Montag, August 26, 2002

Der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonit hatte am Sonntag die Einführung einer 1-Euro-Banknote mit der schwachsinnigen Begründung gefordert, ein Umtausch der Münzen in Scheine würde den Wert des Euro in den Augen der Verbraucher erhöhen. Dies könne dazu beitragen, den Preisanstieg zu bremsen. Die Europäische Zentralbank hat den vorlauten Forza-Minister mit dem Hinweis auf die niedrigere Lebensdauer von Banknoten abgewatscht.

Was wirklich fehlt, sind 5-Euro-Münzen. In der Diskussion um die Euro-Einführung wurde die Herausgabe von 5-Euro-Münzen mit der Begründung abgelehnt, damit werde zugestanden, daß der Euro weniger wert sei, weil Münzen für vergleichbare Werte in den Vorgängerwährungen fehlen. In Deutschland hat z.B. die Stufe 5 Deutsche Mark den Übergang von Münzen auf Noten markiert. In Wahrheit geht es darum, daß bei Banknoten die Geldschöpfungsgewinne der Europäischen Zentralbank anheimfallen, bei Münzen hingegen den Mitgliedsstaaten (sogenanntes "Münzregal"). Unter dem Mangel an 5-Euro-Münzen leidet vor allem die Automatenwirtschaft, aber auch alle anderen Branchen, die viel mit Bargeld hantieren, wie die Gastronomie.