Samstag, Juli 26, 2003

Trinkgeld-Usancen.

Das Hamburger Abendblatt informiert über Trinkgeldgewohnheiten in anderen Ländern: "Wie viel Trinkgeld im Urlaub nötig ist". Über die unterschiedlichen Trinkgeld-Usancen in verschiedenen Ländern der Welt informiert auch "The Original Tipping Page" nach einer Tabelle aus dem World Trade magazine.

Die Trinkgeldverhalten der Gäste ist sogar schon Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen gewesen:
  • 1999 testeten Connie Mok und Sebastian Hansen in einem Aufsatz "A Study of Factors Affecting Tip Size in Restaurants", in: Journal for Restaurant and Food Service Marketing, 1999, pp 49-64, zwei Hypothesen:
    1. Je größer das Trinkgeld, um so zufriedener sind die Gäste mit der Qualität der Spesen und dem Service.
    2. Je größer das Trinkgeld, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Gäste wieder einkehren.
    Die Daten wurden in einem Restaurant in Houston, Texas, gesammelt. Als Ergebnis zeigte sich ein strenger Zusammenhang zwischen der Größe des Trinkgelds mit der wahrgenommenen Qualität des Services und der Wahrscheinlichkeit eines erneuten Besuch, aber kein signifikanter Zusammenhang mit der Speisenqualität.
  • In einem Artikel über "Restaurant Tipping and Service Quality: A Tenuous Relationship" (PDF), in: Cornell Hotel and Restaurant Administration Quarterly, February 2001 (Vol. 42, No. 1), faßt Michael Lynn die Ergebnisse einer Reihe von Untersuchungen zusammen und schließt daraus abweichend, der Zusammenhang zwischen der Größe des Trinkgeldes und der wahrgenommen Qualität des Services sei schwach bis bedeutungslos.
Tipps für Service-Mitarbeiter, wie sie ihr Trinkgeld steigern können, gibt Bill "Restaurant Doctor" Marvin: "Tips and tipping in the real world". Der Tipp, kleine Bildchen, Herzchen oder so auf die Rechnung zu malen, und Gäste zu berühren, könnte aber Mißverständnisse provozieren oder manche Gäste so verwirren, daß sie den Wein verschlappern.