Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Schnitzel & Things. » | Gastgewerbeumsatz im Juli 2010 real um 0,4% gestie... » | 15. Internationale Gastwirtinnentage in Sankt Engl... » | Smileys bundesweit? » | Zoll prueft Gaststaetten im suedlichen Alb-Donau-K... » | Beginn der Entgelttarifverhandlung im Bayerischen ... » | hogatec 2010 - Abschlussmeldung. » | Landesarbeitsgericht: Kuendigung einer langjaehrig... » | Gastronomie im Innviertel profitiert vom Rauchverb... » | Top-Event für das sueddeutsche Gastgewerbe: HOGA N... »


Sonntag, September 26, 2010

Lebensmittelhygiene-"Smiley" soll in ganz Berlin eingefuehrt werden.

Die kommunistische Berliner Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher will zum 1. Juli 2011 das Smiley-System einführen: "Berlin führt 2011 "Smiley"-System ein", in: RP online vom 24. September 2010:
"Unklar ist noch, wie die Kontrollen und vor allem die Nachuntersuchungen von negativ getesteten Lokalen laufen soll, die ihr böse guckendes Gesicht wieder loswerden wollen. Die Bezirke betonten, dass sie dafür mehr Personal brauchen."
Kommentar: Um gastronomische Betriebe zeitnah, also wenigstens einmal im Monat, überprüfen zu können, müßte die Anzahl der damit betrauten Lebensmittelkontrolleure mindestens verzehnfacht werden. Doch dafür hat das insolvente Berlin (das mit ca. 3 Milliarden Euro jährlich von Bayern durchgefüttert wird) kein Geld.

Zudem müssten Lebensmittelkontrolleure erst in ausreichender Anzahl qualifiziert werden. Die vom Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure veröffentlichten Anforderungsprofile für den Beruf des Lebensmittelkontrolleurs (PDF) (salopp formuliert: Meister in in einem Lebensmittel verarbeitenden Beruf und eine zusätzliche Ausbildung (PDF) machen klar, daß qualifizierte Bewerber keinesfalls im notwendigen Umfange zur Verfügung stehen. Ein transparentes Kontrollverfahren müßte ergänzend auch die Namen und Qualifikationen der Prüfer online stellen, damit die Nutzer sich ein eigenes Bild machen können, ob die Kontrolleure überhaupt ausreichend qualifiziert sind.

Der DEHOGA-Bundesverband hat in seinem Dokument "DEHOGA AKTUELL Merkblatt Hygiene-Smiley" (PDF) die nach seiner Meinung wichtigten Argumente gegen das Hygiene-Smiley genannt.

Labels:


Kommentare:
Im Tagesspiegel Berlin (http://www.tagesspiegel.de/berlin/landespolitik/smileys-fuer-alle-gaststaetten/1941976.html) steht:

"Damit möglichst viele Betriebe von Juli an gleich einen Smiley an die Tür heften können, will die Senatsverwaltung für Gesundheit die Prüfungen der Bezirke aus den vergangenen zwei Jahre für die Bewertungen heranziehen."

Es sollen also tatsächlich bis zu 2 Jahre alte Ergebnisse durch "aktuelle" Smileys repräsentiert werden! Unabhängig von augenblicklichen Hygienzustand. Skandalös und ungerecht.

Nichts gegen das Vorgehen gegen Ekelküchen, aber bitte mit Hirn und nicht auf Kosten sauberer Betriebe.
 
Kommentar veröffentlichen