Samstag, November 29, 2003

Individuelle Eiskarten.

In der Zeitschrift Druckmarkt (Ausgabe 46/2003) findet sich ein lesenswerter Artikel über die Wiener Digitaldruckdienstleister Druckwerker, einem auf "Print on Demand" (Drucken von Kleinauflagen nach Bedarf) und "Database / Customized Printing" (datenbankgestütztes Drucken" spezialisiertes Unternehmen: "Cool: individualisierte Eiskarten" (PDF). Bislang arbeiten viele Gastronomen noch mit von der Industrie gelieferten Eiskarten, in die Bilder von Eisbechern und anderen Eisprodukten manuell eingeklebt und mit Preisen versehen werden. Die Druckwerker versorgen nunmehr mehrere 10.000 Gastronomiebetriebe in Österreich, Kunden von Eskimo, einer Marke von Unilever, alljährlich mit einer ganz individuellen Eiskarte, meist in einer Auflage zwischen 1 und 100 Exemplaren. Der Artikel ist, da für Drucker geschrieben, natürlich voller technischer Details, aber vielleicht auch eine Anregung für mitlesende Eishersteller oder auch Gastronomen, ihren Lieferanten diese Lösung mal unter die Augen zu reiben.

Print on Demand-Lösungen für komplette Speise- und Getränkekarten gibt es meines Wissens noch nicht. Ich habe mich auf der Frankfurter Buchmesse mit einem Mitarbeiter von Books on Demand darüber unterhalten. Die Druckqualität von Graphiken in den Büchern, die so hergestellt werden, sei mittlerweile wohl ausreichend gut. Irgendwie reizt mich eine solche Lösung, bei der man - ein netter Gag - die Speise- und Getränkekarte sogar mit eigener ISBN-Nummer über jede Buchhandlung und Online-Buchhandlung bestellbar machen könnte. Kostenmäßig wäre eine solche Lösung durchaus wettbewerbsfähig. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das verwendete Buchbindeverfahren der hohen Beanspruchung gerecht wird. Der amerikanische Anbieter Cafepress.com bietet aber als Publishing-Lösung auch eine Draht-Ringbindung ("Wire bound") an. Ein Beispiel für diese Bindeart, aber keine Speisekarte.