Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, Dezember 01, 2011

Gutschein-Marketing via Groupon & Co.: Die Vor- und Nachteile des Vermarktung über Gutscheinkampagnen (TEIL 1).

Ein bereits totgesagter Vermarktungsweg für Dienstleistungen aller Art erlebte dank der Firma Groupon in den vergangenen 2 Jahren einen beispiellosen Aufschwung: Das „Couponing“. Als Schnittstelle von realer und virtueller Welt vermarktet Groupon über seine Website Gutscheine für verschiedenste Dienstleister aus der realen Welt. Richtig ausgeführt ermöglicht das „Couponing“ jedem Dienstleister eine kostengünstige und performancebasierte Akquise von Neukunden. Was sich risikolos anhört, hat aber auch seine Tücken. Über Probleme, Risiken und die richtige Planung einer Dealkampagne:

Eines der größten Probleme von Werbung in der realen Welt ist seit je her die Messung und damit der Erfolgsnachweis der Planung und Durchführung einer Werbeaktion. Auch die Entwicklung und Einführung immer neuer Marketinginstrumente und – kanäle konnte dieses Problem auch nur teilweise verbessern, zumal die Möglichkeiten der Messbarkeit größtenteils auf virtuelle Dienstleister (Onlineshops, etc.) beschränkt war. Als einfacher Gastronom, der mit Kunden in der realen Welt sein Geld verdient, hatte man bis zur Gründung von Groupon und dem damit einhergehenden weltweiten Siegeszug des „Couponing“ als Dienstleister nur wenige, zumal umständliche Möglichkeiten, seine Werbebemühungen im Nachhinein auf genauen Erfolg zu kontrollieren.

Couponing: Gutscheine online gekauft und offline eingelöst

Das Prinzip des „Couponing“ ist so einfach wie genial: Ein Dienstleister (Massagesalon, Restaurant, Autowerkstatt, etc.) wendet sich an Groupon oder einen der über 25 anderen ähnlichen Deal-Anbieter (Quelle: Deal Übersicht www.Preisgenial.de) und bietet seine Leistung zu einem stark reduzierten Preis an. Groupon übernimmt die Vermarktung und den Verkauf des Coupons bzw. Gutscheins. Besucher der Website von Groupon werden auf die Dienstleistung des Partners (Restaurant, etc.) aufmerksam, kaufen einen Gutschein und lösen diesen dann vor Ort ein. Als Zwischenhändler bzw. Vermarkter behält Groupon eine Provision für sich. Im Optimalfall entsteht dadurch eine WIN-WIN-WIN-Situation: Der Dienstleister akquiriert Neukunden, Groupon verdient eine Provision und der Kunde genießt die Leistung zum Kennenlernen zu einem stark vergünstigten Preis. Aber welche genauen Vorteile bieten sich einem Dienstleister über diesen Vermarktungsweg und welche Nachteile hat das Konzept?

Die Vorteile von Gutschein-Marketing via Groupon, Dailydeal, Qypedeals und Co.

Die Online-Vermarktung einer Dienstleistung über Gutscheine hat für den Dienstleister (hier Beispielhaft ein Gastronom) viele Vorteile:

  • Große Zielkundengruppe: Über Dealanbieter-Plattformen wie Groupon erreicht ein Gastronom eine sehr große und breitgefächerte Masse an potenziellen Neukunden.
  • Gesenkte Hemmschwelle: Durch die einmalige Rabattierung der Dienstleistung (z.B. 3-Gängemenü) sinkt die Hemmschwelle der potenziellen Kunden diese auszuprobieren. Bei guter Qualität können so Stammkunden gewonnen werden.
  • Kalkulierbarkeit: Die Ausgaben und Einnahmen einer solchen Kampagne lassen sich grundsätzlich sehr genau kalkulieren.
  • Geringes Risiko: Eine solche Kampagne ist grundsätzlich kostengünstig/kostenlos. Kosten fallen für die Kampagne in Form von Provisionen gegenüber der Deal-Plattform wie Groupon in Abhängigkeit der verkauften Gutscheine an. Diesen Kosten stehen kalkulierbare Einnahmen über die Gutscheine gegenüber.
  • Kurzfristigkeit: Eine Leistung lässt sich bei Auslastungsproblemen sehr kurzfristig über Gutscheine vermarkten.
  • Messbarkeit der Ergebnisse: Das Ergebnis einer Gutschein-Kampagne ist sehr leicht anhand der eingelösten Gutscheine nachvollziehbar.

Die Nachteile des Gutschein-Marketings via Groupon, Dailydeal, Qypedeals und Co.

Den Vorteilen einer Gutschein-Kampagne stehen einige Nachteile entgegen:

  • Mangelnde Zielgruppeneingrenzung: Zwar erreicht man über die Online-Vermarktung mit Gutscheinen eine breite Zielgruppe, jedoch ist die differenzierte Ansprache verschiedenen Zielgruppen unmöglich. Die zukünftigen Kunden sind also nicht frei wählbar
  • Hohe Provision: Teilweise verlangen die Dealanbieter-Plattformen wie Groupon sehr hohe Provisionen für die Vermarktung, so dass eine rabattierte Leistung im Endeffekt nur mit Verlust erbracht werden kann.
  • Restriktive Verträge: Manche Dealanbieter binden den Dienstleister über restriktive Verträge längere Zeit.

Betrachtet man das Verhältnis von Vor- und Nachteilen einer Gutschein-Kampagne über einen Onlinevermarkter sind die Potenziale dieses Modells sehr eindeutig. Jedoch ist zur erfolgreichen Durchführung einer solchen Kampagne eine Analyse der eigenen Bedarfssituation und Möglichkeiten, sowie eine genaue Planung und Kalkulation entscheidend. Mehr dazu im zweiten Teil am 2. Dezember 2011

Der Autor betreibt die Dealübersicht www.preisgenial.de, auf der die Angebote von bisher knapp 30 Dealanbietern gesammelt werden. Diese Angebote können vom Nutzer nach Preis und Rabatt gefiltert werden sowie nach Preis, Anbieter, Stadt, Verkäufen und Beliebtheit sortiert werden. Die angebotenen Gutscheine bzw. Deals umfassen lokale Angebote in über 100 Städten in Deutschland aus den Kategorien Gastronomie, Wellness, Beauty, Sport, Events u.v.m. , bundesweit gültige Gutscheine für Onlineshops und sogar Gutscheine für Hotels und Reisen. Die besten Angebote deiner Stadt bei Preisgenial.de

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Kommentare:
Sehr gut als Ergänzung passt auch dieser Artikel, in dem aufgezeigt wird, was die Groupon Vor- und Nachteile für Gastronomen sind und was sie beim Einstellen von Groupon Deals beachten sollten: Groupon Deals Vor- und Nachteile für Gastronomen
 
Da steht: "Im Optimalfall entsteht dadurch eine WIN-WIN-WIN-Situation: Der Dienstleister akquiriert Neukunden, Groupon verdient eine Provision und der Kunde genießt die Leistung zum Kennenlernen zu einem stark vergünstigten Preis"

Besser wäre: "Im Normalfall entsteht eine LOSS-WIN-LOSS-Situation: Der Dienstleister halst sich Schnäppchenjäger auf, Groupon verdient seine Provision und der Schnäppchenjäger ärgert sich über ein eingeschränktes Angebot"

;-)
 
Also mit richtiger Planung wird es eine WIN-WIN-WIN-Situation.

Man sollte den richtigen Anbieter auswählen, es gibt ja nicht nur Groupon. Da unterscheiden sich nicht nur Provisionen sondern auch die Zielgruppe!
 
Also nicht nur für Unternehmen auch für Kunden hat Groupon handfeste Nachteile. Es ist immer die Frage: Will ich das meinen Kunden zumuten?
Denn auch das kann gesundheitsschädigend wirken:
http://www.coupons4u.de/blog/2011/07/18/groupon-deal-oder-gefahrliches-spiel-vorteile-und-nachteile/
Rechtfertigt der Preisvorteil diese Risiken?
 
Ich meinte natürlich "geschäftsschädigend". Da hat sich die Rechtschreibprüfung mal einen Spaß erlaubt.
 
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