Sonntag, März 14, 2004

Die Industrie- und Handelskammer Koblenz verstoesst gegen das Urheberrecht.

In bezug auf Urheberrechtsverletzungen bin ich ja schon allerhand gewohnt. Eine angesehene Schweizer Fachzeitschrift hat sich bei mir entschuldigt, ungefragt Texte von mir unter dem Namen eines anderen abgedruckt und online gestellt zu haben. Und der zuständigen Mitarbeiterin eines Portals eines großen Einzelhandelskonzerns ist es sehr peinlich gewesen, daß sie einen geklauten Artikel von einer Agentur gekauft und ungeprüft online gestellt hatte. Daß aber ausgerechnet die Industrie- und Handelskammer Koblenz rotzfrech einen Artikel von mir klaut, ist dann doch ein starkes Stück:Vielleicht sollte ich denen mal eine Rechnung schicken, um auf diese Art die IHK-Beiträge (an unsere regional zuständige IHK für Oberfranken) wieder reinzuholen, weil ich mich über die Zwangsmitgliedschaft ohnehin gerne aufrege.

Dabei weiß die IHK Koblenz ja so halbwegs, wie es richtig geht, und hat auf einen weiteren Artikel von mir korrekterweise einen Link gesetzt.

Besonders peinlich finde ich den Zusatz: "© IHK Koblenz Für die Richtigkeit der in dieser Website enthaltenen Angaben können wir trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen." Diese Aussage ist in mehrfacher Hinsicht falsch:
  • Die IHK Koblenz ist weder Urheber noch hat sie Nutzungsrechte an diesem Artikel erworben.
  • Ob sie den Artikel inhaltlich sorgfältig überprüft hat, weiß ich nicht. Ob man aber viel Vertrauen in eine inhaltliche Prüfung haben kann, wenn nicht mal solche Metadaten wie die Urheberschaft überprüft worden sind, möchte ich zumindest bezweifeln.
Auch gebe ich regelmaessig das Datum der letzten Aktualisierung an und weiterführende Links. Damit können Nutzern selbst weiter recherchieren und Quellen prüfen. Diese wichtigen Elemente hat die IHK Koblenz einfach weggelassen. Sie unterschreitet damit ein Niveau, das man nicht einmal einem Schüler der Sekundarstufe I durchgehen lassen sollte.