Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, Januar 20, 2011

Nur beste Qualität erfuellt die Slow-Food- Kriterien: Besucher der Slow Food Messe in Stuttgart koennen sich auf die angebotenen Produkte verlassen.

In Zeiten von Dioxin in Eiern und Hühnerfleisch und im Wissen um regelmäßig auftauchende Berichte über Unappetitliches bei den Lebensmittelproduzenten sind immer mehr Verbraucher verunsichert: Was kann man guten Gewissens noch essen? Zu allem Überfluss sorgen auch noch unterschiedliche Begriffe wie Bio, Öko oder integrierte Landwirtschaft für zusätzliche Verwirrung – wo ist die Grenze, was ist gesetzlich geschützt und kontrolliert und was ist bloße Geldmacherei? Und was ist mit den ganzen Zusatzstoffen? Citronensäure und Johannisbrotkernmehl klingen ja eigentlich ganz harmlos – aber sind sie das wirklich?

Besucher der Slow Food Messe, dem Markt des guten Geschmacks vom 14. bis 17. April 2011 in Stuttgart, haben es da verhältnismäßig einfach. Denn für Produkte, die den Slow-Food-Standard erfüllen, gibt es ganz klare Richtlinien, was darin enthalten sein darf und was nicht, und Aussteller, deren Erzeugnisse diese Richtlinien nicht erfüllen, werden gar nicht erst zur Messe zugelassen. Außerdem bieten die Aussteller der Messe und die verschiedenen Convivien - regionale Slow-Food-Vereinigungen - nicht nur Köstliches zum Probieren und Kaufen an, sondern stehen auch für detaillierte Informationen rund um ihre Produkte zur Verfügung, damit die Besucher genau wissen, was sie da zu sich nehmen.

Rund 70.000 Besucher zogen die Stuttgarter Frühjahrsmessen, zu denen auch die Slow Food Messe, der Markt des guten Geschmacks, gehört, im letzten Jahr an. Besucher, die bereit sind, für etwas besonders Gutes auch einmal tiefer in die Tasche zu greifen. Kein Wunder, dass so mancher gerne von diesem attraktiven Besucherpotential profitieren würde und auf der Slow Food Messe ausstellen möchte. Das darf allerdings längst nicht jeder.
"Bevor ein Aussteller zugelassen wird
erläutert Projektleiterin Lilo Haug,
"wird genauestens geprüft, was in seinen Produkten drin ist. Wer beispielsweise mit Geschmacksverstärkern, Aromastoffen oder gentechnisch veränderten Lebensmitteln arbeitet, muss draußen bleiben."
Außerdem sollten die angebotenen Produkte in handwerklicher Art und ohne Prozesshilfsstoffe hergestellt worden sein. Chemische Zusatzstoffe sind nur dort erlaubt, wo es ohne sie beim besten Willen nicht geht – so ist etwa Benzoesäure bei Krabben und Zubereitungen mit Krabben zulässig, weil diese sonst zu schnell verderben würden. Kern der Slow-Food-Philosophie ist dabei die Bewahrung von Traditionen in der Lebensmittelerzeugung. Gesundheitliche Aspekte stehen bei diesen Überlegungen nicht im Vordergrund, doch der Verzicht auf den Einsatz von Chemie führt in aller Regel auch zu besserer Bekömmlichkeit der Lebensmittel.

Zu den seit diesem Jahr von Slow Food Deutschland nicht mehr gestatteten Zusatzstoffen gehört die Citronensäure, manchmal auch kurz als E 330 bezeichnet. Was so gesund nach Vitamin C und saftigen Zitronen klingt und häufig in Erfrischungsgetränken auftaucht, ist als Zusatzstoff höchst umstritten. Nicht nur, dass Citronensäure im begründeten Verdacht steht, bei Zahnschäden eine maßgebliche Rolle zu spielen. Neuere Forschungen haben darüber hinaus ergeben, dass Aluminium – ebenfalls in mehreren Lebensmittelzusatzstoffen enthalten – in Verbindung mit Citronensäure die Blut-Hirn-Schranke überwindet und es damit zu Aluminiumablagerungen im Gehirn kommen kann. Diese wiederum stehen im Verdacht, am Entstehen der Alzheimerschen Krankheit beteiligt zu sein, da man im Gehirn von Alzheimerkranken vermehrt Aluminium gefunden hat.

Angesichts dieses Risikos lohnt es sich allemal, auf den Einsatz von Citronensäure in Lebensmitteln zu verzichten. Das ist auch problemlos möglich, so Dr. Hanns-Ernst Kniepkamp, Vorsitzender des Slow-Food-Conviviums Nordhessen und Mitglied des Vorstands von Slow Food Deutschland, der im Auftrag der Messe Stuttgart die Produkte der Aussteller auf Herz und Nieren prüft.
"Der einfachste und beste Ersatz für die industriell aus einer Schimmelpilzvariante hergestellte Citronensäure, die von der Industrie vor allem für die Marmeladenproduktion gebraucht wird, ist ganz normaler Zitronensaft. Dass er dennoch von der klassischen Lebensmittelindustrie nicht verwendet wird, liegt unter anderem daran, dass man dazu mehr Know-how und mehr Fingerspitzengefühl braucht. Denn Zitronensaft ist nicht immer gleich Zitronensaft, wie ja auch eine Zitrone nicht mit der anderen identisch ist; da gibt es natürliche Abweichungen. Und auch die Haltbarkeit ist mit dem Einsatz von Zitronensaft nicht ganz so hoch. Das heißt, die Verbraucher sollten Marmelade nicht kiloweise, sondern eher in Hundert-Gramm-Gebinden kaufen."
Wer sich einmal beim Rundgang über die Slow-Food-Messe eine handgefertigte Praline auf der Zunge zergehen ließ oder in ein ohne Phosphat und Citrat hergestelltes Würstchen gebissen hat, der weiß: Gute Lebensmittel brauchen keine Chemie, um lecker zu schmecken. Leider sind bei vielen Menschen durch den verschwenderischen Einsatz von Geschmacksverstärkern und Aromastoffen schon die Geschmacksnerven verkümmert, so dass Essen ohne Zusatzstoffe ihnen regelrecht "fade" vorkommt. Die gute Nachricht lautet: Man kann das feine Geschmacksempfinden langsam schulen und so wieder zum Leben erwecken. Eine gute Möglichkeit dazu bieten die Geschmackserlebnisse, die auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Slow Food Messe in Stuttgart angeboten werden und extra zu buchen sind. Die Besucher können dabei unter professioneller Anleitung mit allen Sinnen wahrnehmen, welch gewaltiger Qualitäts- und Geschmacksunterschied beispielsweise zwischen einem Stück Fleisch aus dem Supermarkt, einem aus einer klassischen Metzgerei und einem, das die Slow-Food-Kriterien erfüllt, besteht.

Besucher der Slow-Food-Messe "Markt des guten Geschmacks in Stuttgart" können sich sicher sein: Die Produkte, die sie probieren und kaufen, sind nicht nur "gut, sauber und fair", wie es von Slow Food gefordert wird: Sie sind auch in jeder Hinsicht gesund und bekömmlich. Und dabei auch noch unglaublich lecker.

(Quelle: Pressemitteilung der Messe Stuttgart).

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