Montag, Juni 03, 2002

Die New York Times hat am 29. Mai in einem Artikel "Amazon.com Adds Restaurants to Mix" (kostenlose Registrierung erforderlich) gemeldet, Amazon.com teste seit dem 22. Mai das Interesse an der (noch) kostenlosen Präsentation von Speisekarten. Das Angebot umfasse zur Zeit Speisekarten von mehr als eintausend Restaurants in sechs Städten (Boston, Chicago, New York, San Francisco, Seattle und Washington, D.C.), steht aber angeblich auch Restaurantbetreibern in anderen amerikanischen Städten offen. Im Angebot sind aber auch Preislisten anderer Branchen in acht Kategorien: Kunst und Hobby, Spielzeug und -zubehör, industrieller, medizinischer und wissenschaftliche Angebote, Möbel, Lifestyle, Geschenke, Autoersatzteile und -zubehör. Amazon wolle damit Direktversandunternehmen zeigen, daß Amazon für sie Verkäufe generieren könne.

Ein schönes Beispiel ist die achtzehnseitige Speisekarte des Restaurants Tru in Chicago. Offensichtlich ist beabsichtigt und auch bereits teilweise umgesetzt, die umfangreichen Funktionen und Möglichkeiten der Personalisierung auch auf diese Speisekarten bzw. Restaurants anzuwenden. So wird angezeigt, welche anderen Speisekarten sich diejenigen Nutzer haben anzeigen lassen, die sich die selbe Karte angeschaut haben wie man selbst. Man kann Restaurants besprechen und bewerten, sich Besprechungen anderer Nutzer anschauen und die durchschnittlichen Bewertungen (in Sternen, was aber nichts mit den Sternen von Restaurantführern verwechselt werden sollte, sondern bei allen von Amazon angebotenen Produkten zur Bewertung benutzt wird). Es werden Statistiken erstellt, ausgewertet und angezeigt, z.B. die "most popular restaurants". Für New York ist die Anzahl der gelisteten Restaurants bereits so zahlreich, daß die Rubrizierung nach Stadtteilen (z.B. 359 Restaurants in Greenwich Village) und nach Küchen (z.B. 594 italienische Restaurants) einen Sinn macht.