Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, Januar 20, 2011

In Bamberg kann bald wieder Süßholz geraspelt werden.

Nach 60 Jahren süßholzloser Zeit wurde am 15. Oktober 2010 im Rahmen des Modellprojekts "Urbaner Gartenbau" erstmals wieder in einer groß angelegten Pflanzaktion der Bamberger Süßholzgesellschaft in der Gärtnerei Mussärol Süßholz angepflanzt. Rund 1.200 Süßholzpflanzen wurden im Herbst 2009 in der Bamberger Gärtnerei Strobler aufgezogen – heute wurden sie in das Freiland ausgesetzt.

Der Süßholzanbau in Bamberg kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er im Jahr 1520. Das Süßholz zählt zu den Heilpflanzen und erlebte so in Bamberg besonders im 18. Jahrhundert einen Boom: Gegen Husten, Bronchitis und Gicht war ein (Süßholz-) Kraut gewachsen, was die Bamberger Pflanze bis nach Ungarn, Wien und Prag hinaus begehrt machte. Mit der Entwicklung der organischen Chemie wurde das Süßholz jedoch zunehmend vom Markt verdrängt, die zeitintensive Aufzucht der Pflanze war nicht mehr rentabel und so stammt der letzte Fotobeweis für den Süßholzanbau in Bamberg aus dem Jahr 1950.

Mit dem Zuschlag für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2012 bot sich für die Gärtnerstadt die einzigartige Chance, wieder stärker in den Fokus der Bamberger Öffentlichkeit gestellt zu werden. Die Direktvermarktung heimischer Produkte wurde in Zusammenarbeit mit der Landesgartenschau GmbH verbessert und auch die heutige Wiederbelebung des Süßholzanbaus spielt dabei eine gewichtige Rolle. Denn dadurch werden zum einen die momentan in der Gärtnerstadt vorhandenen Brachflächen reduziert bzw. wieder aufgewertet, zum anderen können so wertvolle Arbeitsplätze erhalten und sogar auch neu geschaffen werden, da der Anbau und die Pflege des Süßholzes in den Händen der Bamberger Gärtner und ihrem Personal liegen.

Geplant und begleitet wird das Süßholzprojekt während der nächsten vier Jahre von der Bamberger Süßholzgesellschaft: Da das wirtschaftliche Risiko eines modellhaften Süßholzanbaus für einzelne Gärtner nicht kalkulierbar ist, tragen möglichst viele Süßholz-Freunde der Gesellschaft das Risiko gemeinsam. Ziel ist es, über den Verkauf von so genannten Süßholz-Genussscheinen (100 €/ Stück) genügend privates Kapital zu generieren, um den Anbau von Süßholz über vier Jahre hinweg zu gewährleisten. Pflanzen und Wurzeln sollen dann weiter bearbeitet werden, um daraus marktfähige Produkte herzustellen. Sollte das Projekt nach vier Jahren ökonomisch tragfähig sein, ist eine Verlängerung möglich, denn: Das Alleinstellungsmerkmal des Bamberger Süßholzes ist ein Garant dafür, dass das Produkt nahezu konkurrenzlos ist. Das wohl bekannteste Produkt, dass aus Süßholz hergestellt wird, ist die Lakritze.

Einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll das Bamberger Süßholz auch auf dem Ausstellungsgelände der Landesgartenschau.