Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, Februar 17, 2010

Gastronomie im Versteck.

Peggy Schatz aus Berlin, die heuer zum ersten Mal an einem Treffen "Blog trifft Gastro" teilgenommen hat, hat begonnen, unser diesjähriges Treffen am 13. Februar 2010, chronologisch Revue passieren zu lassen: "3 Gänge 'Blog trifft Gastro'", in: multikulinarisch.es vom 16. Februar 2010.

Mir ist aufgefallen, daß in vielen Betrieben die Außenwerbung vernachlässigt wird. Drei Beispiele:
  • Ich habe am Samstagfrüh den Tipp dankbar aufgegriffen, im "Café Fleury" zu frühstücken, auch weil dem Frühstücksbuffet in "meinem" Hotel Motel One ein schlechter Ruf vorauseilt. Peggy Schatz hat dieses französische Café vorgestellt: "Französisches mit Wienerin in Berlin". Ich hatte mir nur grob gemerkt, wo sich dieses Café in etwa befindet (wenige hundert Meter vom Restaurant "Fabisch" entfernt) und fragte einen Briefträger nach dem Weg dorthin. Er hatte von einem "Café Fleury" noch nie etwas gehört. Eine Verkäuferin in einer Bäckerei hatte auch keine Ahnung. Ich lief dann weiter, dummerweise in die falsche Richtung, und bin nach einem Kilometer Rundweg wieder zum Ausgangspunkt zurückgekommen. Drei Häuser entfernt von der erwähnten Bäckerei - ich hatte meine Hoffnung, das Café Fleury zu finden, bereits fast aufgegeben, fragte ich einen Passanten. Er deutete amüsiert auf die gegenüberliegende Straßenseite. Tatsächlich war dort, verdeckt von parkenden Autos der Schriftzug "Fleury" unten auf den großen Schaufenstern zu lesen. Kein Schild, keine Beschriftung im gut sichtbaren Bereich oberhalb der Schaufensterfront, kein Straßenaufsteller wies den Weg. Wen wundert es, wenn dieses Café auch keine eigene Website hat? Auf der anderen Seite ist dieses reizvolle Café auf Bewertungsportalen und anderen Webseiten durchaus präsent.
  • Am späten Abend besuchten wir die Ende 2009 eröffnete "Admirals Absinth-Bar" im Admiralspalast mit den Bartendern Tayfun Sen und Goncalo de Sousa Monteiro (mehr darüber: "Neueröffnungen: Admirals Absinth-Bar und Mauro's Negroni Club", in: Mixology vom 7. Dezember 2009). Die Treppe zu dieser Kellerbar liegt geradezu versteckt in einem Hinterhof.
  • Das extremste Beispiel dieser Versteck-Kultur ist die Triobar (ein zweiter Raum beherbergt den "Rum-Club"). Straße und Hausnummer werden bewußt nicht veröffentlicht. Wenn ein Gast die Adresse veröffentlicht, erhält er ein Jahr lang Hausverbot, droht Michael Menk lächelnd an. Gäste müssen sich telefonisch anmelden. Nur dann wird ihnen, wenn sie am kaum erkennbaren Eingang klingeln, Einlaß gewährt.
Nichtsdestotrotz waren alls drei erwähnten Outlets randvoll mit Gästen. Warum diese Versteckkultur? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist das Angebot an Betrieben in Berlin so groß, daß homogene Gästegruppen unter sich bleiben können und wollen. Vielleicht wird kein Wert auf Laufgäste gelegt, die nicht zu den Stammgästen passen? Siehe dazu auch meinen etwas polemischen Beitrag "Ich will keine neuen Gaeste".

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Kommentare:
Das Problem in Berlin für die Kiez-/Eckkneipen und -bars sind einfach die Touristenhorden. Wer mehrmals einfallende Gruppen von Spaniern, Engländern, Schwaben und auch sonst was über sich ergehen lassen musste, wird irgendwann die Kneipe meiden.
Häufig zerstören diese Gruppen auch dien normalerweise recht entspannte Atmosphäre in der Kneipe.
 
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