Donnerstag, April 08, 2004

Getreuer Parteisoldat als Wirtschaftsweiser.

Der Würzburger Ökonom Prof. Dr. Peter Bofinger ist seit 1. März 2004 Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. "Zufällig" steht er der SPD nahe, genauso wie Prof. Dr. Wolfgang Wiegard, Vorsitzender des Sachverständigenrates seit April 2002. So wundert es wenig, wenn die Netzeitung am 3. Februar 2004 meldet: "Wirtschaftsexperte fordert Reformpause". Nicht zuletzt soll er wohl die Position der SPD stärken, den Stabilitätspakt zu brechen. Siehe dazu einen Artikel von Prof. Peter Bofinger über "Why the Stability and Growth Pact provides neither stability nor growth" (RTF).

Jetzt hat Prof. Bofinger mal wieder das getan, wofür er von der Bundesregierung zum Weisen ernannt worden ist, nämlich eine Position des Arbeitnehmerflügels der SPD vertreten: "Wirtschaftsweiser hält Minijobs für Jobkiller", in: Netzeitung vom 8. April 2004. Seine Behauptung, die staatlich geförderten Minijobs – Arbeitsverhältnisse mit einem Verdienst bis zu 400 Euro – hätten sich als "Jobkiller" erwiesen, ist lächerlich. Wenn sich etwas als "Jobkiller" erwiesen hat, ist es Bofingers SPD. Doch davon soll sein Interview mit Einblick, dem Infodienst des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wohl ablenken, getrau dem Motto "Haltet den Dieb".