Mittwoch, März 03, 2004

Wasser in der langen Leitung.

Unser Leitungswasser ist eines der besten der Welt. Wenn Coca Cola das verwendet ist dagegen nichts einzuwenden. Unlauter wird es erst dann, wenn das Unternehmen den Anschein erweckt das veredelte Leitungswasser sei "Mineralwasser" . Da hat der Gesetzgeber klare Grenzen gesetzt. Der Grund warum Hersteller hier gerne "im Trüben fischen" liegt klar auf der Hand: Jeder Verbraucher kann sich schnell ausrechnen, daß ein Liter Leitungswasser weniger als ein Cent kostet und das Verhältnis zum Verkaufspreis im Handel von rund 100 Cent doch überzogen erscheint, selbst wenn für einen weiteren Cent Veredler hinzugefügt wurden. Jeder Gastronom, der heute eine sogenannte Postmixanlage betreibt weiß, daß in dieser Anlage Leitungswasser mit Kohlensäure versetzt und einem Grundstoffe (Sirup) gemischt wird. Dabei wird das Leitungswasser noch einmal gefiltert. Heraus kommen so wohlschmeckende Getränke, wie eben Coca Cola oder auch Pepsi etc. etc. Als "Abfallprodukt" entsteht dabei ein kohlensäurehaltiges meist erstklassiges "Tafelwasser", das der Gastronom, bei richtiger Deklaration, nun ebenfalls vielfältig nutzen kann (Saftschorle, Weinschorle usw.). Paradox wird es, wenn der Grundstoffhersteller, der in der Regel diese Anlage auch finanziert, dem Gastronomen das Tafelwasser in Premixbehältern verkaufen will. Nicht nur, daß der Inhalt dieses Premixbehälters rund 50 mal teurer ist als das sowieso vorhandene Tafelwasser: Die Postmixanlage muss an dem "Wasserhahn" auch noch aufwendig technisch umgestellt werden, um den Premixbehälter betreiben zu können. Meines Wissens ist diese Vorgehensweise bis heute noch weit verbreitet. Man sieht es an den vielen Postmixanlagen, die "Bonaqa" vorhalten, ein Produkt aus dem Hause Coca Cola, das - nun raten Sie einmal - aus Leitungswasser hergestellt wird.