Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, Januar 20, 2010

Hoteluebernachtungen eher teurer als guenstiger.

19.01.2010 - Offenbar geben nur wenige Hotels das Mehrwertsteuergeschenk zum Jahreswechsel in Form von Preissenkungen an die Kunden weiter. Dies zeigt eine vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) veröffentlichte bundesweite Stichprobe von rund 600 Übernachtungsangeboten. Das Ergebnis: Von Mitte Dezember 2009 bis Mitte Januar 2010 wurden Hotelübernachtungen eher teurer als günstiger. Lediglich 7,4 Prozent der untersuchten Angebote wurden im Preis gesenkt, hingegen wurden 13,9 Prozent sogar erhöht. In der Summe sind die Kosten für Übernachtungen um 1,9 Prozent gestiegen.

vzbv-Vorstand Gerd Billen kritisiert die Hotelbranche für die Nichteinhaltung ihrer Ankündigungen.
"Das Hauptargument für die Einführung einer reduzierten Mehrwertsteuer waren preisbedingte Wettbewerbsnachteile im internationalen Wettbewerb. Dann müssten als logische Konsequenz jetzt auch die Preise sinken."
Der von der Politik erhoffte positive Preiseffekt für die Hotelkunden sei bisher jedenfalls nicht eingetreten. 5700 Mitglieder hatten in einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) angekündigt, 21,2 Prozent des Mehrwertsteuervorteils als Preissenkungen direkt an die Kunden weitergeben zu wollen. Der Hotelverband Deutschland (IHA) hatte zugesagt, dass Gäste, Mitarbeiter sowie Handwerker und Zulieferer gleichermaßen profitieren werden.

Ergebnisse der Erhebung

Der vzbv hatte das Institut für angewandte Verbraucherforschung (IFAV) mit der Überprüfung der Preisentwicklung beauftragt. Die nicht repräsentative Stichprobe umfasst insgesamt 583 einzelne Übernachtungsangebote von 300 Betrieben, verteilt auf 180 Betriebe in 30 Städten in allen Bundesländern sowie 120 Betriebe in 20 beliebten Ferienregionen in Deutschland. Sämtliche Preise bezogen sich auf Übernachtungen an einem Werktag außer Freitag. Es wurden nur Normalangebote ermittelt. Die erste Datenerhebung wurde per Internet vom 15.-18. Dezember 2009 durchgeführt, die zweite Erhebung fand vom 12.-14. Januar 2010 statt.
  • In 78,7 Prozent der untersuchten Fälle sind die Preise konstant geblieben, in 13,9 Prozent der Fälle gestiegen, in 7,4 Prozent der Fälle gesunken.
  • Für die Gesamtstichprobe sind die Übernachtungspreise um 1,9 Prozent gestiegen.
  • Die Preiserhöhungen fallen kräftiger aus als die Preissenkungen: Die insgesamt 81 Angebote, die sich gegenüber Dezember 2009 verteuert haben, wurden durchschnittlich um 13,03 Euro erhöht. Dagegen fallen die durchschnittlichen Preisreduzierungen bei den 43 Angeboten, für die jetzt ein niedrigerer Preis als vor einem Monat festgestellt wurde, mit 5,62 Euro bescheiden aus.
  • Nur geringe Unterschiede in der Preistendenz lassen sich zwischen einem Zimmer mit und ohne Frühstück sowie zwischen einem Einzel- und Doppelzimmer erkennen.
  • In Großstädten haben wesentlich mehr Betriebe Preisänderungen vorgenommen als in den Ferienregionen, in beiden Fällen gab es mehr Anpassungen nach oben als nach unten.
  • Bei Einzelzimmern im oberen Preissegment, die vor allem für Geschäftsreisende interessant sein dürften, wurden die Preise bereits in über 30 Prozent der Fälle angepasst. Neben vielen Preiserhöhungen sind hier verglichen mit der Gesamtstichprobe relativ viele Preissenkungen zu beobachten. Vielleicht besteht hier, wenn auch auf sehr niedrigem Niveau, die Tendenz, Geschäftsreisenden, für die sich die Möglichkeiten des Vorsteuerabzugs jetzt verschlechtert haben, zum Teil mit Preissenkungen entgegenzukommen.
  • Hingegen sind die Preise für Doppelzimmer im unteren Preissegment, die vor allem für Urlauber attraktiv sein dürften, weitestgehend konstant geblieben. Preisanpassungen wurden lediglich in rund 11 Prozent der Fälle vorgenommen.
(Quelle: Pressemitteilung des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)).

Anmerkung: Ich halte die Erhebung von von Hotels veröffentlichen Listenpreise für nicht angemessen zur Beantwortung der Frage, wie sich die tatsächlich vereinbarten Preise entwickelt haben.

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