Dienstag, Mai 13, 2003

In einer Pressemitteilung hat der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage veröffentlicht, die das das Forschungsinstitut EMNID in seinem Auftrag durchgeführt hat. Zu Beginn der Sommersaison 2003 im Gastgewerbe
  • sprechen sich 73,7% der Bundesbürger für längere Öffnungszeiten von Straßencafés und Biergärten in Deutschland aus.
  • Statt wie bisher um 22 Uhr staatlich verordnet "vom Platz gestellt" zu werden, wünschen sich 22,3% der Befragten Öffnungszeiten bis 23 Uhr.
  • Jeder Dritte (33,0%) würde den Freiluft-Zapfenstreich gerne bis Mitternacht verschieben.
  • Und immerhin noch 18,3% der Deutschen wollen die Zeit im Biergarten zukünftig auch noch nach 24 Uhr genießen.
Der DEHOGA fordert die Bundesregierung daher auf, endlich tätig zu werden und den eindeutigen Wünschen der Gäste zu entsprechen: "Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass Wirte ihre Gäste an den wenigen schönen Tagen im Jahr trotz Sommerzeit noch bei Helligkeit nach Hause schicken müssen. "Service bis Mitternacht - muss die Devise lauten, wenn sich Deutschland weiterhin als attraktives und gastfreundliches Tourismusland präsentieren will", so Christian Ehlers, der Hauptgeschäftsführer des DEHOGA, bei der Vorstellung der Umfrage anlässlich der Jahres-Pressekonferenz des Verbandes am Dienstag in Berlin.

Damit Biergärten und Straßencafés länger öffnen könnten, bedarf es einer bundesweiten Verordnung, die speziell auf die Anforderungen der Außengastronomie zugeschnitten ist. "Nichts wäre leichter als diese Verordnung noch in diesem Sommer im Bundestag zu verabschieden, um somit auch der konjunkturell gebeutelten Gastronomie so schnell wie möglich unter die Arme zu greifen", regt Ehlers an.

Längere Öffnungszeiten in der Außengastronomie wären ein Deregulierungsprogramm, das den Staat keinen Cent kosten würde, den Unternehmen aber die Möglichkeit gäbe, dann Geschäfte zu machen, wenn sie wirklich nachgefragt würden, erläutert Ehlers. Gerade vor diesem Hintergrund dürfe die Bundesregierung die Chance einer echten "Wirtschaftsförderung" nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Die Befürchtungen einzelner Anwohner vor erhöhter Lärmbelästigung werden von Christian Ehlers deutlich relativiert: "Für den Interessenausgleich zwischen Biergarten-Nachbarschaft und fröhlichen Menschen sorgt doch allein schon das deutsche Wetter. Es begrenzt ohnehin die abendlichen Stunden im Freien, die den Wirten für ihr Zusatzgeschäft zur Verfügung stehen."

Anmerkung: Das Problem liegt in der Technischen Anleitung Lärm:
  • Diese Vorschrift bewertet "Lärm", der etwa durch menschliche Stimmen und fröhliches Lachen genauso wie den Krach von Rasenmähern oder Düsenflugzeugen, mit denen Rezzo Schlauch auf Kosten des Steuerzahlers in der Welt rumfliegt.
  • Und in dieser Vorschrift findet sich die altbackene Unterstellung, die Nacht beginne um 22.00 Uhr. Das mag noch stimmig gewesen sein, als die Menschen mit den Hühnern schlafen gegangen sind, widerspricht aber dem heutigen, eher mediteranen Tagesablauf der meisten Menschen, vor allem der ausgehfreudigen Jugend.