Gastgewerbe Gedankensplitter



Freitag, Oktober 29, 2010

GEZ zockt ab 2013 auch Betriebe ab, die kein Empfangsgeraet haben.

Vor allem gastronómische Betriebe, die auf Radio und Fernsehen verzichten, werden ab 2013 von der GEZ abgezockt. Mehr darüber: "So viel Rundfunkgebühr zahlen Sie als Unternehmer ab 1. Januar 2013 an die GEZ", in: SearchStorage.de.

Dort finden Sie auch einen Gebührenrechner, mit dem Sie ausrechnen können, wieviel Sie ab 2013 werden zahlen müssen.

Die Gastronomie wird im Vergleich zu anderen Branchen benachteiligt, denn die Gebühr hängt von der Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigte ab - unabhängig davon, ob es sich um Vollzeit- oder Teilzeitstellen handelt. Teilzeitstellen sind aber unserer Branche besonders häufig.

Eventuell lohnt es sich wegen der GEZ-Gebühr die eine oder andere sozialversichtungspflichtige Teilzeitstelle in ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis umzuwandeln. Eine kritische Grenze ist die Zahl von 8 bzw. 9 Mitarbeitern. Bei acht sozialversichtungspflichtigen Beschäftigen pro Betrieb sind 215,76 Euro pro Jahr zu zahlen. Bei bis zu 8 sozialversichtungspflichtigen Beschäftigten fallen 71,92 Euro pro Jahr an.

Deshalb kann es für Mehrberiebsunternehmen Sinn machen, Mitarbeiter zu anderen Betriebsstätten zu verschieben, um diese Grenze einzuhalten.

Auch kann es effektiv sein, die Anzahl der Mitarbeiter zum Anmeldetermin gezielt abzusenken, vorbehaltlich der Détails der ab 2013 geltenden Neuregelung.

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Dienstag, Oktober 26, 2010

FDP fordert Weinsteuer.

Die FDP will, ähnlich wie von mir in meinem Beitrag "Mein Griechenland" gefordert, eine Steuer auf alle alkoholischen Getränke einführen, also auch auf Wein: "FDP prüft auch höhere Alkoholsteuer", in: Spiegel vom 26. Oktober 2010.

Die von der FDP diskutierte konkrete Ausgestaltung, nach der z.B. ein Wein mit 12% vol. alc. und einem Nettopreis von 10 Euro mit einer Alkoholsteuer von 1,20 Euro belastet würde, ist jedoch wenig durchdacht. Wieso soll die Höhe der Alkoholsteuer von etwas anderem abhängen als der Alkoholmenge? Angemessen wäre es, jedes Gramm Alkohol, egal in welchem Getränk es konsumiert wird, mit einem einheitlichen Steuersatz zu besteuern. Und im Gegenzug müßten die spezifischen Alkoholsteuern (Bier-, Schaumwein-, Branntwein- und Alcopopsteuer) entfallen.

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Mittwoch, Oktober 20, 2010

Bayerisches Rauchverbot auch in Shisha-Bars nicht verfassungswidrig.

Das am 1. August 2010 durch einen Volksentscheid beschlossene neue bayerische Gesetz zum Schutz der Gesundheit sieht ein striktes Rauchverbot für alle Gaststätten vor. Die früher geltenden Ausnahmeregelungen für getränkegeprägte kleine Einraumgaststätten sind ebenso entfallen wie die zur gleichen Zeit geschaffene Möglichkeit, Rauchernebenräume einzurichten.

Der Antragsteller ist Inhaber eines aus einem Raum bestehenden Bistros, in dem er vor allem Wasserpfeifen zum Rauchen anbietet. Er macht im Wesentlichen geltend, durch die strikte Neufassung des Rauchverbots in seiner Berufsfreiheit bzw. allgemeinen Handlungsfreiheit verletzt zu sein. Infolge der Neuregelung sei er aufgrund des besonderen Konzepts seiner Gaststätte zu deren Schließung gezwungen. Zumindest wären eine Übergangsregelung oder ein finanzieller Ausgleich für besonders belastete Gaststätteninhaber geboten gewesen.

Die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat seinen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung abgelehnt, da eine in der Hauptsache zu erhebende Verfassungsbeschwerde unbegründet wäre. Die strikte Neufassung des Rauchverbots verletzt den Antragsteller nicht in seinen Grundrechten.

Das Bundesverfassungsgericht hat bereits mit Urteil vom 30. Juli 2008 entschieden, dass der Gesetzgeber von Verfassungs wegen nicht gehindert ist, dem Gesundheitsschutz gegenüber den damit beeinträchtigten Freiheitsrechten, insbesondere der Berufsfreiheit der Gastwirte und der Verhaltensfreiheit der Raucher, den Vorrang einzuräumen und ein striktes Rauchverbot in Gaststätten zu verhängen (vgl. BVerfGE 121, 317 (357 ff.)). Angesichts seines Einschätzungsspielraums ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass der Landesgesetzgeber auch den beim Rauchen von Wasserpfeifen entstehenden Tabakrauch in der Umgebungsluft als Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung ansieht.

Entscheidet sich der Gesetzgeber wegen des hohen Rangs der zu schützenden Rechtsgüter für ein striktes Rauchverbot in allen Gaststätten, so darf er dieses Konzept konsequent verfolgen und muss sich auch nicht auf Ausnahmeregelungen für solche Gaststätten einlassen, bei denen - wie bei so genannten Shisha-Bars - das Rauchen Teil des gastronomischen Konzepts ist. Auch die besondere Belastung des Antragstellers begründet keine verfassungsrechtlichen Zweifel am strikten Rauchverbot. Denn eine stärkere Belastung von Inhabern bestimmter Arten von Gaststätten - bis hin zur Gefährdung ihrer wirtschaftlichen Existenz - ist angesichts der ohne Ausnahmen für alle Gaststätten geltenden Regelung durch hinreichende sachliche Gründe gerechtfertigt, weshalb weder Ausnahme- noch Härteregelungen erforderlich sind.

(Quelle: Pressemittelung des Bundesverfassungsgerichts)

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Sonntag, Oktober 17, 2010

Gastgewerbeumsatz August 2010 real 2,7% niedriger als im August 2009.

WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, setzten die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland im August 2010 nominal 0,3% mehr und real 2,7% weniger um als im August 2009. Im Vergleich zum Vormonat Juli 2010 war der Umsatz im Gastgewerbe im August 2010 nach Kalender- und Saisonbereinigung nominal 0,9% und real 1,2% niedriger.

Beide Bereiche des Gastgewerbes – das Beherbergungsgewerbe und die Gastronomie – verzeichneten im August 2010 real Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat. Das Beherbergungsgewerbe erzielte im August 2010 zwar einen nominalen Umsatzzuwachs von 5,2%. Inflationsbereinigt gingen die Umsätze jedoch um 1,0% zurück. In der Gastronomie wurden nominal 2,3% und real 3,5% weniger als im August 2009 umgesetzt. Innerhalb der Gastronomie stiegen die Umsätze der Caterer nominal um 2,3% und real um 1,4%.

Von Januar bis August 2010 setzte das Gastgewerbe insgesamt in Deutschland nominal 1,7% mehr, real aber 1,1% weniger um als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

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Mittwoch, Oktober 13, 2010

Gaeste bestimmen das Mittagsangebot mit.

Der Wiener Hollmann Salon nutzt die interaktiven Möglichkeiten seines Facebook-Accounts, um seine Gäste über die Speisekarte mitbestimmen zu lassen:
"Sie haben wöchentlich die Möglichkeit aus 10 Speisen Ihr Lieblingsgericht auszuwählen. Die Top-5 landen in der darauf folgenden Woche auf der Mittagskarte des Hollmann Salon. Alle Fan-Voters nehmen automatisch am monatlichen Salon-Gewinnspiel teil."
Das Facebook-Tool ist auch auf der Website eingebunden:"Community".

Der "Hollmann Salon" nutzt Facebook auch als Hoster von Fotos seiner Mittagsgerichte, gewissermaßen als fotografische Speisekarte: "Hollmann Salons Fotos - Mittagsmenüs".


Dienstag, Oktober 12, 2010

Bettensteuer: Mehrheit der Reisenden wuerde Buchungsverhalten aendern.

Nürnberg, 12. Oktober 2010 - Eine Blitzumfrage des Online-Hotelreservierungsdienstes hotel.de unter seinen Buchungskunden zum aktuell heiß diskutierten Thema "Bettensteuer" bringt bemerkenswerte Ergebnisse ans Licht:

Immerhin fast ein Drittel (30%) der über 1.000 Umfrageteilnehmer spricht sich für eine solche Kulturtaxe aus, wenn mit den Einnahmen daraus wirklich kulturelle Angebote gefördert werden würden. Eine deutliche Mehrheit von 70% ist erwartungsgemäß gegen die Einführung der "Bettensteuer".

57% der befragten Gegner würde bei einer flächendeckenden Einführung einer solchen Zusatzabgabe sogar ihr Buchungsverhalten ändern:

Etwas mehr als die Hälfte (53,3%) der Reisenden würde demgemäß auf günstigere Hotels ausweichen, um die Kostenerhöhung aufzufangen. Soweit möglich, würde die verbleibende knappe Hälfte versuchen, Hotels in umliegenden Ortschaften, in denen keine Kurtaxe anfällt, zu buchen.

Über die hotel.de AG

Die hotel.de AG mit der internationalen Marke hotel.info betreibt unter den Adressen www.hotel.de und www.hotel.info einen gebührenfreien Hotel-Reservierungsservice für Unternehmen und Privatkunden. Weltweit bietet das Unternehmen mehr als 210.000 Hotels zur elektronischen Buchung an. Dabei erzielt der Kunde erhebliche Preisvorteile. hotel.de zeigt alle verfügbaren Zimmerpreise eines Hotels an, so dass der Kunde immer den günstigsten bzw. passenden Zimmerpreis wählen kann. Alle Buchungen werden zeitgleich, sicher und direkt an das jeweilige Hotel übermittelt. Dies gewährleistet die einzigartige Integration der hoteleigenen Reservierungssysteme (sog. CRS bzw. PMS) und des hotel.de-eigenen Reservierungssystems myRES unter der einheitlichen Benutzeroberfläche von hotel.de. Desweiteren kann der Kunde zur Auswahl seines Hotels auf Hotelbewertungen und Kommentare von rund einer Million Hotelgäste weltweit zurückgreifen. Die Firmenanwendung von hotel.de nutzen bereits namhafte Unternehmen wie BASF, SAP AG, Texas Instruments und Ernst & Young AG. Seit Januar 2007 hat hotel.de das Portfolio um ein System für die Anfrage und Buchung von Tagungen erweitert. Dieses Tagungstool erspart speziell Geschäftskunden Zeit und Geld durch optimierte Prozesse in der Tagungsorganisation.

hotel.info

hotel.info - die internationale Marke der hotel.de AG - wurde geschaffen, um die Expansion in Auslandsmärkte voranzutreiben. Zur Akquise neuer Kunden und Hotels im Ausland wurden bereits Vertriebsbüros in Großbritannien (London), Frankreich (Paris), Spanien (Barcelona), Italien (Rom) und China (Shanghai) eröffnet. Der hohe Anteil an international agierenden Geschäftskunden erleichtert dem Unternehmen dabei den Eintritt in neue Märkte. Ziel ist es, hotel.info in den genannten ausländischen Märkten und danach sukzessive in ganz Europa als führenden Hotelreservierungsservice für Firmen- und Privatkunden zu etablieren.

(Quelle: Pressemitteilung der Hotel.de AG).

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Samstag, Oktober 09, 2010

Roboter als Koch.

Über die zunehmende Nutzung von Social-Networks und andere Web-Plattformen, um mit dem Gast zu kommunizieren: "Die Demokratisierung der Gastronomie", in: Kurier vom 9. Oktober 2010. Dazu gehört eine Bilderstrecke "Roboter als Koch".


Freitag, Oktober 08, 2010

Wichtigstes Branchenmeeting der Discothekenunternehmer am 12. Oktober 2010 in Ibbenbueren – BDT/DEHOGA als Schirmherr.

(Berlin, 5. Oktober 2010) Zum nunmehr neunten Mal kommt Deutschlands Discotheken- und Club-Szene zum bedeutendsten Meeting der Branche, zum nationalen Branchentreff "disco-contact", zusammen. Am 12. Oktober 2010 heißt es in den Räumen der sehenswerten Großdiscothek "Aura" in Ibbenbüren wieder einmal: Information, Kommunikation, Entertainment.
"Über 2.500 Fachbesucher der Discothekenbranche und Szenegastronomie werden erwartet"
erklärt Henning Franz, Präsident des Bundesverbandes deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT im DEHOGA Bundesverband).

Der "disco-contact" startet um 14.00 Uhr mit einem packenden Seminarblock, der vom BDT/DEHOGA – zugleich Schirmherr des Branchentreffs – organisiert wurde. Als Keynote Speaker wird der Jugend- und Trendforscher Ingo Barlovic, iconkids & youth international research aus München, mit seinem Vortrag "Jugendkultur 2010 – sind Discogäste die neuen Spießer?" die Trends der jungen Generation darstellen.

Ergebnisse der Marktbefragung

Im Anschluss präsentiert Markus Michels von der Crea Werbeagentur die ersten Ergebnisse und Analysen der vom BDT/DEHOGA durchgeführten größten Marktbefragung über das Ausgeh- und Konsumverhalten von Disco-Gästen. Daraus abgeleitet wird Michels den Marketing-Megatrend für 2011 vorstellen. Die Ergebnisse der Marktstudie geben den Discothekenunternehmern und Clubbetreibern wertvolle Impulse für ihre betriebliche Praxis.

Weitere interessante Vorträge zu den Themen "Energie clever einkaufen" von Yves Becker, Fa. Techem, sowie "Multisensorisches Marketing – Duft & Vermarktungskonzepte in der Discothekenbranche" von Ralf vom Baur, Mood Media, geben den Teilnehmern geldwerte Tipps und innovative Konzeptideen. Das traditionelle, vom disco magazin organisierte, Roundtable-Gespräch befasst sich in diesem Jahr mit dem Thema "Disco-Promotions – Fluch oder Segen?" und bietet wieder allen Gästen die Möglichkeit, sich kritisch in die Diskussion einzubringen.

Messeausstellung und einmaliges Nightlifeangebot

Wichtige Anregungen erhalten die Besucher auch im begleitenden Ausstellungsareal. Bis Mitternacht präsentieren in einem separaten, rund 2.000 qm großen Messezelt mehr als 70 Premiumunternehmen und innovative, kreative Firmen aus den Bereichen Getränke, Event- und Booking sowie Licht- und Tontechnik ihre neuesten Produkte und Serviceangebote.
"Es ist wichtig, dass die Besucher Ideen sehen, die sie mit nach Hause nehmen können"
erklärt Henning Franz, Präsident des BDT im DEHOGA das Konzept.
Allein deswegen lohnt es sich, zu kommen."
Ab 21 Uhr treten im Rahmen der "unitednight 2010" über 50 erstklassige Künstler, DJs und Live-Acts aus unterschiedlichen Musikgenres zeitgleich in fünf verschiedenen Bereichen der "Aura" auf.

BDT-Präsident Henning Franz freut sich mit dem Veranstalter Hennes Pikkemaat von der Discothek "Aura" und dem Chefredakteur des Disco-Magazins, Klaus Niester, auf das kommende Branchenmeeting:
"Das Bedürfnis der Discotheken-Unternehmer nach Erfahrungsaustausch und Fortbildung wird immer größer. Gerade in schwierigen Zeiten halten wir es für besonders wichtig, ein Forum für Information und Kommunikation zu schaffen."

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Donnerstag, Oktober 07, 2010

Diskriminierung eines Stellenbewerbers wegen seines Alters.

Eine Stellenausschreibung verstößt grundsätzlich gegen das Altersdiskriminierungsverbot, wenn ein 'junger' Bewerber gesucht wird.

Der 1958 geborene Kläger ist Volljurist. Er bewarb sich im Jahre 2007 auf eine von der Beklagten geschaltete Stellenanzeige in einer juristischen Fachzeitschrift. Die Beklagte suchte für ihre Rechtsabteilung 'zunächst auf ein Jahr befristet eine(n) junge(n) engagierte(n) Volljuristin/Volljuristen'. Der Kläger erhielt eine Absage, ohne zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden zu sein. Eingestellt wurde eine 33jährige Juristin. Der Kläger hat von der Beklagten wegen einer unzulässigen Benachteiligung aufgrund seines Alters eine Entschädigung in Höhe von 25.000,00 Euro und Schadensersatz in Höhe eines Jahresgehalts verlangt.

Das Arbeitsgericht hat die Beklagte zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe eines Monatsgehalts verurteilt und die Klage im Übrigen abgewiesen. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung des Klägers und die Anschlussberufung der Beklagten zurückgewiesen. Der Senat hat die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts bestätigt. Die Stellenausschreibung der Beklagten verstieß gegen § 11 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), der verbietet, dass eine Stelle unter Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot des § 7 AGG ausgeschrieben wird. Danach sind Stellen ua. 'altersneutral' auszuschreiben, wenn kein Rechtfertigungsgrund iSd. § 10 AGG für eine unterschiedliche Behandlung wegen des Alters vorliegt. Die unzulässige Stellenausschreibung stellt ein Indiz dafür dar, dass der Kläger wegen seines Alters nicht eingestellt worden ist. Da die Beklagte nicht darlegen konnte, dass kein Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot vorgelegen hat, steht dem Kläger ein Entschädigungsanspruch zu. Dessen Höhe hat das Landesarbeitsgericht in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise festgesetzt. Da der Kläger nicht dargelegt und bewiesen hat, dass er bei einer diskriminierungsfreien Auswahl von der Beklagten eingestellt worden wäre, steht ihm der geltend gemachte Schadensersatzanspruch in Höhe eines Jahresgehalts nicht zu.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19. August 2010 - 8 AZR 530/09 - Vorinstanz: Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 3. Juni 2009 - 10 Sa 719/08 -

Pressemitteilung des Bundesarbeitsgerichts.

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Mittwoch, Oktober 06, 2010

Du sollst nicht stehlen - Teil II.

Wie nach dem Schandurteil des Bundesarbeitsgerichts, mit dem die fristlose Kündigung einer Diebin aufgehoben worden ist ("Du sollst nicht zweimal stehlen") abzusehen gewesen ist, mehren sich die Fälle bzw. Urteile, in denen der Kreis der Delikte ausgeweitet oder die Höhe des Vermögenssschadens, den der Arbeitgeber erleidet, hochgesetzt wird, ab denen Arbeitgeber fristlos kündigen dürfen:
  • Der Südkurier berichtet über einen Fall ("Noch ein Streit um fristlose Kündigung bei der Stadt" vom 6. Oktober 2010), in dem ein Mitarbeiter seit November 2009 während der Dienstzeit und mit dem Dienstwagen Abstecher zur Bäckerei, Bank, zum Einkaufen, Frisör und zu einer Gartenanlage machte. Das Gericht konnte sich nicht dazu durchringen, die Klage gegen die fristlose Kündigung sofort abzuweisen, sondern strebt einen Vergleich an.
  • Das Verwaltungsgericht Koblenz hob die Kündigung eines Zeitsoldaten auf, der in einer Truppenküche ein Essen ergaunert haben soll: "Essen nicht bezahlt - Kündigung eines Soldaten nichtig", in: SWR.de vom 6. Oktober 2010.
  • Der Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers, der in 22 Monaten von seinem Diensthandy 16.000 private SMS-Nachrichten versandt hatte und damit einen Schaden von rund 2.500 Euro verursacht hatte, wurde stattgegeben ("Kündigung wegen 16.000 privater SMS vom Diensthandy ungültig", in: Anwalt.de vom 4. Oktober 2010.
  • Damit eine fristlose Kündigung durchkommt, muß es der Arbeitnehmer schon richtig toll treiben. So hat eine Mitarbeiterin, die eine Kasse verwaltet hat, 680 Euro geklaut und durch Falschgeld "ersetzt" ("Falschgeld am Arbeitsplatz: fristlose Kündigung", in: Focus vom 30. September 2010.)
  • Eine fristlose Kündigung wurde auch für rechtens erklärt, als ein Mitarbeiter 900 Euro Reisekosten ergaunert hat ("Verstoß gegen Reisekostenordnung: Fristlose Kündigung", in: Focus vom 30. September 2010)