Freitag, Februar 06, 2004

Von Woertern, die in Speisekarten nichts verloren haben.

Bestimmte Ausdrücke sollten Sie auf Ihrer Speisekarte vermeiden, nicht nur in Österreich: "Die Hitliste der kulinarischen Un-Wörter", in: Der Standard vom 4. Februar 2004. Die Leser dieses Beitrags in der Kolumne "Mein Tischnachbar" haben noch weitere Unarten einiger Kollegen nachgetragen.

Ausgehend von einem Zitat des Kultur- und Sozialanthropologen Claude Lévi-Strauss ("So darf man hoffen, in jedem besonderen Fall zu entdecken, dass die Küche einer Gesellschaft eine Sprache ist, in der sie unbewusst ihre Struktur zum Ausdruck bringt, es sei denn, sie verschleiere, nicht minder unbewusst, ihre Widersprüche.") hat der Volkskundler und Journalist Theo Ruff in der Neuen Zürcher Zeitung vom 19.10.1996 ein amüsantes Essay über "Unser Essen im Brennpunkt der kulturwissenschaftlichen Nahrungsforschung" veröffentlicht, dem man den Titel "Vergällte Gaumenfreude" verpaßt hat.

Zu guter letzt ein Beitrag von Thomas Rietzschel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19. November 2003 über den mühsamen Versuch der Deutschen Akademie für Kulinaristik der bornierten DEHOGA beizubringen, daß Essen nicht nur etwas mit Kultur zu tun hat, sondern es für unsere Branche lebenswichtig und erfolgversprechend ist, nicht nur was von Excel und Marketing und Gastrotechnik zu verstehen: "Kein Genießen ohne Wissen".