebige, für Suchmaschinen optimierte oder gar generierte Webseiten.