Samstag, Juni 26, 2004

Urlaubsplaene und -praeferenzen europaeischer und amerikanischer Urlauber.

Eine Studie "Vacation Plans" thematisiert die Pläne und Präferenzen der europäischen und amerikanischen Urlauber hinsichtlich Urlaubsort, -land, -aktivitäten und mögliche Reisen in neue EU-Mitgliedsstaaten. Dazu hat die GfK Ad Hoc Research Worldwide im Auftrag für das Wall Street Journal Europe im April und Mai 2004 20.818 Personen in 20 Ländern befragt. Die wichtigsten Ergebnisse:
  • Im Urlaub lieben es Griechen, Finnen und Österreicher sportlich, Amerikaner besichtigen am liebsten Sehenswürdigkeiten am Urlaubsort, Deutsche faulenzen bevorzugt in der Sonne oder besuchen Restaurants.
  • Im Urlaub aktiv sein, das ist in Europa ebenso beliebt wie in den USA. Für je ein Drittel der Befragten steht der Besuch von Sehenswürdigkeiten am Ferienort ebenso hoch im Kurs wie Wandern und Spazierengehen. Auch Sport ist populär: 28 Prozent der Befragten betätigen sich im Urlaub gerne körperlich beim Radfahren, Segeln oder anderweitigen Aktivitäten. Dagegen gehört das Bad in der Sonne nur bei jedem Vierten zu den Lieblingsbeschäftigungen im Urlaub.
Es gibt jedoch einige nationalitätenspezifische Unterschiede.
  • So betätigen sich die Griechen besonders häufig sportlich. Drei Viertel von ihnen treiben während ihrer Ferientage Sport. Aber auch etwa die Hälfte der Finnen, Österreicher und Schweizer widmen ihre Zeit am liebsten sportlichen Aktivitäten.
  • Das Sonnenbaden ist insbesondere bei den Deutschen beliebt. Knapp jeder zweite Deutsche zählt es zu einer seiner liebsten Aktivitäten im Urlaub, gefolgt von Spazierengehen (41 Prozent) und dem Besuch eines guten Restaurants (36 Prozent). Sportliche Aktivitäten nehmen bei den Deutschen mit einem Anteil von 32 Prozent lediglich den vierten Platz der bevorzugten Beschäftigungen im Urlaub ein.
  • Dagegen fehlt amerikanischen Urlaubern fast jegliche Leidenschaft für das Sonnenbaden. Lediglich jeder Zehnte schätzt es, damit seine Urlaubszeit zu verbringen. US-Bürger erweisen sich als besonders unternehmungslustig: Sie lieben Besichtigungstouren. 46 Prozent gaben an, den Besuch von Museen, historischen Gebäude und sonstigen Attraktionen in der Urlaubsgegend bevorzugt zu besuchen. Und sie lieben wie die Griechen, Finnen und Österreicher die sportlichen Aktivitäten: Für vier von zehn Amerikanern zählen diese zu den Favoriten.
Urlaubsziele:
  • Sommerurlaub heißt für die meisten, ihre Zeit an Strand und Meer zu verbringen. Mit 38 Prozent ist diese Art von Urlaubsziel ungeschlagener Spitzenreiter.
  • Der Häufigkeit nach an zweiter Stelle folgt die Aussage, dass man zu Hause bleiben werde: Jeder fünfte beabsichtigt, die Sommerferien am Heimatort zu verbringen. In den meisten Fällen ist dies vor allem eine Frage des Einkommens, denn unter den Personen, die vorhaben, zu Hause zu bleiben, befanden sich überdurchschnittlich viele Personen aus niedrigen Einkommensgruppen.
  • Für Deutsche steht der Strandurlaub ganz vorne: Rund die Hälfte aller Bundesbürger, Frauen wie Männer, lieben es, im Sommerurlaub ans Meer zu fahren. 18 Prozent sagen, dass sie zu Hause bleiben, 14 Prozent zieht es in die Berge. Tendenziell sind diese Einstellungen mit denen der Westeuropäer vergleichbar. Bei den Bürgern Zentral- und Osteuropas rangiert der Urlaub am Meer ebenfalls an oberster Stelle (36 Prozent). Jeder Vierte zieht es hier jedoch vor, im Sommerurlaub gar nicht wegzufahren. Auch für die amerikanischen Urlauber ist die Küste das beliebteste Sommerurlaubsziel: 29 Prozent erklären, ihre Ferientage am Meer verbringen zu wollen. Darüber hinaus sind die Amerikaner die einzige Nation, die Städtereisen zu den beliebtesten Urlaubszielen wählten.
Betrachtet man die Urlaubsaktivitäten der Befragten in Abhängigkeit von der Einkommenssituation, zeigt sich, dass in Westeuropa 39 Prozent der Menschen mit niedrigem Einkommen in den nächsten zwölf Monaten keine Reise planen. In Zentral- und Osteuropa sind es 68 Prozent. Entsprechend ihrer Finanzsituation können Haushalte mit hohem Einkommen mehr Geld für ihren Urlaub ausgeben. Dies manifestiert sich nicht nur in der generell höheren Reiselust, sondern auch in der Wahl des Urlaubsortes. So plant beispielsweise rund ein Viertel aller befragten Deutschen mit hohem Einkommen in den nächsten 12 Monaten eine Reise nach Spanien, auf die Kanarischen Inseln, nach Mallorca oder Ibiza. Hingegen haben 48 Prozent der Haushalte mit geringem Einkommen nicht vor, in diesem Zeitraum überhaupt wegzufahren. Das beliebteste Urlaubsziel für die Bundesbürger mit geringerem Einkommen wird mit einem Anteil von 16 Prozent im eigenen Land liegen.

Zypern und Malta: neue Urlaubsfavoriten in der Europäischen Union

Auf die Frage, ob die Osterweiterung der Europäischen Union (EU) eine Urlaubsreise in einen der neuen Mitgliedsstaaten für sie wahrscheinlicher macht, antworten durchschnittlich neun von zehn Befragten mit "nein".
  • Von den neuen EU-Mitgliedsstaaten erscheinen den Europa-Urlaubern die Zypern und Malta als attraktivste Urlaubsziele. Wenn sie die Möglichkeit hätten, würde knapp ein Drittel der Befragten Zypern besuchen, für ein Viertel wäre die Insel Malta interessant. Auch jeder vierte deutsche Urlauber bevorzugt Malta, an zweiter Stelle rangiert hier allerdings Ungarn mit 22 Prozent der Nennungen.
  • Ganz andere Präferenzen haben hingegen amerikanische Touristen: wenn sie in eines der neuen EU-Mitgliedsländer reisen könnten, würden 21 Prozent am liebsten Polen und 13 Prozent die Tschechische Republik anfliegen.
(Quelle: Pressemitteilung der GfK Gruppe)