Mittwoch, Februar 18, 2004

Deutsche Weinerzeuger gewinnen wieder Marktanteile.

Die deutschen Weinerzeuger haben sich im vergangenen Jahr mit ihren Weinen in einem relativ schwierigen Marktumfeld vergleichsweise gut behauptet. Dies geht aus der vom Deutschen Weininstitut (DWI) bei der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Auftrag gegebenen Analyse der Weineinkäufe privater Haushalte hervor. In einem insgesamt um 2 Prozent verringerten Einkaufsvolumen gewannen die deutschen Weine knapp ein Prozent Marktanteil hinzu. Sie liegen nun bei 46,2 %, gefolgt von Frankreich mit 16,7 % (+0,8 %), Italien mit 12,1 % (-1,0 %) und Spanien mit 4,4 % (+1,2%).

Für Armin Göring, Geschäftsführer des Deutschen Weininstituts, sind dies bereits erste Reaktionen auf den Ausnahmejahrgang 2003: "Die hervorragenden Qualitäten des aktuellen Weinjahres haben die Aufmerksamkeit der Verbraucher verstärkt auf die heimischen Weine gelenkt. Dies zeigt uns der sprunghafte Anstieg der Mengenmarktanteile im letzten Quartal des Jahres 2003 auf fast 50 %. Der zurückhaltende Weinkonsum in den heißen Sommermonaten wurde so im Spätjahr und über die Weihnachtsfesttage wieder ausgeglichen."

Verstärkter Weinkauf im Discount lässt Durchschnittspreise sinken

Die große Bedeutung der Discounter für den Weinkauf hat sich 2003 weiter verstärkt. Auch Aldi konnte seine Vormachtstellung im Weinhandel ausbauen, der Branchenführer verkauft mittlerweile 23,3 % der von privaten Haushalten bezogenen Weine. Am gesamten Weinmarkt haben die Discounter insgesamt mit 45,2 Prozent nun einen um 2,1 % höheren Anteil als im Vorjahr und nähern sich damit langsam der 50 Prozent-Marke. Im Vergleich zum Jahr 2000 beläuft sich der Zuwachs dieser Branche gar auf 8 %. Diese im Lebensmittelhandel insgesamt zu beobachtende Veränderung im Konsumverhalten der Deutschen spiegelt sich auch im Preisniveau der eingekauften Weine wider.

Wie schon in den letzten beiden Jahren gingen die Durchschnittspreise für Wein insgesamt um einige Cent zurück. Für eine 0,75 Liter-Flasche wurden von den Verbrauchern im Schnitt 2,15 € bezahlt (2002: 2,20 €). Erfreulicherweise konnte deutscher Wein seine Preisführerschaft weiterhin behaupten: Mit durchschnittlich 2,41 € je 0,75 Liter waren deutsche Weine trotz eines Rückgangs um 11 Cent im Mittel 48 Cent teurer als ausländische Gewächse.

Besonders ausgeprägt war der Preisabstand im Rotweinsegment. Mit 2,87 € für eine 0,75 l-Flasche lag der Preis des heimischen Rotweines 79 Cent über dem Durchschnittspreis der ausländischen Ware und beispielsweise 90 Cent über den französischen Rotweinen. Italienische Rotweine bewegten sich nach einem Preiseinbruch im Vorjahr mit 2,19 € wieder auf dem Niveau von 2001 und damit knapp unter dem Durchschnittswert von 2,32 € für alle Rotweine.

Rotwein weiterhin gefragt

Der Trend zum Rotwein in Deutschland setzt sich langsam aber stetig fort. Mit 51,7 Prozent (+ 0,6 %) hat der Rotweinkonsum im Jahr 2003 einen neuen Höchststand erreicht. Deutsche Rotweine haben in diesem Segment ihre Marktführerschaft auf 30,6 % Mengenmarktanteil vor Frankreich mit 24,8 % und Italien 15,0 % weiter ausgebaut. Der Weißweindurst der Deutschen ist im vergangenen Jahr auf 40 % (- 1,2 %) gesunken, wobei die heimischen Winzer mit 64,9 % Weißwein-Marktanteil mit Abstand die beliebtesten Anbieter im eigenen Land bleiben. Vom heißen Sommer 2003 konnten die deutschen Roséweine profitieren, deren Absatz um 1,2 % gestiegen ist und die 9,5 % aller eingekauften deutschen Weine repräsentieren. (Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Wein-Instituts).