Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Google Popular Times / Beliebte Uhrzeiten. » | Gastgewerbeumsatz im September 2015 real um 0,1 % ... » | Gastgewerbeumsatz im Juni 2015 real um 4,6 % gesti... » | Gastgewerbeumsatz im April 2015 real um 1,6 % gest... » | Leistungsbonus wird in die Berechnung des Mindestl... » | Streetfood – vom Kult zum Business - Sonderveranst... » | DEHOGA Thüringen lehnt weiterhin die Veröffentlich... » | Gastgewerbe­umsatz im Februar 2015 real um 1,7 % g... » | Talent Garden bereichert die Landschaft der Person... » | Hospitality Management Master an der Fakultät für ... »


Mittwoch, November 23, 2016

Qualitaetsjournalismus à la Spiegel: Leser wissen manchmal mehr als Praktikanten.

"Korrektur: Anders als in der ersten Fassung berichtet, hat Franz Müntefering seine Frau in ihrem gemeinsamen Haus in Bonn und nicht im Sauerland gepflegt. Wir sind durch einen Leser auf diesen Fehler aufmerksam gemacht worden. Vielen Dank!"
Diese Anmerkung zu einem überflüssigen, apolitischen und peinlichen Artikel des Spiegels über ein angebliches Gerücht, Franz Müntefering habe ein Verhältnis mit einer 29 Jahre jungen Mitarbeiterin ("Müntefering hat eine Neue. Oder auch nicht ", in: Spiegel vom 6. Mai 2009), hat mich an ein Gesprächsprotokoll von Martin Röll erinnert: "Weblogs sind keine Gefahr für den Journalismus" vom 13. Oktober 2003. In einem Gespräch mit Martin Röll hat Ute Miszewski, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Spiegel-Gruppe, damals in wohlfeilen Worten begründet, warum der "Spiegel" so qualitätsvoll sei im Vergleich zu Blogs:
"Journalismus sei ein Handwerk, das gelernt werden müsse. Journalisten besuchten spezialisierte Schulen bzw. würden Ausbildungen durchlaufen, die sie befähigten, Beiträge hoher journalistischer Qualität zu erstellen. Dies sei gewöhnlichen Menschen ohne diese Ausbildung nicht möglich.

Weiterhin hätten professionelle Journalisten bessere Recherchemöglichkeiten, so seien ihnen etwa Behörden zur Auskunft verpflichtet. Ebenfalls könnten Journalisten auf umfangreiche Redaktionsarchive und -Datenbanken zugreifen und so über größere Informationsmengen zu vergangener Berichterstattung verfügen. Durch den Zugriff auf Agenturmeldungen z.B. von dpa oder ap hätten sie einen umfassenden Überblick über das Geschehen auf der Welt.

Den profesionellen Medien kommt laut Ute Miszewski die wichtige Rolle des 'Informationsfilters' zu, der entscheide, welche der vielfältigen Meldungen einer größeren Öffentlichkeit zugeleitet würde. Als ein Anbieter professionellen journalistischen Contents sehe sich die Spiegel-Gruppe, insbesondere Spiegel Online, die die Website www.spiegel.de betreiben, nicht in einer Konkurrenzsituation mit Bloggern. Die Filter- und Prüffunktion, die manche Weblogs ausüben, etwa indem sie die Meldungen von Nachrichtenseiten wie spiegel.de weiter filtern, gegen andere Quellen abgleichen und einer spezialisierten Leserschaft zuführen, hält Miszewski für nicht relevant. Diese Filter seien lediglich Publikationen von Amateuren, die keine journalistische Funktion hätten."
Angesichts dieses hohen Anspruchs empfinde ich die Verbreitung eines solchen Gerüchts, das selbst wenn es zutrifft, nur die beiden Betroffenen selbst was angeht, als abgrundtief peinlich für die Journaille.