Montag, September 30, 2002

Am 16. Oktober veranstalten Gewerkschaftler einen "Tag der weltweiten direkten Aktion bei McDonalds". Wie die NGG exemplarisch gegen McDonald's vorgegangen ist, dokumentiert ein Bericht "Bilanz der 1998 bundesweit geführten NGG-Aktionswoche gegen McJobs". Solche Aktionen dienen der Innenstabilisierung der Gewerkschaften statt der Außenwirkung; "Skandalisierung" ist bloß Symbolpolitik. Wer sich als Gastronom die Hände reibt und denkt, denen gönn' ich das, verkennt, daß die NGG McDonald's bewußt herausgreift. Man hofft wegen der großen Anzahl der Mitarbeiter auf eine Vielzahl von freizustellenden Betriebsräten und auf eine Alllianz mit Menschen mit anti-amerikanischen Ressentiments und ökologischen Bedenken. Daß der NGG der Verbraucherschutz, eine naturnahe Produktion und artgerechte Tierhaltung wenig am Herzen liegen, sieht man an ihren Stellungnahmen zur BSE-Problematik. Wußten Sie schon, daß George Ritzer in seinem Buch "The McDonaldization of Society", London 1998, davon spricht, die Personalpolitik von McDonald's spreche bevorzugt gesellschaftliche Randgruppen und solche Menschen an, die kaum andere berufliche Alternativen haben, und daß sich Anja Weber, Referatsleiterin beim Hauptvorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und zuständig für McDonald's, dieses Zutat zu eigen macht (siehe Anja Weber: "Arbeiten bei McDonald’s - McJobs in der Wirklichkeit")? Haben auch Sie asoziale Mitarbeiter, die der Hilfe der NGG bedürfen?