Montag, Mai 12, 2003

Der baden-württembergische Übernachtungstourismus stand im ersten Quartal 2003 weiterhin ganz im Zeichen der aktuellen Konjunkturschwäche in Deutschland. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg
  • kamen in den ersten drei Monaten diesen Jahres 2 Prozent weniger Gäste als im Vorjahr in die Beherbergungsstätten mit mehr als acht Betten.
  • Mit einem Minus von 3,7 Prozent gingen die Übernachtungen noch stärker zurück, weil sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer erneut leicht auf nunmehr 2,8 Nächte verminderte.
  • Verantwortlich für diese insgesamt negative Entwicklung war dabei das Ausbleiben von Gästen aus Deutschland, die sogar 4,8 Prozent weniger Übernachtungen buchten als im bereits schwachen Vorjahr.
  • Hingegen erwiesen sich die ausländischen Gäste – wie bereits seit Mitte letzten Jahres – mit einem Übernachtungszuwachs um stattliche 4,2 Prozent erneut als Stütze der heimischen Tourismusbranche. Dies reichte aber angesichts eines Übernachtungsanteils dieser Gästegruppe von lediglich 13,4 Prozent bei Weitem nicht aus, um die Nachfragerückgänge bei den deutschen Kunden auszugleichen.
In der Aufgliederung nach verschiedenen sachlichen und regionalen Merkmalen überwogen die negativen Vorzeichen deutlich, wobei die Veränderungsraten allerdings eine erstaunlich große Spannweite aufwiesen. So büßten einerseits die Ferienzentren, -häuser und -wohnungen 17,2 und die Gasthöfe 8,1 Prozent ihrer Übernachtungen ein, andererseits legten die Erholungs-, Ferien- und Schulungszentren um 2 Prozent sogar zu. Auch bei den Reisegebieten reichte die Palette von zweistelligen Übernachtungsrückgängen (Hegau – 15,4 Prozent, Neckar-Odenwald-Madonnenländchen – 11,6 Pro-zent) bis zu einem – allerdings kaum wahrnehmbaren – Zuwachs von 0,1 Prozent im Taubertal. Dagegen wirken die Unterschiede bei den Gemeindegruppen mit Rückgängen zwischen 8,7 bzw. 8,6 Prozent in den Kneippkurorten bzw. den Luftkurorten und 2 Prozent in den Gemeinden ohne touristisches Prädikat sogar noch vergleichsweise moderat.

Seit Januar 2003 wird in der monatlichen Beherbergungsstatistik auch auf Wunsch der einschlägigen Verbände ein zusätzliches Merkmal erhoben, nämlich die Zimmerauslastung in der Hotellerie (Hotels, Gasthöfe, Pensionen und Hotels garnis). Diese Größe wird im Vergleich zur bisher ausschließlich nachgewiesenen Bettenauslastung als realistischerer Auslastungsmaßstab betrachtet, weil zunehmend Doppelzimmer mit Einzelgästen belegt werden. Damit ist erstmals auch ein flächendeckender statistischer Nachweis über die (durchschnittlichen) Relationen zwischen Betten und Zimmern bzw. deren Auslastung möglich. Auch wenn die traditionell im Land schwächeren Wintermonate mit einem vergleichsweise geringen Auslastungsniveau noch kein abschließendes Bild liefern können, erlauben die nunmehr vorliegenden Daten des ersten Quartals doch bereits einen fundierten Einblick in die Zusammenhänge:
  • Danach stehen in zehn Hotellerie-Zimmern gut 17 Betten zur Verfügung. Im ersten Quartal 2003 nächtigten in diesen Zimmern aber im Falle der Belegung durchschnittlich lediglich gut 13 Personen. Damit blieben in den belegten zehn Zimmern also rechnerisch 4 Betten ungenutzt. Dieser Umstand schlägt sich auch entsprechend in der Auslastung nieder. Zwar war im ersten Quartal 2003 jedes dritte Zimmer belegt, es wurde aber nur jedes vierte Bett genutzt.
  • Innerhalb der Hotellerie sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Betriebsarten hinsichtlich der Zimmergrößen und der durchschnittlichen Nutzerzahl bei Belegung relativ gering. Die Hotels garnis weisen bei beiden Größen die geringsten, die Gasthöfe die höchsten Werte auf, wobei sich die Abweichungen je zehn Zimmer in der Größenordnung von 1 Person bewegen.
  • Wesentlich gravierender sind die Unterschiede dagegen im Auslastungsniveau sowohl bei den Betten als auch bei den Zimmern. Während in Gasthöfen gerade jedes fünfte Zimmer belegt war, lag die Zimmerauslastung der Hotels mit 38 Prozent fast doppelt so hoch.
(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamt Baden-Württemberg).