Freitag, Mai 23, 2003

Sind Menschen, die wirkliches Geld für virtuelle Vermögen zahlen, verrückt? In der Welt von Blogshares, einer virtuellen Börse, an der Blogs gehandelt werden, hat Jon Gales für 200 US-Dollar zwei Mitspielern deren virtuelles Spielvermögen abgekauft. Er erklärt warum.

Der Blog, den Sie gerade lesen, wird an dieser Börse auch gehandelt. Hier können Sie sich anschauen, was "Gastgewerbe Gedankensplitter" gerade wert ist. Natürlich bin ich selbst auch als Spieler dabei und habe 133,98% Gewinn in diesem Monat gemacht. Mit wirklichem Geld wäre mir das natürlich lieber.

Ist das alles nur Spinnerei? Nein.
  • Die Entwickler der Site (vor allem der Iraner Seyed Razavi) nutzen die Spielleidenschaft der Mitspieler aus, um Tools und Features zu entwickeln, die auch beim Handel mit wirklichen Werten nützlich sein können.
  • Und es wird sich auch zeigen, ob dieser virtuelle Markt in der Lage ist, Anhaltspunkte für eine angemessene Bewertung von Blogs zu entwickeln.
Wenn man sich die am besten bewerteten Blogs (Top 100) anschaut, erkennen diejenigen, die sich mit Blogs auskennen, daß diese virtuell teuer gehandelten Blogs auch in der Wirklichkeit Websites darstellen, die sich durchaus verkaufen oder anders ökonomisch verwerten lassen. "Blogger" steht auf Platz 3 mit einer virtuellen Marktkapitalisierung von 750.000 Aktien zu je $ 411.93. Ob Google vor ein paar Wochen wirklich soviel oder gar mehr gezahlt hat, wissen aber nur Insider.

In ähnlicher Weise werden seit vielen Jahren Simulationsspiele zur Prognose der Ergebnisse von politischen Wahlen genutzt. Siehe dazu "Ein Spiel macht Ernst" von Andreas Kaiser im Tagesspiegel vom 1. September 2002.