Montag, Juni 17, 2002

Meetup.com führt Menschen mit gleichen Interessen in einer Region zusammen. Dafür wurden in den ganzen USA bisher 11.409 Cafés, Bars, Bowlingbahnen, Parks, Donut-Shops usw. handverlesen ausgewählt, aus denen man sich einen Treffpunkt aussuchen kann. Die Meetups eines Themas finden immer an einem bestimmten Tag im Monat statt, in der Regel wochentagabends oder an Samstagen. Der Vermittlungsservice ist kostenlos. Etwas ähnliches kenne ich für Deutschland noch nicht, aber erfolgreiche Ideen werden ja sehr schnell abgekupfert. Es kann aber auch sein, daß sich - trotz der bisher nur englischen Oberfläche von Meetup.com - das Original auch in Deutschland etabliert. Zwei BMW-Fans treffen sich in der Hoffnung auf weiteren Zustrom jeden 1. Dienstag im Monat in Berlin, je nach Absprache entweder im Burger King am Alexanderplatz 8 oder in der Frankfurter Allee 44 oder im Barcomi´s, Sophienstraße 21.

Ein spezielles Segment gibt es schon von deutschen Anbietern: Blind-Date-Events. Dabei geht es aber um Treffen für Menschen, die eine mehr oder weniger erotische Beziehung suchen. Seitens der Agenturen werden gehobene Lokale gesucht mit angenehmem, ruhigem Ambiente, etwas romantisch. Die Teilnehmer sind 25 bis 60 jahre alt. Bei Meetups sind die Anforderungen an die Gastronomie unterschiedlich je nachdem, wer sich trifft, so daß dieses Konzept für weit mehr Gaststätten und Unternehmen der Freizeitindustrie interessant ist als nur für solche, in die man seine Frau zum Hochzeitstag einladen würde.

Meetup.com ging am 14. Juni online, aber das Start-Up-Team läßt hoffen, daß es sich nicht um eine Eintagsfliege handelt. Scott Heifermann, Gründer und CEO, hat an der Universität von Iowa seinen Abschluß gemacht, bei Sony gearbeitet, i-traffic gegründet und im Oktober 1999 verkauft. Im Oktober 2000 hat er mal einen Tag als Aushilfe bei McDonald gearbeitet und aufgeschrieben, was ihm dabei aufgefallen ist.