Samstag, Mai 01, 2004

Stadtmarketing.

Die Bedeutung von Kultur für das Stadtmarketing im Vergleich zum Sport wird nicht nur von Kommunalpolitikern meist überschätzt. So wurden z.B. in Bamberg für die Bamberger Symphoniker und das E.T.A. Hoffmann-Theater hohe zweistellige Millionenbeträge in Aufführungsstätten investiert und es fließen kontinuierlich hohe Subventionen. Für die Basketball-Bundesligamannschaft GHP Bamberg wurde ein kleiner einstelliger Millionenbetrag in Form von Infrasfraktrurleistungen für eine privat finanzierte Halle bereit gestellt. Laufende Subventionen für Profisport sind so verschrien, daß sie nicht einmal vom Sport selbst gefordert werden. Wobei ich nie verstanden habe, wieso es verpönt ist, Sport professionell zu betreiben, man sich aber vor Künstlern, die ihr Hobby zum Beruf machen, in den Staub wirft.

Dabei wären Subventionen, wenn man den jeweiligen Effekt für die Steigerung des Bekanntheitsgrades des Standortes bewertet, eindeutig beim Sport besser angelegt. So bringt eine Suche bei den Google News (als grober Indikator für die Kontakthäufigkeit in der Presse) etwa heute für "Bamberg Basketball" heute 302 Treffer, "Bamberger Symphoniker" 3 Treffer und "Bamberg Theater" 10 Treffer. Bei einer Suche im Web bringt "E.T.A. Hofmann Theater" 2.270 Treffer, "Bamberger Symphoniker" 11.700 und "GHP Bamberg" 38.600 Treffer, wobei dieses Ergebnis den Bamberger Basketballprofisport noch unterschätzt, weil er bis vor wenigen Jahren noch einen anderen Titelsponsor hatte. Dabei habe ich die Auslandspresse noch nicht einmal einkalkuliert, also die Berichterstattung über Basketballspiele in der Europaliga, Auslandstourneen der Bamberger Symphoniker und Auftritte des Ensembles des Bamberger Theaters im Ausland.