Donnerstag, Januar 29, 2004

Geschenkgutscheine recyceln.

Michelle Slatall stellt zwei amerikanische Websites vor (swapagift.com und certificateswap.com), die den Handel mit Geschenkgutscheinen oder deren Tausch zum Geschäftsmodell erheben: "A Second Life for Unused Gift Certificates", in: The New York Times vom 29. Januar 2004.

Der Markt für "gebrauchte" Geschenkgutscheine, genauer: der Preis, die geboten wird, ist, nebenbei angemerkt, auch ein guter Indikator für die Wertschätzung des einlösenden Unternehmen. Um ein Beispiel aus dem ähnlichen Markt für Unterschriften von bekannten Persönlichkeiten zu nehmen. Für einen Ludwig Erhardt kriegt man heutzutage gut und gerne 238 Wolfgang Clements.

Gastronomen, die erfahren wollen, was ihre Dienstleistungen wert sind, können z.B. Geschenkgutscheine selbst anbieten, etwa auf eBay. Ich habe das Ende 1999 einmal selbst ausprobiert und Gutscheine für Pizzas angeboten. Hier das Ergebnis. Mein damaliger Test hat aber darunter gelitten, daß die Auktionsplattform, die ich verwendet habe, wenig Traffic gehabt hat, und überhaupt weniger Menschen online gewesen sind. Wenn Sie sowas selbst mal ausprobieren, schreiben Sie mir doch die Ergebnisse und Sie bekommen eine kostenlosen Hinweis auf Ihre Website in diesem Blog.

Ich hoffe, denkbare deutsche Nachahmer ersparen mir die Peinlichkeit, daß sie darüber schwadronieren, wie sie während eines Spaziergangs im Englischen Garten in München auf diese Idee gekommen seien. So ein Schmarrn ist bereits in Zeiten der boomenden New Economy peinlich gewesen. Da hat mir Torsten Appel imponiert, der in einem Interview von Sagmal.de dazu gestanden ist, daß sein (später gescheitertes) Projekt Clickfish.com eine amerikanische Website zum Vorbild gehabt hat. Schließlich ist es keine Schande, aus amerikanischen Beispielen zu lernen.

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