Gastgewerbe Gedankensplitter



Dienstag, September 28, 2010

Die Stadt Erfurt macht ernst - Das JA zur Bettensteuer wird ein juristisches Nachspiel haben.

Erfurt, 23. September 2010 / Mit rot-rot-grüner Mehrheit hat der Erfurter Stadtrat am gestrigen Abend die heftig umstrittene Kulturförderabgabe durchgewunken. Fünf Prozent des Übernachtungspreises werden damit ab 1. Januar 2011 als sogenannte Bettensteuer fällig.
"Der Erfurter Stadtrat hat mit dieser Entscheidung alle von uns und anderen Institutionen vorgebrachten tatsächlichen und juristischen Bedenken in Bezug auf diese Satzung ignoriert. Für uns ist der nächste Schritt damit klar. Wir werden vor das Oberverwaltungsgericht gehen und diese Satzung kippen"
empört sich Dirk Ellinger, Geschäftsführer des DEHOGA Thüringen.

Die Kulturförderabgabe wird auf Übernachtungen erhoben und bedeutet für das Gastgewerbe in der Landeshauptstadt die zweite finanzielle Zumutung, da bereits die Sondernutzungsgebühren der Stadt Erfurt in diesem Jahr um 75 Prozent angehoben worden sind und die Außengastronomie hart treffen.

Vollkommen willkürlich soll die Steuer nur jene Beherbergungseinrichtungen treffen, in denen mehr als acht Gäste untergebracht werden können. Alle anderen Betriebe bzw. auch Privatvermieter sollen aufgrund angeblich zu hoher Verwaltungskosten nicht belangt werden. Damit ist der Grundsatz der gleichförmigen Besteuerung wesentlich durchbrochen.

Auch Jugendherbergen, Campingplätze, Schulungsheime und Vorsorge- und Rehabilitationskliniken sollen die Abgabe leisten.
"In weiten Teilen ist die Satzung einfach nur von anderen Kommunen abgeschrieben worden und enthält rechtsfehlerhafte Formulierungen, die auf Erfurt gar nicht zutreffen können. So ist etwa in § 2 die Rede davon gemeindliche Fremdenverkehrseinrichtungen in Anspruch nehmen zu können. Zum einen ist Erfurt eine Stadt und keine Gemeinde und zum anderen verfügt Erfurt über keine Fremdenverkehrseinrichtungen, wie sie eben nur in einer Fremdenverkehrssatzung vorkommen"
Als besonders besorgniserregend wird gewertet, dass die seitens des DEHOGA Thüringen abgegebene umfangreiche Stellungnahme, die sämtliche formalrechtliche Widersprüche der Satzung offenlegte, seitens der Verwaltung der Stadt Erfurt offensichtlich völlig ignoriert und nunmehr eine fehlerhafte Satzung, beschlossen wurde.
"Grundsätzlich lehnen wir diese Steuer ab und werden uns dagegen auch entsprechend zur Wehr setzen. Eine solche Steuer kann gar nicht geeignet sein, die Tourismusentwicklung, entgegen der Begründung seitens der Verwaltung der Stadt Erfurt, positiv zu beeinflussen. Nur eine schnelle gerichtliche Entscheidung kann hier Klarheit bringen. Deshalb werden wir eine Normenkontrolle anstreben"
fasst Ellinger zusammen.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Thüringen).

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Sonntag, September 26, 2010

Lebensmittelhygiene-"Smiley" soll in ganz Berlin eingefuehrt werden.

Die kommunistische Berliner Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher will zum 1. Juli 2011 das Smiley-System einführen: "Berlin führt 2011 "Smiley"-System ein", in: RP online vom 24. September 2010:
"Unklar ist noch, wie die Kontrollen und vor allem die Nachuntersuchungen von negativ getesteten Lokalen laufen soll, die ihr böse guckendes Gesicht wieder loswerden wollen. Die Bezirke betonten, dass sie dafür mehr Personal brauchen."
Kommentar: Um gastronomische Betriebe zeitnah, also wenigstens einmal im Monat, überprüfen zu können, müßte die Anzahl der damit betrauten Lebensmittelkontrolleure mindestens verzehnfacht werden. Doch dafür hat das insolvente Berlin (das mit ca. 3 Milliarden Euro jährlich von Bayern durchgefüttert wird) kein Geld.

Zudem müssten Lebensmittelkontrolleure erst in ausreichender Anzahl qualifiziert werden. Die vom Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure veröffentlichten Anforderungsprofile für den Beruf des Lebensmittelkontrolleurs (PDF) (salopp formuliert: Meister in in einem Lebensmittel verarbeitenden Beruf und eine zusätzliche Ausbildung (PDF) machen klar, daß qualifizierte Bewerber keinesfalls im notwendigen Umfange zur Verfügung stehen. Ein transparentes Kontrollverfahren müßte ergänzend auch die Namen und Qualifikationen der Prüfer online stellen, damit die Nutzer sich ein eigenes Bild machen können, ob die Kontrolleure überhaupt ausreichend qualifiziert sind.

Der DEHOGA-Bundesverband hat in seinem Dokument "DEHOGA AKTUELL Merkblatt Hygiene-Smiley" (PDF) die nach seiner Meinung wichtigten Argumente gegen das Hygiene-Smiley genannt.

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Donnerstag, September 23, 2010

Schnitzel & Things.

"Gourmetküche verdrängt Hot Dogs aus New York", in: Die Welt vom 22. September 2010.

Vorgestellt wird unter anderem "Schnitzel & Things", ein mobiler Verkaufsstand mit schmalem Sortiment, der vor allem Schnitzel anbietet. Das Marketingkonzept nutzt vor allem seinen Twitter-Account @schnitzeltruck mit fast 6.000 Abonnenten.

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Mittwoch, September 22, 2010

Gastgewerbeumsatz im Juli 2010 real um 0,4% gestiegen.

WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, setzten die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland im Juli 2010 nominal 3,2% und real 0,4% mehr um als im Juli 2009. Der Umsatz im Gastgewerbe war im Juli 2010 nach Kalender- und Saisonbereinigung nominal 0,6% und real 0,8% niedriger als im Vormonat Juni.

Das Beherbergungsgewerbe erzielte im Juli 2010 einen nominalen Umsatzzuwachs von 7,8% gegenüber Juli 2009 (real + 1,8%). In der Gastronomie wurden nominal 0,9% mehr und real 0,3% weniger als im Juli 2009 umgesetzt. Innerhalb der Gastronomie verzeichneten die Caterer einen Umsatzanstieg von nominal 2,8% und real 1,8%.

In den ersten sieben Monaten 2010 setzte das Gastgewerbe in Deutschland nominal 2,0% mehr, real aber 0,8% weniger um als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

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Montag, September 20, 2010

15. Internationale Gastwirtinnentage in Sankt Englmar: Letzte Chance auf eine Veranstaltung mit Franziska Schumacher.

Hollfeld, September 2010. Raus aus dem Alltag und ab nach Sankt Englmar ins Hotel Reiner-Hof. Bereits zum 15. Mal sind Wirtinnen und Hotelierinnen zu den Internationalen Gastwirtinnentagen eingeladen, die heuer letztmalig unter der Leitung von GastroPower-Chefin Franziska Schumacher stehen. Vom 8. bis 10. November dürfen sich die Teilnehmerinnen wie gewohnt auf drei abwechslungsreiche Tage mit Fortbildung, Betriebsberatung, Kennenlernen, Austausch und Entspannung freuen

Dass die Internationalen Gastwirtinnentage eine reine Frauenveranstaltung für Gastro-Unternehmerinnen aus dem deutschsprachigen Raum sind, haben sich die Männer selber zuzuschreiben. Die erste Veranstaltung im Jahr 1995 war noch gemischt.
"Aber nachdem die Männer immer ihre Frauen in die Seminare vorschickten und selber nur selten in Erscheinung traten, dachten wir uns: Dann machen wir es doch gleich für Frauen"
erklärt Gastro Coach Franziska Schumacher den Hintergrund.

An dieses bewährte Konzept wurde seit dem gehalten und so soll es auch weiter gehen, zukünftig allerdings unter neuer Leitung. Für Franziska Schumacher ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Generationenwechsel gekommen.
"Es ist gut aufzuhören, wenn noch viele Menschen 'Schade“ sagen'"
erklärt sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ganz so einfach hört sie nach 15 Jahren halt doch nicht auf. Dementsprechend hat sie sich für die letzte Veranstaltung noch mal einmal richtig ins Zeug gelegt und wieder ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.

Passend zu ihrer eigenen Entscheidung, abzugeben, lautet der rote Faden in diesem Jahr:
"Umgehen mit Veränderungen, Herausforderungen der nächsten Jahren."
Diesem wichtigen Thema ist einer der beiden Seminartage gewidmet.
"Es geht dabei um gesellschaftliche und demoskopische Entwicklungen, denen wir uns stellen müssen, die Veränderungen der Märkte und die Veränderungen der Zielgruppen"
so Frau Schumacher. Einblicke, wie Veränderungen in der Betriebspraxis ablaufen, gibt auch der Gastgeber der Wirtinnentage, das Hotel Reiner-Hof. Die Familie Reiner hat 2008 den Schritt in die nächste Dimension gewagt und ihre Pension in ein Wellnesshotel ausgebaut, Generationswechsel inbegriffen.

An dem anderen Seminartag geht es um Öffentlichkeitsarbeit / Pressearbeit im Gastgewerbe. Wieso kommen manche Betriebe immer in die Zeitung, andere nie? Am Ende des Seminars wissen die Teilnehmerinnen u.a., wie man die Medien mit Pressemeldungen auf sich aufmerksam macht, was beim Verfassen von Pressetexten zu beachten ist, und wie diese in die Redaktionen gelangen.

Im Anschluss an die Tagesseminare erwartet die Teilnehmerinnen dann noch ein abwechslungsreiches "Abendprogramm". Am Dienstag geht es in der "Dunklen Nacht" auf den Baumwipfelweg. Und Mittwoch der letzte Abend der Gastwirtinnentage klingt mit Musik, Spaß und Geschichten aus dem Leben aus. Auch der Punkt Entspannung kommt während der drei Tage nicht zu kurz. So steht den Teilnehmerinnen die gesamte Palette der Wellnessangebote im Hotel zur Verfügung und Frühaufsteher treffen sich zu morgendlichen Nordic Walking-Ausflügen.
"Ich freue mich, viele neue Gesichter bei den Gastwirtinnentagen in Sankt Englmar zu treffen und hoffe, dass auch viele unserer treuen Teilnehmerinnen wieder dabei sind"
so die Einladung von Franziska Schumacher.

(Quelle: Pressemitteilung von Franziskka Schumacher).

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Freitag, September 17, 2010

Smileys bundesweit?

Die Konferenz der Verbraucherschutzminister hat beschlossen, die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen gastronomischer Betriebe zu veröffentlichen: "Symbole sollen über Restaurant-Hygiene aufklären", in: Focus vom 17. September 2010.

Auf den zweiten Blick zeigt sich, daß die Anforderungen an das Verfahren nicht miteinander vereinbar sind und auch nicht praktikabel:
  • Die Informationen sollen verständlich sein. Dazu müßte aber unterschieden werden, zwischen Mängeln, die für den Verbrauer relevant sind und Verstößen gegen bürokratische Vorschriften, die in keinem Zusammenhang mit der Lebensmittelhygiene stehen, z.B. wenn Zusatzstoffe falsch deklariert sind.
  • Die Informationen sollen aktuell sein. Tatsächlich werden gastronomische Betriebe durchschnittlich einmal pro Jahr kontrolliert. Ist den Prüfern bekannt, daß ein Betrieb solide arbeitet, wird eher oberflächlich kontrolliert, um mehr Zeit zu haben für solche Betriebe, die bereits negativ aufgefallen sind. Um aktuelle Informationen bereit zu stellen, müßte die Anzahl der Prüfern mindesten verzehnfacht werden. Die Kosten dafür müßten aber die Kommunen bzw. Landkreise bzw. Bezirke tragen. Die haben aber weder Geld noch Lust, die Personalkosten der zuständigen Abteilungen massiv auszustocken. Zudem gibt es nicht ausreichend Bewerber, die die Doppelqualifikation Ausbildung in einem lebensmittelverarbeitenden Beruf, z.B. Koch, und lebensmittelrechtliche Kenntnisse erfüllen.
Die von Berlin-Pankow veröffentlichten negativen Ergebnisse ("Negativliste geordnet nach Adressen mit Fotos 10. September 2010") täuschen mit der Datumsangabe 10. September 2010 über das wahre Alter der darin enthaltenen Prüfberichte. Monatealte Informationen über den Hygienezustand von gastronomischen Betriebe sind für die Katz.

Anders als in Berlin-Pankow würden in meiner Stadt Bamberg Betriebe mit solchen Befunden schlichtweg geschlossen und erst wieder aufgemacht, wenn die unhygienischen Zustände beseitigt sind.

Das Smiley-Kontrollsystem hilft den Prüfern nicht, sondern belästigt sie mit bürokratischen Pflichten, die sie von den Kontrollen und dem Vorgehen gegen Schmutzfinken abhalten.

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Zoll prueft Gaststaetten im suedlichen Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Biberach.

Bei der Überprüfung von Gaststätten durch Kontrollbeamte zur Schwarzarbeitsbekämpfung des Ulmer Zolls wurden am 10. September 2010 bei 14 von 41 Beschäftigten Unregelmäßigkeiten festgestellt.

In 12 Fällen kamen die Arbeitgeber der seit 2009 bestehenden Sofortmeldepflicht nicht nach. Das heißt, die Arbeitsaufnahme wurde nicht oder erst verspätet der Sozialversicherung angezeigt, mithin wurden auch keine Sozialabgaben bezahlt. Die Beamten leiteten Bußgeldverfahren ein. Eine Arbeitnehmerin aus Osteuropa hatte zudem keine Arbeitserlaubnis.

Ein Beschäftigter, der zugleich Arbeitslosengeld II bezog, hatte seine Tätigkeit den Behörden verschwiegen. In einem weiteren Fall besteht der Verdacht, dass ein Arbeitnehmer bereits über ein Jahr unangemeldet beschäftigt ist.

Insgesamt prüften die Zöllner 16 Lokale. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

(Quelle: Pressemitteilung des Hauptzollamts Ulm).


Donnerstag, September 16, 2010

Beginn der Entgelttarifverhandlung im Bayerischen Gastgewerbe.

Am 17. September findet die 1. Verhandlungsrunde für rund 150.000 Beschäftigte des Bayerischen Hotel- und Gaststättengewerbe statt.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert nicht nur eine Erhöhung der Entgelte und Auszubildendenvergütungen von 4,5 Prozent, sondern erstmals auch einen Übernahmeanspruch für Auszubildenden für 12 Monaten in ihrem erlernten Beruf.
"Nicht an den Worten, sondern an den Taten werden wir sie messen."
so Hans Hartl, Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft NGG in Bayern.

Hartl bezieht sich bei seiner Aussage auf das Versprechen der Arbeitgeber, einen Teil der Einsparungen, die durch die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf 7 Prozent erzielt worden sind, in Lohn- und Gehaltserhöhungen zu investieren.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) präsentierte vor wenigen Monaten der Öffentlichkeit sein eigenes Umfrageergebnis, wonach 21 Prozent der eingesparten Milliarde als Weiterbildungsmaßnahmen und Lohnerhöhungen an die Beschäftigten gehen sollen.

Nach Angaben der NGG ist es dringend erforderlich, dass die Löhne und Gehälter im Gastgewerbe steigen.
"Die Bayerische Staatsregierung hat in ihrem 'Sozialbericht 2010' festgestellt, dass 64,1 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten im Bayerischen Gastgewerbe Niedriglohnbezieher so viele wie in keiner anderen Branche, sind"
so Hartl weiter. So müsse der Grundsatz "Arbeit muss sich lohnen" auch für die Beschäftigten des Hotel- und Gaststättengewerbe gelten.
"Arm trotz Arbeit! Diesen unerträglichen Zustand müssen wir so schnell wie möglich beenden."
so Hartl abschließend.

(Quelle: Pressemitteilung der NGG Bayern).

Mein Kommentar: Angesichts der durch die Reform der Mehrwertsteuer in der Hotellerie und in der Gastronomie sehr unterschiedlichen Entwiclung liegt eine differenzierte Tarifpolitik nahe, bei der die Löhne in der Hotellerie marktkonform steigen und in der Gastronomie sinken müßten. Die in der Hotellerie mögliche Lohnerhöhung steht zudem unter dem Damokles-Schwert einer politisch angedachten Abschaffung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Übernachtungen. Deshalb müßte eine Tariflohnerhöhung in der Hotellerie unter dem Vorbehalt stehen, daß der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Übernachtungen erhalten bleibt.

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hogatec 2010 - Abschlussmeldung.

Die hogatec 2010, Internationale Fachmesse Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, ist am Mittwoch, dem 15. September, auf dem Messegelände in Düsseldorf zu Ende gegangen. 403 Aussteller aus 16 Ländern hatten vier Tage lang ihre neuesten Produkte und Lösungen in Technik und Design speziell für den Gastgewerbemarkt präsentiert.
"In der Gastronomie ist der Aufschwung leider noch nicht überall angekommen"
konstatiert Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel und Gaststätten Bundesverbandes (DEHOGA).
"Zwar gibt es erste Indikatoren für positive Umsatzentwicklung in der Hotellerie und im Cateringbereich, doch die Gastwirte haben auch im ersten Halbjahr 2010 noch sehr gelitten"
so Hartges weiter.

Dies spiegelte auch die hogatec 2010 wider, zu der rund 29.000, Fachbesucher an den Rhein kamen (inklusive der Synergiebesucher des parallel stattfindenden Foodmessen-Trios InterMopro, InterCool und InterMeat). Damit musste die Messe im Vergleich zur Vorveranstaltung einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Allerdings profitierte die Veranstaltung in 2008 auch von einer einmaligen bundesweiten Akquisitionsmaßnahme der Metro Cash & Carry Deutschland, die vor zwei Jahren eine komplette Messehalle alleine belegte und der hogatec zusätzliche Besucher zuführte.

In diesem Jahr konnte die hogatec vor allem wieder durch ein ausgewiesenes Fachpublikum punkten: Mehr als zwei Drittel der Besucher aus der Hotellerie und Gastronomie gaben an, in ihrem Arbeitsbereich direkt an Investitionsentscheidungen beteiligt oder für den Einkauf verantwortlich zu sein. Manfred Pohlschmidt, Geschäftsführer Hupfer Grossküchen, unterstreicht:
"Wir sind positiv überrascht und können uns über Zuspruch nicht beklagen. Die Qualität der hogatec hat nicht gelitten. Wie früher begrüßten wir typisches hogatec Klientel, d.h. Fachleute aus der Branche, die wussten was sie wollten, auf unserem Stand."
Auch Vertriebsleiter Dietmar Zapf von Spültechnik Spezialist Meiko zeigte sich mit dem Messeverlauf sehr zufrieden:
"Die Auswertung unserer ersten drei Messetage hat bereits ergeben, dass sich die Teilnahme an der hogatec für uns wieder einmal gelohnt hat. Wir hatten sehr gute Gespräche sowohl auf regionaler Ebene, als auch mit Gruppen aus dem benachbarten Ausland, wie z.B. Belgien. Darüber hinaus konnten wir neue Kontakte zu exportierenden Händlern und Besuchern aus Osteuropa knüpfen."
Dass die Entwicklungen in den einzelnen gastgewerblichen Bereichen derzeit sehr unterschiedlich verlaufen, belegte das 20. Forum Systemgastronomie, das am hogatec Dienstag 700 hochrangige Gäste aus Gastronomie, Hotellerie und gastgewerblicher Zulieferindustrie begeisterte. Die Systemgastronomie konnte als einziger Branchenzweig für 2009 ein leichtes Umsatzplus vermelden.

Als richtig hat sich die Entscheidung erwiesen, der Schulverpflegung erstmals einen eigenen Themenpark zu widmen. Dazu Wulf Boedeker von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung des Landes Nordrhein-Westfalen:
"Für uns war es absolutes Neuland, unser Thema und unsere Arbeit in eine Gastronomie-Fachmesse einzubringen. Wir sind sehr positiv überrascht, wie gut dieses Konzept aus Live-Vorführung und Fachforum aufgegangen ist."
"Angesichts der zunehmenden Zahl an Ganztagsschulen entsteht ein neues, attraktives Wachstumsfeld im Außer-Haus-Markt"
erläutert Dirk Hanisch, Key Account Manager bei Profi Kochtechnik Hersteller MKN und berichtet:
"Sowohl Anbieter, wie Caterer und Gastronomen, als auch Anwender, d.h. Schulträger, Lehrer und Eltern, nutzten den Themenpark als Informationsplattform und suchten individuelle Beratung."
Die Branchenvertreter sind sich durchaus bewusst, dass die Zeichen im Gastgewerbemarkt und damit auch für die hogatec auf Veränderung stehen:
"Bereits im Vorfeld der diesjährigen hogatec haben wir umfangreiche Gespräche in der Branche geführt, um die Messe zukünftig strategisch und konzeptionell den Markterfordernissen anzupassen und neu auszurichten"
erläutert Hans Werner Reinhard, stellvertretender Geschäftsführer der Messe Düsseldorf und seit Juni dieses Jahres für die hogatec zuständig.
"Die Schulverpflegung war nur ein erster und sehr erfolgreicher Schritt hin zu neuen Themenfeldern. Nach der hogatec 2010 werden wir die Ärmel hochkrempeln und weitere Maßnahmen einleiten, um die Messe zusammen mit der Branche rundum zu erneuern"
ergänzt Reinhard aufbruchsfreudig.

Die nächste hogatec findet vom 23. bis 26. September 2012 statt.

Quelle: Pressemitteilung der Messe Düsseldorf).

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Landesarbeitsgericht: Kuendigung einer langjaehrig beschäftigten Bahnmitarbeiterin trotz Betrugshandlung im Umfange von rund 160,00 € unwirksam.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat heute seine Entscheidung über die fristlose Kündigung gegenüber einer Bahnbeschäftigten verkündet.

Die Arbeitnehmerin, die als Zugabfertigerin auf einem Bahnhof beschäftigt war, hatte ihr 40-jähriges Dienstjubiläum im Kollegenkreis gefeiert, im Anschluss daran dem Arbeitgeber eine von einer Catering-Firma erhaltene "Gefälligkeits"-Quittung über einen Betrag von 250,00 EUR für Bewirtungskosten vorgelegt und sich den Betrag erstatten lassen, während sich die Bewirtungskosten in Wirklichkeit nur auf rund 90,00 EUR beliefen. Beim Arbeitgeber bestand eine Regelung, wonach aus Anlass des 40-jährigen Dienstjubiläums nachgewiesene Bewirtungskosten bis zur Höhe von 250,00 EUR erstattet werden.

Das Landesarbeitsgericht hat die fristlose Kündigung für unwirksam erachtet. Zwar habe die Arbeitnehmerin durch die Betrugshandlung gegenüber ihrem Arbeitgeber eine strafrechtlich relevante grobe Pflichtwidrigkeit begangen und damit ohne weiteres einen Kündigungsgrund "an sich" gesetzt. Im Rahmen der auf den Einzelfall bezogenen Interessenabwägung hätten jedoch die zugunsten der Arbeitnehmerin zu berücksichtigenden Umstände – letztlich - überwogen.

Dabei sei die neuere Entscheidung des Bundesarbeitsgericht vom 10.06.2010 ("Pfandbon") mit zu beachten gewesen, in der das Bundesarbeitsgericht die Kündigung des Arbeitsverhältnisses einer langjährig beschäftigten Kassiererin für unwirksam erachtet hatte. Den sich aus der Pressemitteilung ergebenden Erwägungen folgend hat das Landesarbeitsgericht in erster Linie die 40-jährige beanstandungsfreie Beschäftigungszeit der Arbeitnehmerin in Rechnung gestellt, die – unter Berücksichtigung der neuen Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 10.06.2010 ("Pfandbon") zu einem sehr hohen Maß an Vertrauenskapital geführt habe. Dieses sei durch die einmalige Verfehlung noch nicht vollständig zerstört worden.

Des Weiteren sei zu berücksichtigen gewesen, dass die Arbeitnehmerin – anders als die Kassiererin im "Pfandbonfall", die ihre Pflichtwidrigkeit sogar im Kernbereich ihrer Tätigkeit an der Kasse begangen hatte – sich bei ihrer Handlung außerhalb ihrer normalen Tätigkeit befunden habe, denn als Zugabfertigerin habe sie nicht regelmäßig mit Gelddingen zu tun. Bei dem im Zusammenhang mit der Jubiläumsfeier stehenden Vorgang habe es sich um einen für die Arbeitnehmerin und ihre Tätigkeit atypischen Vorgang gehandelt.

Schließlich habe die hiesige Arbeitnehmerin – anders wiederum als die Kassiererin im "Pfandbonfall" – bei der Anhörung durch den Arbeitgeber ihre Pflichtwidrigkeiten sofort eingeräumt und keine falschen Angaben gemacht oder gar Kollegen unzutreffenderweise beschuldigt.

Alle diese zu Gunsten der Arbeitnehmerin sprechenden Gesichtspunkte hätten das Interesse des Arbeitgebers an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, dem angesichts der massiven Betrugshandlung der Arbeitnehmerin durchaus ein sehr hohes Gewicht beizumessen gewesen sei, letztlich überwogen.

Da die Arbeitnehmerin tarifvertraglich nicht mehr ordentlich kündbar sei, bestehe das Arbeitsverhältnis fort.

Das Landesarbeitsgericht hat die Revision nicht zugelassen.

2 Sa 509/10

(Quelle: Pressemitteilung des Landesarbeitsgerihts Berlin-Brandenburg).

Kommentar: Es ist gekommen, wie zu befürchten gewesen ist. Nach dem Skandalurteil des Bundesarbeitsgerichts ("Du sollst nicht zweimal stehlen") brechen bei den Gutmenschen unter den Arbeitsrichtern alle Dämme. Ich möchte den Aufschrei hören, wenn ein Arbeitgeber einem seiner Arbeitnehmer in die Taschen greifen würde und 160 Euro klaut und danach ein Gericht feststellen würde, dies gäbe dem Arbeitnehmerin nicht das Recht, das Arbeitsverhältnis fristlos zu kündigen.


Samstag, September 11, 2010

Gastronomie im Innviertel profitiert vom Rauchverbot in Bayern.

Bis zu 30 Prozent Umsatzuwachs in der Gastronomie von Braunau dank des Rauchverbots in der bayerischen Gastronomie: "Innviertel profitiert von Rauchverbot in Bayern", in: ORT.at vom 11. September 2010.

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Mittwoch, September 08, 2010

Top-Event für das sueddeutsche Gastgewerbe: HOGA Nuernberg eroeffnet im Januar 2011 den Reigen der Fachmessen.

Nürnberg - Bereits vom 16. bis 19. Januar findet in der Messe Nürnberg die erste große Fachmesse des Jahres 2011 für das Gastgewerbe statt. Rechtzeitig vor dem Start in die neue Saison wird die unter der Trägerschaft des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern e.V. durchgeführte HOGA, Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie und GV, ein wichtiger Impulsgeber für die Hotellerie und Gastronomie und ein Stimmungsbarometer der Branche sein.

Die HOGA Nürnberg ist 2011 der wichtigste Branchentreff des Jahres in Süddeutschland und genießt unter den Fachleuten aus Hotellerie und Gastronomie einen hohen Stellenwert, wie die Ergebnisse der letzten Aussteller- und Besucherbefragung belegen. So lag der Fachbesucheranteil bei 93% und 69% der HOGA-Besucher waren Entscheider mit Einkaufskompetenz. Ein weiteres interessantes Ergebnis: 52% der Besucher gaben an, neben der HOGA keine andere Gastro-Fachmesse in Deutschland zu besuchen.

Mehr Aussteller und vergrößerte Ausstellungsfläche


Die HOGA präsentiert in 5 Messehallen das gesamte fachliche Spektrum, stellt interessante Neuheiten und aktuelle Trends im Gastgewerbe vor, zeigt Problemlösungen und liefert Anregungen und Inspiration für die berufliche Praxis.

Vieles deutet darauf hin, dass die HOGA Nürnberg an das Spitzenergebnis von 2009 anknüpfen wird, als die Messe mit 35.500 Besuchern und hochzufriedenen Ausstellern eines ihrer besten Ergebnisse verbuchen konnte. Bei der kommenden HOGA werden sich rund 500 Aussteller aus dem In- und Ausland beteiligen, was einem Ausstellerplus von ca. 10% entspricht. Auch die Ausstellungsfläche wird weiter wachsen und viele neue Aussteller werden das fachliche Angebot der Messe bereichern.

Die Messe gliedert sich in die Hauptbereiche Küchentechnik, Haus- und Betriebstechnik, Einrichtung und Ausstattung, Food & Beverage sowie Dienstleistung und Organisation. Das ideelle Herzstück der Messe ist der große Event- und Infobereich in Halle 9.

Positive Signale im Vorfeld der HOGA: Gestiegene Investitionsbereitschaft und erfreuliche Tourismus-Entwicklung in Bayern

Im Vorfeld der HOGA sorgen mehrere Faktoren für Zuversicht bei den Veranstaltern der HOGA und den Ausstellern. Zum einen ist die Investitionsbereitschaft im Gastgewerbe aufgrund des reduzierten Mehrwertsteuersatzes gestiegen, zum anderen profitiert das Gastgewerbe in Bayern von einer erfreulichen touristischen Entwicklung, wie die neuesten Zahlen der Halbjahresbilanz 2010 belegen. Der positive Trend beim GfK Konsumklima-Index zur Jahresmitte deutet darauf hin, dass sich auch die Konsumstimmung in Deutschland nachhaltig gebessert hat.

Für die Aussteller der HOGA dürfte vor allem von Interesse sein, dass der Anteil der Betriebe, die Investitionsmaßnahmen durchführen werden, in Bayern bei 95,5 % liegt, wie die Ergebnisse einer aktuellen DEHOGA-Umfrage von Ende Juli zeigen. Dabei beläuft sich das durchschnittliche Investitionsvolumen auf 271.261 Euro. An der DEHOGA-Befragung hatten 519 von insgesamt 11.500 Betrieben in Bayern teilgenommen.

Bayerns Gastgewerbe kann aber auch von einer erfreulichen Tourismus-Entwicklung im Freistaat profitieren. Im ersten Halbjahr 2010 sind die Übernachtungen zwischen Aschaffenburg und Berchtesgaden von 33,3 auf 34,4 Millionen anstiegen. Auch die Umsätze im bayerischen Gastgewerbe haben sich von Januar bis Juli im Gegensatz zum Bundestrend freundlich entwickelt und der Umsatz im bayerischen Beherbergungsgewerbe stieg entgegen dem bundesweiten Trend real um 3,7 Prozent, während der Zuwachs in der bayerischen Gastronomie real bei 2,3 Prozent lag. Bayerns Hotels, Pensionen und Campingplätze beherbergten von Januar bis einschließlich Juni 12,5 Millionen Übernachtungsgäste. Das waren 6,5 Prozent mehr als noch zum Vorjahreszeitpunkt, in absoluten Zahlen fast eine Dreiviertelmillion. Selbst zum bisherigen Höchstwert von 2008 bedeutet dies ein Plus von einer Viertelmillion Gäste.

HOGA-Premiere: Messe und Kongress für barrierefreie Hotellerie und Gastronomie

Barrierefreiheit in Hotellerie und Gastronomie ist derzeit ein hochaktuelles Thema der Branche. Als erste Gastro-Fachmesse in Deutschland wird sich die HOGA Nürnberg intensiv mit dieser Thematik befassen und mit der Messe "b_free" ein eigenes Fachevent innerhalb der HOGA präsentieren, zu dem auch ein Kongress gehört. Das Thema wird Hotels und Gastronomiebetriebe aufgrund der demografischen Entwicklung auch in Zukunft beschäftigen. Mit der "b_free" wendet sich die HOGA an Hoteliers und Gastronomen, die zukunftsorientiert planen. Die beteiligten Aussteller zeigen Lösungen auf und stellen konkrete Beispiele aus der Praxis vor, vom barrierefreien Hotelzimmer und Restaurantbereich bis hin zur Hotelbar. Auch der barrierefreie Tourismus wird Thema des Fachevents sein, das mit seinen vielfältigen Informationen, Diskussionsrunden und Expertenvorträgen im Rahmen der Kongressveranstaltung einen umfassenden Wissenstransfer zum Thema Barrierefreiheit bietet.

7. "FOOD SPECIAL" am 16. und 17. Januar: hochkarätige Food-Präsentation für Profis

Die vom Service Bund Bayern veranstaltete FOOD SPECIAL - Fachbörse für Food & Beverage sowie Convenience-Produkte, findet diesmal von Sonntag, 16. Januar bis Montag, 17. Januar, statt. Die FOOD SPECIAL bündelt erstklassige Food-Kompetenz. Namhafte Food-Unternehmen präsentieren konzentriert unter einem Dach ihre neuesten Produkte, Ideen und Food-Konzepte und laden zu Degustationen ein. Auch diesmal wird ein attraktives Rahmenprogramm das Angebot der Aussteller abrunden und den Fachbesuchern kreativen Input für die eigene Arbeit bieten.

BHG DEHOGA – Informieren, beraten und unterhalten

Das Herzstück und Kommunikationszentrum der HOGA ist der offen gestaltete Stand des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes in Halle 9, zu dem mehrere Themeninseln, ein Lounge-Bereich, eine Aktionsbühne und das HOGA Fachforum gehören. Verbandsmitglieder und interessierte Besucher erhalten an diesem Branchentreffpunkt vielfältige Informationen, eine fachliche Beratung und sie erleben ein abwechslungsreiches Programm. Der Verband stellt seine Kompetenzbereiche (Juristische Beratung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Rahmenverträge und Sonderkonditionen) vor. Schwerpunktthemen am BHG-Stand sind darüber hinaus die Initiative ServiceQualität Deutschland in Bayern, die Hotel- und G-Klassifizierung, Informationen zum Seminarprogramm der BTG sowie die Berufsausbildung und Branchenförderung. Integriert sind außerdem der Show-Dining-Wettbewerb des VSR und ein Infobereich der Bayern Tourismus Marketing GmbH.

Themenpark Umwelt- und Energie-Effizienz

Für das Gastgewerbe sind hohe Energiekosten, Umweltgesichtspunkte und Einsparpotentiale im Betrieb wichtige Themen. Auch dazu liefert die HOGA mit dem Themenpark Umwelt- und Energieeffizienz Lösungen und wertvolle Tipps. Dabei geht es sowohl um energiesparende Produkte und Lösungen für mehr Energie-Effizienz sowie um ganzheitliche Energiesparkonzepte für das gesamte Haus, die maßgeschneidert sind für Hotellerie und Gastronomie.

Bezug zum Thema Energie-Effizienz nimmt der mittlerweile 4. Wettbewerb der Fachzeitschrift Gastronomie-Report, der unter dem Motto "HOGA goes Future" einen Blick in die Zukunft wirft. Der Wettbewerb "Restaurant der Zukunft mit der Energietechnik der Zukunft" wurde in Kooperation mit der Fakultät Architektur und Gebäudeklimatik der Hochschule Biberach in Baden-Württemberg veranstaltet. 13 Architekturstudenten haben spannende gastronomische Konzepte erarbeitet, von denen die 6 besten in anschauliche Modelle umgebaut wurden und auf der HOGA präsentiert werden.

Zahlreiche Wettbewerbe und Leistungsschauen werden das wirtschaftliche Angebot und die Informationsbereiche der HOGA ergänzen und zum lebendigen Branchenbild der HOGA beisteuern.

Weitere Infos zur unter www.hoga-messe.de.

(Quelle: Pressemitteilung der AFAG Messen und Ausstellungen GmbH).

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Mittwoch, September 01, 2010

DGB-Ausbildungsreport 2010: Ausbildung im Hotel- und Gaststaettengewerbe unbefriedigend.

Harte Arbeit, permanent viele Überstunden, ein oftmals rauer Umgangston und der Eindruck, als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden, diese Umstände sorgen bei Auszubildenden im Hotel- und Gaststättengewerbe für großen Unmut. Im Gesamtranking der 25 meistgewählten Ausbildungsberufe im DGB-Ausbildungsreport (PDF) belegen die Ausbildungen zum Hotelfachmann/-frau und zum Restaurantfachmann/-frau die letzten beiden Plätze. Auf Platz eins des Rankings liegt die Ausbildung zum/zur IndustriemechanikerIn.

Der Ausbildungsreport, den Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende und René Rudolf, DGB-Bundesjugendsekretär, am Mittwoch in Berlin vorstellten, basiert auf einer repräsentativen bundesweiten Befragung von 7 317 Auszubildenden aus den, laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 25 häufigsten Ausbildungsberufen.
"Der DGB-Ausbildungsreport ist ein jährlicher Gradmesser für Qualität in der Ausbildung. Hier zeigt sich deutlich, in welchen Branchen es gut läuft und welche Branchen noch Nachholbedarf haben. Damit bieten wir jungen Menschen Orientierung und können Missstände aufzeigen"
erklärte Ingrid Sehrbrock

Ausbildungsübergreifend liegt der Anteil der Auszubildenden, die Überstunden leisten (müssen) mit 40,2 Prozent leicht unter dem des Vorjahres (42 Prozent). Im Hotel- und Gaststättengewerbe kommen etwa zwei Drittel der Auszubildenden auf regelmäßige Überstunden. Zusätzlich zu der unbefriedigenden Situation in diesen Ausbildungsberufen plant die Bundesregierung "Ausbildungshemmnisse im Gastgewerbe" durch ein "flexibleres Jugendarbeitsschutzgesetz" abzubauen. Im Klartext: Das Jugendarbeitsschutzgesetz soll gelockert werden, um beispielsweise die Arbeitszeiten von minderjährigen Auszubildenden im Hotel- und Gaststättengewerbe bis in die Nachtstunden zu erweitern. Dazu sagte René Rudolf:
"Schutzvorschriften zu 'Ausbildungshemmnissen' zu erklären, ist eine nicht hinnehmbare Diffamierung des Jugendarbeitsschutzes."
Neben Mehrarbeit bemängeln 13,1 Prozent der Auszubildenden die Qualität des Berufsschulunterrichts ("mangelhaft" oder "ausreichend"). Nur 9,8 Prozent bewerten die Qualität des Unterrichts als "sehr gut". Häufig könnten Berufsschulen nicht mit der technologischen Entwicklung in den Betrieben mithalten, kritisierte Ingrid Sehrbrock.
"Wir befürchten, dass sich diese Situation angesichts großer Sparpakete in den Bundesländern und der falschen Schuldenbremse noch verschlechtern wird."
30 Prozent der Auszubildenden müssen nach eigenen Angaben "manchmal", "häufig" oder "immer" ausbildungsfremde Tätigkeiten erledigen. Hier forderte Ingrid Sehrbrock die Kammern auf, auch mit
"unangemeldeten Betriebsbesuchen auf die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zu achten."
Die Ergebnisse des Reports zeigen zudem, dass die Zufriedenheit mit der Ausbildung stark mit der Unterstützung im Betrieb, beispielsweise durch eine Interessenvertretung, zusammenhängt. So sind 82,5 Prozent der Auszubildenden mit der Interessenvertretung "zufrieden" oder "sehr zufrieden", während nur 62,5 Prozent der Auszubildenden ohne Interessenvertretung diese Angabe machten. Diese Bewertungen zeigten ein "ganz klares Votum für betriebliche Mitbestimmung" von Auszubildenden in ihren Betrieben, sagte René Rudolf und äußerte die Wunsch, dass zu den Wahlen der Jugendvertretungen am 1. Oktober viele Kolleginnen und Kollegen kandidieren werden.

Sehr problematisch für die Auszubildenden ist die häufig ungeklärte Übernahmesituation am Ende der Ausbildung. Zum Zeitpunkt der Befragung wussten 66,9 Prozent der Befragten nicht, ob sie am Ende der Ausbildung übernommen werden. Lediglich ein Fünftel (20,5 Prozent) der Befragten gab an, übernommen zu werden. Diese Zahlen zeigen die große Ungewissheit, mit der sich junge Auszubildende beim Eintritt ins Berufsleben konfrontiert sehen. René Rudolf forderte die Arbeitgeber in diesem Zusammenhang dazu auf,
"junge Auszubildende nach Kräften zu unterstützen und ihnen eine reelle Chance zu bieten, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen."
Weitere Ergebnisse des Ausbildungsreports:

Im Ranking der 25 häufigsten Ausbildungsberufe werden IndustriemechanikerInnen am besten beurteilt, gefolgt von Bankkaufmann/-frau und Industriekaufmann/-frau. Auf den letzten drei Rängen sind wie im Vorjahr FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk, Hotelfachmann/-frau und Restaurantfachmann/-frau gelandet.

Weitere Informationen bietet das Online-Forum www.doktor-azubi.de.

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