Mittwoch, Januar 21, 2004

Statt jammern exportieren.

Während der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes Dr. Richard Weber auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin nur rumgejammert hat, zeigen vor allem kleinere Brauereien, wie man Chancen nutzen kann. (Dass er auch anders kann, hat Dr. Richard Weber in einer wirklich lesenswerten Rede auf der Bilanzpressekonferenz des Karlsberg Verbundes am 24.09.2003 in Homburg gezeigt).

So beliefert die Privatbrauerei Bischoff weltweit US-Militäreinrichtungen. Die Beziehungen der Privatbrauerei Bischoff zu den US-amerikanischen Streitkräften haben eine lange Tradition. Seit Jahrzehnten versorgt das Nordpfälzer Unternehmen nicht nur Militäreinrichtungen der NATO- und amerikanischen Streitkräfte in Kaiserslautern, Ramstein, Baumholder und Heidelberg, sondern weit darüber hinaus. So wird Bischoff-Bier beispielsweise auch auf amerikanischen Luftwaffenstützpunkten in England und Italien und selbst auf den Azoren geschätzt. Im abgelaufenen Jahr konnte Bischoff in diesem Geschäft einen Umsatzzuwachs von 16% gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Kürzlich verließ der erste Container das Betriebsgelände in Winnweiler jetzt in Richtung Südkorea. Quelle: Pressemitteilung der Brauerei Bischoff).

Ein weiteres Beispiel: Als vor drei Jahren das neue Management der Brauerei Bischofshof in Regensburg das Markenportfolio mit den beiden Marken "Bischofshof" und "Weltenburger Kloster" überdachte, entschloß man sich, statt wie bisher alles auf die Regionalmarke Bischofshof zu setzen, der man nicht zutraute, überregional erfolgreich zu sein, die Marketinganstrengungen auf die Marke "Weltenburger Kloster" zu konzentrieren, der man außerhalb des engen Einzugsgebietes größeres Potential zutraute. Zusätzlich zu dem Umsatzbringer "Weltenburger Barock-Dunkel" und dem bei Bierkennern bekannteren Doppelbock "Weltenburger Asam-Bock" entwickelte man einen bernsteinfarbenes Jubiläumsbier "Weltenburger Anno 1050" mit 5,4% vol. alc., das an die Brauereigründung erinnern soll. Schließlich bezeichnet man sich selbst als älteste Klosterbrauerei der Welt. Dieser Strategiewechsel zeigt deutlichen Erfolg, vor allem im Großraum Nürnberg mit den zugegeben günstigen Wettbewerbsverhältnissen für gutes Bier.