Freitag, März 05, 2004

Sondersteuer auf Alcopops - Auswirkungen auf die Gastronomie.

In Deutschland plant die Bundesregierung die Einführung einer Sondersteuer auf Alcopops. Welche Auswirkungen würde dies auf die Gastronomie haben? Ein Blick in die Schweiz, wo seit dem 1. Februar 2004 eine Sondersteuer von 1,80 Franken pro 0,275-l-Flasche verlangt wird, wirft der Tagesanzeiger am 5. März 2004: "Alcopops verschwinden aus Bars und Clubs".

Ohnehin bietet nur ein bestimmtes Segment der Gastronomie Alcopops an, nämlich ein Teil der Szene-Gastronomie, Diskotheken und Eventgastronomie. Den meisten Gastronomen ist der Wareneinsatz dieser Produkte zu hoch oder anders ausgedrückt: sie können die sich daraus ergebenden Preise nicht durchsetzen. Sie bieten stattdessen lieber hausgemixte Longdrinks und Cocktails an.

Überlegen kann man sich auch, die durch die hohen Marketingbudgets von Smirnoff und Bacardi geschlagene Bresche für Alcopops aus der Flasche zu nutzen, indem man hausgemixte Longdrinks in Flaschen anbietet, also selbst vorab in Flaschen abfüllt. Dies entlastet die Bar in der Rush-Hour und sichert einen hohen Deckungsbeitrag gerade nach Einführung einer Sondersteuer. Als Flaschen darf man natürlich nicht die Originalflaschen der Markenanbieter verwenden. Aber interessant geformte Flaschen kann man auch erwerben und schafft sich damit etwas, was es beim Wettbewerber so nicht gibt. Ein Lieferant für solche Flaschen ist die Bockmeyer Kellereitechnik GmbH, bei der sich Winzer bzw. Obstbrenner außergewöhnliche Flaschen für besondere Produkte besorgen. Möglicherweise kann man dann sogar die eine oder andere Flasche außer Haus verkaufen.

Andere werden die Gelegenheit nutzen, sich mit Alcopops zum alten Preis einzudecken, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Da auch der Großhandel sich seine Lager füllen wird, wird es, wenn die Steuer in Deutschland im Sommer eingeführt werden sollte, wohl noch bis zum Jahresende kaum Lieferengpässe geben. Siehe dazu "Alcopops noch immer billig zu haben", in: Nachrichten.ch vom 3. März 2004.