Samstag, Mai 08, 2004

Mindestlohn im Gastgewerbe.

Franz-Josef Möllenberg, der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung, Genuß, Gaststätten hat eine Idee des Verdi-Chefs Bsirske ausgegraben und fordert einen Mindestlohn im Gastgewerbe von sage und schreibe 1.500 Euro monatlich. Interessant ist eher seine Begründung: Dei Gewerkschaft sei nicht kampffähig. Da zu wenige Hotels und Gaststätten tarifgebunden seien, lasse sich kein Streik organisieren. (Quelle: "Mindestlohn im Gastgewerbe?", in: Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung vom 8. Mai 2004)

Im April 2000 hatte die NGG bereits erfolglos einen Mindestlhon in Höhe von 2.500 DM für Vollzeitarbeit gefordert. Wie illusorisch diese Forderung der NGG ist, sieht man z.B. daran, daß sogar die Kommunistische Partei Österreichs im März 2003 sich mit einer Forderung nach einem Mindestlohn in Höhe von 1.100 Euro begnügt hat. Die Mindestlöhne in anderen Ländern der EU liegen zur Zeit bei
  • Luxemburg: 1.290 €
  • Niederlande: 1.207 €,
  • Belgien: 1.163 €,
  • Frankreich: 1.126 €,
  • Großbritannien: 1.124 € und
  • Irland: 1.009 €. Der Mindestlohn in Irland z.B. entspricht 5,83 Euro die Stunde.
  • Von den Löhnen in den angrenzenden EU-Erweiterungsgebieten schweigt des Sängers Höflichkeit.
Im Jahre 2002 ist der NGG beim Deutschen Gewerkschaftsbund mit seiner erhöhten Forderung nach einem Mindestlohn von nunmehr 1.500 Euro gescheitert (Quelle: "Ein Antrag geht noch", in: Jungle World 24/2002 vom 5. Juni 2002). Gewerkschaftler der IG Metall argumentierten dagegen, "mit dieser bezifferten Forderung mache man auf die Schwäche einiger Tarifverträge aufmerksam. So würden dann Beschäftigte in Niedriglohnbranchen wie der Textilindustrie oder bei den privaten Sicherheitsdiensten eine 50prozentige Tariferhöhung fordern."