Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, August 09, 2011

Brau Beviale 2011: Querdenken durchaus erlaubt.

Die Brau Beviale 2011 – 9.-11. November im Messezentrum Nürnberg – ist in diesem Jahr die weltweit wichtigste Investitionsgütermesse für die Getränkewirtschaft. Gut 1.300 Aussteller informieren die erwarteten 32.000 Fachbesucher über Neu- und Weiterentwicklungen in den Bereichen Getränke-Rohstoffe, Technologien, Logistik und Marketing. Aber die Brau Beviale ist weit mehr als reine Produktschau. Um Investitionsentscheidungen fundiert vorbereiten zu können, schätzen Experten die Fachmesse ebenso als Forum des internationalen Meinungsaustauschs zu Entwicklungen auf den globalen Getränkemärkten.

Getränkepositionierung über innovative Verpackungsideen

Jahr für Jahr entstehen nicht nur weitere Getränkeideen, auch Vorhandenes positioniert sich neu. Ob es sich dabei um innovative Konzepte für Tee-, Malz-, spezielle Biermischgetränke oder Premium-Mineralwasser handelt – Kreativität erzeugt Verbraucherinteresse. Eine immer dominantere Rolle bei der Positionierung von Getränken spielt deren Verpackung. Deshalb widmet sich auf der Brau Beviale der Themenpavillon "Moderne Verpackung" mit interessanten Lösungsansätzen bei Material und Technologie speziell diesem Thema. Auch hier gilt es, Verbraucherinteressen exakt zu erfassen und Nachhaltigkeit in die Konzepte mit zu integrieren. Lightweighting gewinnt an Bedeutung, bei Aufrechterhaltung der Verpackungsqualität, versteht sich. Betrachtet man den globalen Getränkemarkt, ist im Bereich Softdrinks-, Bier- und Milchverpackungen 2010 die PET-Flasche mit einem Marktanteil von 34 % ganz vorne angesiedelt, so das britische Marktforschungsinstitut Canadean. Es folgen Glas (17 %), Karton (11 %) und Dose (10 %). Immer mehr Aufmerksamkeit wird der Entwicklung von Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen gewidmet. So brachte ein Mineralwasserabfüller beispielsweise eine Flasche mit einem Anteil von derzeit 20 % PET aus nachwachsenden Rohstoffen auf den deutschen Markt. Ein Erfrischungsgetränkehersteller präsentierte eine Flasche aus 100 % Pflanzenmaterial, die unter anderem Rutenhirse, Pinienrinde und Maisstroh enthält.

Alkoholfreie Getränke – der Weltmarkt

Der globale Konsum alkoholfreier Getränke betrug 2010 mehr als 550 Mrd.l, der globale Pro-Kopf-Konsum um die 80 l. Verkaufte alkoholfreie Getränke legten nach dem eher mageren Jahr 2009 um knapp 4 % zu. Etwa ein Drittel aller weltweit abgesetzten Getränke sind alkoholfrei, ca. ein weiteres Drittel Heißgetränke. Das dritte Drittel teilen sich Milch und alkoholische Getränke nahezu gerecht.

Treibende Kraft für den steigenden Konsum alkoholfreier Getränke bleibt Asien mit einem Viertel des Weltverbrauchs. Indien glänzte 2010 mit Wachstumsraten von 16 %, China mit 14 %. Nordamerika hält ein Fünftel des weltweiten Absatzes – bei 2010 leicht sinkendem Verbrauch. Ebenfalls äußerst wachstumsstark, aber von einem niedrigen Niveau aus: der afrikanische Markt sowie der Mittlere Osten mit unter 10 % des Weltverbrauchs. Werden in Asien derzeit 35 l/Kopf an alkoholfreien Getränken gekauft, sind es in Afrika sowie dem Mittleren Osten noch 10 l weniger. Auch in Lateinamerika trank man 2010 gern alkoholfrei. Das Plus von insgesamt 5 % ist getrieben vom brasilianischen Markt, der 30 % des lateinamerikanischen Einkaufsvolumens an alkoholfreien Getränken sowie 2010 ein Wachstum von 7 % auf sich vereint. Deutlich erholt hat sich der osteuropäische Markt, allen voran Russland. Sinkende Absätze von weniger als 1 % verbuchte der westeuropäische alkoholfreie Getränkemarkt – allerdings mit 18 % des weltweiten Verkaufs von sehr hohem Niveau ausgehend.

Insgesamt gesehen sind vor allem die BRIC-Länder die Softdrink-Märkte der Zukunft. Vereinten sie um die Jahrtausendwende gerade einmal 12 % des globalen Absatzes an alkoholfreien Getränken für sich, stieg der Anteil bis 2010 bereits auf mehr als 20 %. Bis 2015 wird nochmal ein Plus auf bis zu 25 % prognostiziert (Canadean).

Betrachtet man den globalen Verkauf alkoholfreier Getränke gegliedert nach Getränkekategorien, erzielten Fruchtsäfte und Fruchtsaftgetränke sowie Sportgetränke und kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke 2010 ein leichtes Wachstum, abgepacktes Wasser ein deutlicheres Plus von ca. 4 %. Damit vereint abgepacktes Wasser 30 % des weltweiten Konsums an alkoholfreien Getränken für sich. Mit zweistelligen Wachstumsraten glänzten die Energy Drinks. In Westeuropa sind die wachstumsstärksten Märkte in diesem Segment Dänemark, Frankreich und Norwegen.

Immer beliebter wird Wasser mit Zusatznutzen. Seit 2005 hat sich der Absatz mehr als verdoppelt. Mit einem Anteil von 80 % am globalen Volumen stehen vor allem drei Märkte im Fokus: Deutschland, die USA und Japan. Ob Vitamin-, Mineralien-, Frucht- oder Sauerstoffzusatz – Wasser mit Zusatznutzen gibt es in unterschiedlichsten Varianten – ganz an die Verbraucherwünsche in den unterschiedlichen Regionen der Welt angepasst. Um die 30 Mrd. l RTD (Ready to Drink)-Teegetränke wurden 2010 weltweit getrunken. Vor allem natürliche Konzepte, die den Convenience-Gedanken beinhalten, sind hier gefragt. Die vier Märkte China, Japan, USA und Indonesien vereinten dabei drei Viertel des weltweiten Gesamtabsatzes. Mit einem weiteren Plus wird in den nächsten Jahren gerechnet (Euromonitor International).

Alkoholfreie Getränke – der deutsche Markt

Sieht man sich den deutschen Markt genauer an, lässt sich vor allem im Bereich Erfrischungsgetränke Positives vermelden. Hier stieg 2010 der Pro-Kopf-Konsum von 117 auf 118,2 l und erreichte damit einen Höchststand (Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke, wafg). Der Pro-Kopf-Verbrauch an Mineral- und Heilwasser blieb 2010 auf einem hohen Niveau von ca. 131 l. Im Trend: Mineralwässer mit wenig oder ohne Kohlensäure. Während sich der Marktanteil der Wässer mit wenig Kohlensäure bei rund 43 % stabilisierte, stieg er bei Wässer ohne Kohlensäure auf mehr als 10 %. Mineralwasser bleibt das beliebteste alkoholfreie Getränk Deutschlands. Ein Grund dafür mag die Vielfalt an deutschen Mineralwässern sein. So kann sich der Verbraucher zwischen 500 Mineral- und 50 Heilwässern entscheiden. Und auch geschicktes Marketing hilft: So veröffentlichte die Informationszentrale Deutsches Mineralwasser kürzlich die Broschüre "Mineralwasser für Genießer". Der Handelsverband Heil- und Mineralwasser organisiert Mineralwasser-Sommelier-Lehrgänge, der Teilnehmern unterschiedlichste Mineralwasser-Geschmackserlebnisse nahe bringt. Immer stärker nachgefragt: Premium-Mineralwässer, gern in ausgefallenen, mit Design- oder Verpackungspreisen ausgezeichneten Glasflaschen abgefüllt. Querdenken funktioniert; das bewies auch eine deutsche Smoothie-Marke, die mit einem Designer-Label zusammen arbeitete. Heraus kam ein ungewöhnliches Flaschen-Design, auf der Vorderseite das Design-Scribble eines speziell entwickelten exklusiven T-Shirts.

Gute Nachrichten für die Braubranche: weltweiter Bierkonsum steigt

Bis 2015 soll der globale Bierkonsum jährlich um ca. 3 % steigen. Trifft das so ein, könnte der weltweite Bierverbrauch schon im Jahr 2013 die 2-Mrd.-hl-Marke überschreiten. Am höchsten sollen Wachstumsraten in Asien und Afrika ausfallen – hier wird jeweils mit rund 5 % Plus im Jahr gerechnet. Bis 2015 hätte Asien dann einen Anteil von 38 % am Welt-Bierabsatz. In Lateinamerika wird ein jährliches Plus von 3 % erwartet, in Osteuropa 1,5 %. Einzig und allein der westeuropäische Biermarkt soll bis 2015 stagnieren. Während für Deutschland, die Niederlande, Frankreich und Großbritannien mit einem sinkenden Bierverbrauch kalkuliert wird, ist in Finnland, Italien, Norwegen, Portugal und Spanien noch Bierpotenzial vorhanden (Canadean). Betrachtet man Verkaufszahlen zum weltweiten Bierkonsum etwas genauer und nach Braugruppen gegliedert fällt auf, dass allein die vier größten Braukonzerne Anheuser-Busch InBev, SABMiller, Heineken und Carlsberg etwa 42 % Prozent des weltweiten Bierabsatzes bündeln. Weltweit bedeutendste Biermarken sind laut Grupo Modelo Budweiser, Snow, Skol, Miller und Corona.

Mit 98,3 Mio. hl unterschritt der deutschen Biermarkt 2010 die 100 Mio.hl-Grenze erstmals wieder seit 1989. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank auf 107,4 l. Auch Biermischgetränke konnten 2010 nicht punkten. Der Verbrauch ging um 2,7 % zurück. Dem setzen Brauereien durchaus interessante Neuentwicklungen entgegen – wie beispielsweise ein Birne-Ingwer-Biermischgetränk oder Weißbier mit Whisky-Geschmack. Innerhalb Europas steht der deutsche Biertrinker mit seinem Pro-Kopf-Konsum nach wie vor auf Platz 3 hinter Tschechien mit 142,4 l und Österreich mit einem Bierverbrauch von 108,1 l. Interessant im polnischen Markt mit 87,3 l/Kopf ist folgendes Verpackungsphänomen: 40 % des Bierabsatzes gehen in der Dose an den Verbraucher. Das ist ein prozentualer Dosenanteil, der in anderen europäischen Ländern nicht einmal ansatzweise verwirklicht wird. Grund: In Polen punktet die Dose durch ihre hohe Convenience und ist bei jungen Leuten ganz einfach "in". Der Bierkonsum in Russland sank 2010 auf 73 l/Kopf (Canadean).

Wodka – die international populärste Spirituose

Für den weltweiten Spirituosenkonsum rechnet eine Studie der britischen IWSR, International Wine and Spirit Research, von 2010 bis 2014 mit einem Anstieg von ca. 2,2 %. Ein Plus von etwa 4,8 % wird aus Asien erwartet. Dort lässt man sich schon heute 44,6 % des weltweiten Spirituosenkonsums schmecken. Die global am häufigsten konsumierte Spirituose im Jahr 2010 war der Wodka.

Wein wird immer beliebter

Die drei führenden Weinnationen Frankreich, Italien und Spanien vereinten 2010 rund die Hälfte der weltweit produzierten Weinmenge auf sich. China belegte den 7. Platz unter den weltweit größten Weinnationen. Von 2010 bis 2014 soll die chinesische Weinproduktion nochmals um 77 % steigen. Bislang sind hochwertige Qualitätsweine in China allerdings noch Mangelware. Bis 2014 ist von einem weltweit ansteigenden Weinkonsum von etwa 3,2 % auszugehen. Ca. drei Viertel der Steigerung des Stillweinkonsums, der 92,6 % des weltweiten Weinkonsums ausmacht, werden sich voraussichtlich die Länder USA, China und Russland teilen. 2012 sollen die USA der größte Markt für Stillweine sein – noch vor Italien und Frankreich. 7,4 % betrug der Anteil von Schaumweinen am weltweiten Weinkonsum. Hier wird mit ca. 5,6 % Plus bis zum Jahr 2014 eine noch stärkere Wachstumsrate erwartet als bei Stillweinen. An weltweit 9. Stelle unter den Wein produzierenden Ländern hält sich derzeit Deutschland – auch wenn das Erntejahr 2010 ein mengenmäßig schlechtes war. Prognostiziert wird für den deutschen Weinkonsum bis zum Jahr 2014 ein Anstieg um ca. 0,5 % (IWSR-Studie).

Kein Zweifel: Der globale Getränkemarkt benötigt auch künftig neben Traditionellem den notwendigen Schuss an Innovativem, um Verbraucherinteresse wach zu halten. Dass dabei auch quer gedacht werden darf und gerade ein "Querdenken" oft besonders gut beim Verbraucher ankommt, scheint mehr und mehr verstanden zu werden. Ob eine speziell für Luxusbiere entwickelte Flasche, eine Verpackung, die dem Produkt direkt nachempfunden ist oder die branchenübergreifende Kooperation. Alles ist denkbar. Und zielgruppenorientiert gestaltet kann hier vieles ebenso zum Erfolg führen wie die Entwicklung neuer Geschmacks- oder Getränkevarianten. Fazit: Es bleibt spannend innerhalb der Getränkebranche. Und: Selbst in rückläufigen Getränkesegmenten ist Erfolg durch innovative Ideen machbar.

Über die Brau Beviale 2011

Die Brau Beviale 2011 ist die in diesem Jahr weltweit wichtigste Investitionsgütermesse für die Getränkewirtschaft. Vom 9.-11. November präsentieren im Messezentrum Nürnberg gut 1.300 Aussteller (2010: 41 % international) ein umfassendes Angebot an hochwertigen Getränke-Rohstoffen, innovativen Technologien, effizienter Logistik und spritzigen Marketing-Ideen. Die erwarteten 32.000 Besucher (30 % international) kommen aus dem technischen und kaufmännischen Management der europäischen Getränkewirtschaft. Mehr als drei Viertel der Aussteller hatten 2010 Besuch aus Brauereien, 42 % (Mehrfachnennungen) freuten sich über Interesse von Erfrischungsgetränkeproduzenten, gefolgt von Mineralwasserabfüllern (37 %) und Fruchtsaftherstellern (34 %). Der beliebte Messe-Mix aus professioneller Präsentation und persönlicher Begegnung überzeugt u.a. mit überschaubarem Messe-Invest, hoher Effizienz der fachlich wie zeitlich dichten drei Messetage, umfassendem Angebot, intensivem persönlichen Dialog mit Entscheidern, idealem Termin ...

(Quelle: Pressemitteilung der NürnbergMesse).

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