Dienstag, Mai 27, 2003

Matthias Streitz beschreibt den Besuch von Florian Gerster in der Hamburger Existenzgründer-Werkstatt Enigma: "Wie Florian Gerster den Planeten wechselte", in: Spiegel Online vom 26. Mai 2003. Florian Gerster soll vorwurfsvoll gefragt haben, ob es für Selbständige nicht besser sei, die "strukturellen Lücken" auf dem Arbeitsmarkt zu füllen, statt private Leidenschaften zum Beruf zu erklären?

Nun, ich habe zeitlebens viel mit Existenzgründern zu tun gehabt, als Berater, in der Erwachsenenbildung und natürlich auch als Moderator der Mailing-Liste Gastro-Einsteiger. Man sollte sich nicht unbedingt den Spaß an einer geliebten Freizeitbeschäftigung verderben, indem man ohne Aussicht auf kommerziellen Erfolg versucht, damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber genauso führt es in die Irre, wenn man versucht, eine Existenz zu gründen ohne Rücksicht auf die eigenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Leidenschaften, nur weil vermeintlich eine Nachfrage nach bestimmten Produkten und Dienstleistungen besteht. In vielen Fällen bringt eine Suche nach einer Gründungsidee in dem Bereich, den man freiwillig und mit Leidenschaft tätig ist, mehr als in dem Umfeld des Gebiets zu suchen, in das man sich durch eine Berufsausbildung oder den Lebensweg verfahren hat.