Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, Januar 19, 2015

Wie können Gastronomen auf den gesetzlichen Mindestlohn reagieren?

Wie können gastronomische Unternehmen, die von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2015 betroffen sind, legal reagieren?

Verringerung des Services:
  • Verringerung der Öffnungszeiten für den Gesamtbetrieb, z.B. längere Betriebsferien, Einführung von Ruhetagen, später öffnen, früher schließen, Pausen am Nachmittag.
  • Verringerung der Servicezeiten für Teilbetriebe, z.B. für die Küche oder für warme Speisen.
  • Erhöhter Convenience-Grad (z.B. Salatmischungen, TK-Bratkartoffeln usw. statt den Salat selbst zu putzen und Kartoffeln selbst zu kochen, zu schälen und zu schneiden).
  • Manuelle Arbeiten durch Maschinen ersetzen bzw. beschleunigen.
  • Convenience-Getränke verwenden, z.B. Premix-Cocktails.
  • Längere akzeptierte Wartezeiten beim Service oder für Speisen.
  • Verringerung der Komplexität des Angebots, z.B. weniger umfangreiche Speise- und Getränkekarten mit dem Effekt effizienteren Arbeitens.
Einsparung von Personalkosten:
  • Reduktion der Bereitschaftszeiten, die vergütet werden müssen.
  • Erhöhung der Arbeitsintensität durch Verzicht auf Mitarbeiter, z.B. arbeiten nur drei Mitarbeiter im Service statt vier.
  • Entlassung von Mitarbeitern, die zu wenig leisten.
  • Abbau von Leistungen, die nicht beim Mindestlohn berücksichtigt werden, wie z.B. bestimmte Zuschläge, bzw. Umgestaltung von Leistungen, z.B. wird das Weihnachtsgeld anteilig auf alle Kalendermonate verteilt. Und dazu gehören z.B. besondere Arbeitszeiten wie Überstunden, Sonn- und Feiertage, Nacht- oder Schichtarbeit. Aber auch Zahlungen für besondere Arbeitsanforderungen wie Schmutz- oder Gefahrenzulagen, Akkord- und Qualitätsprämien kommen auf den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde obendrauf. Ebenfalls nicht verrechnet werden dürfen vermögenswirksame Leistungen, Zahlungen zur betrieblichen Altersvorsorge und Trinkgelder.
  • Einstellung von Praktikanten nur noch wenn es sich um Pflichtpraktika handelt oder bei anderen Praktika bis zu 3 Monaten.
  • Mehr Auszubildende; Arbeitnehmer durch Auszubildende ersetzen.
  • Abbau von Minijobbern (mit Sozialversicherungsbeiträgen der Arbeitgeber in Höhe von 28%) und Umstellung auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit ca. 22% Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitgeber).
  • Einstellung von Mitarbeitern unter 18 Jahren, soweit die Vorschriften des Jugendarbeitschutzes einen wirtschaftlichen Einsatz erlauben.
  • mehr mithelfende Familienangehörige, die im Haushalt des Unternehmers wohnen, mit Verzicht auf eine Entlohnung. Oder längere Arbeitszeiten dieser Personen. Ob ein Familienmitglied als Arbeitnehmer gilt oder als "familienhafter Mithelfer" kann im Einzelfall fraglich sein. Klarheit bringt das sog. Statusfeststellungsverfahren.
  • Verzicht auf Rabatte für Mitarbeiter.
  • Nichtarbeitszeiten wie Raucherpausen nicht vergüten.
Mehrumsatz und Einsparungen beim Wareneinsatz durch
  • Preiserhöhungen
  • Änderung der Portionsgrößen und ausgeschenkten Volumina
  • Verzicht auf Komponenten
  • Abbau von gewährten Rabatten
  • Verzicht auf Preisaktionen