Freitag, Februar 27, 2004

Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit gentechnisch veraenderten Zutaten.

Ab dem 18. April gilt in Europa eine verschärfte Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Zutaten. In einem Interview ("Auch Restaurants müssen auszeichnen") mit dem Greenpeace Magazin erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast zur zweifelhaften Rechtslage, ob auch offene Lebensmittel gekennzeichnet werden müssen: "Wer mit genveränderten Zutaten kocht, muss das auf der Speisekarte oder einem Aushang kenntlich machen" (Quelle: "Auch Gastronomie muss Lebensmittel mit genveränderten Zutaten kennzeichnen", in: ngo-Online vom 26. Februar 2004).

Ob diese Meinung der Ministerin gesetzeskonform ist, ist zwar fraglich, aber unabhängig davon wird eventuell von Seiten Ihrer Gäste gefragt werden, ob Sie gentechnisch veränderte Lebensmittel einsetzen. Da hilft nur eins: alle Etiketten der eingesetzten Lebensmittel checken, ob sie als gentechnisch verändert gekennzeichnet sind, evtl. Alternativen suchen oder die Speisekarten entsprechend korrigieren. Es ist auch nicht auszuschließen, daß sich die Lebensmittelaufsicht mit der gewohnten bürokratischen Verzögerung von 1,2 Jahren diesem Thema zuwendet. Vernünftige Kontrolleure werden akzeptieren, daß man nicht wegen jedem Scheiß neue Speisekarten drucken kann und sich bis zur Neuauflage gedulden. Eine Gerichtsentscheid, ob unverpackte Lebensmittel wirklich gekennzeichnet werden müssen, gibt es ja noch nicht. Und Rente Künast meint viel, wenn der Tag lang ist.

Weiterführende Informationen findet man auf der Website des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Nachtrag: Das Interview mit Renate Künast wurde mittlerweile online gestellt: "Auch Restaurants müssen auszeichnen" von Kirsten Brodde, in: Greenpeace Magazin 2/2004.