Freitag, November 14, 2003

Die Hitze steigt zu Kopfe.

Stephan Koller vom Bayerischen Brauerbund erklärte auf der Brau Beviale laut einer Meldung der Nürnberger Nachrichten ("Schönheit aus der Flasche?" vom 13. November 2003), Preiserhöhungen seien wegen gestiegener Personal- und Energiekosten unabdingbar.

Nun ja, an Gründen, Preiserhöhungen anzukündigen, hat es den Brauereien nie gemangelt. Ist der Sommer verregnet, zwingen die Absatzrückgänge dazu. Ist der Sommer heiß wie in diesem Jahr, sind es die steigenden Preise für Hopfen, die Preiserhöhungen für Bier angeblich erforderlich machen, auch wenn der Kostenanteil von Hopfen im Bier lächerlich gering ist.

Dabei sind die Fakten doch eindeutig: Trotz steigender Marketingaufwendungen geht der Absatz der Fernsehbiere zurück. Die Branche hat gewaltige Überkapazitäten von 20 bis 30%. Daß vor diesem Hintergrund Preiserhöhungen - von Ausnahmen abgesehen - nicht durchsetzbar sind, ist offensichtlich. Also werden mal wieder die Listenpreise erhöht und kurz darauf Preisminderungen jeder Art akzeptiert, wenn die Absatzkanäle sich räuspern und damit drohen, ihr zu breites Sortiment auf ein vernünftiges Maß zu stutzen und alle rauszuschmeißen, die sich weigern, ihre Listenpreise zu stützen.