Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, März 25, 2010

Grabrede.

Noch am 12. März 2010 hat Michael König in der "Süddeutschen Zeitung" das Münchener Restaurant "Grinsekatze" rezensiert: "Restaurant Grinsekatze Vorhof zum Wunderland". 2008 hatten dieses Restaurant in der VOX-Sendung "Mein Restaurant" gewonnen.

Die Kritik in der SZ ist unterm Strich positiv. Ein paar Punkte aber stören den Autor. Neben die zu laute Musik am frühen Abend sind dies:
  • Der Barkeeper übe das "schwungwolle Cocktailmixen" mit leeren Spirituosenflaschen, wobei ihm die Flasche häufig entgleitet und sie "scheppernd zu Boden" fällt. Merke: Man übt nicht mit leeren Flaschen, weil sie sich anders verhalten als volle oder halbvolle Flaschen. Zum Üben gibt es unzerbrechliceh Trainingsflaschen mit 0,75 l oder 1 l Volumen (z.B. Flairbottles von Flairco). Sie haben die gleichen Maße, das Gewicht, Form, Balance und Drehmoment wie Glasflaschen, sind aber unzerbrechlich. Zudem trainiert man als Anfänger Flair Bartending nicht vor Gästen, die speisen und sich in Ruhe unterhalten wollen.
  • "Schon vor dem Hauptgang sind fast 40 Euro futsch. Bei diesem Preisniveau fällt jede Kleinigkeit ins Gewicht." Wenn ein Konzept, das durch einen Fernsehsender (oder ein anderes Medium) gepusht wird, Preise verlangt, die dem angebotenen Niveau nicht entsprechen, handelt es sich um eher um Eintrittspreise, die man auch zahlen muß, wenn man sich in eine Freak-Show Frauen ohne Unterleib und Männer mit zwei Köpfen anschaut. Sowas schaut man sich aber in der Regel nicht mehrmals an. Deshalb braucht man für solche Shows einen steten Strom neuer Gäste, die einmal und dann nicht wieder kommen.
Am 23. März 2010 melden dann einige Medien, so auch die "Süddeutsche Zeitung", die "Grinsekatze" habe Insolvenz angemeldet: "'Grinsekatze' vergeht das Lachen".

37 Kritiken von Gästen, gut für 4 von 5 Sternen, finden sich noch auf der Website Restaurant-Kritik.de. Qype hat sie bereits entfernt. Dennoch zeigen sich in den Kritiken auf Restaurant-Kritik.de einige der beiden oben angesprochenen Punkte. So heißt es etwa:
"Wir haben zu zweit 71,90 € Euro bezahlt und zogen hungrig von dannen, nachdem die Bedienung ein Foto von uns machte und sich für unseren Besuch bedanke. Wir sind mit hohen Erwartungen und voller Freude extra angereist und wurden sehr enttäuscht, keiner von uns Beiden wird das Lokal weiterempfehlen."

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Kommentare:
Ich finde auch die Gegend unpassend. Das ist eine teure Wohngegend. Aber keine Ausgeh-Ecke. Da wäre statt Bogenhausen Schwabing oder das Glockenbachviertel, meinetwegen noch die Schwanthalerhöhe, sinnvoller gewesen.
Siehe auch meinen Kommentar hier:
Ausgegrinst: Vox-Gewinnerlokal Grinsekatze ist pleite
http://www.legourmand.de/?p=2941

Servus,
Götz
 
Das ist der Grinsekatze tatsächlich das Lachen vergangen .. wie gewonnen so zeronnen.
 
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